Wunder der Wissenschaft: Wie man sich den Appetit auf Kekse einfach wegdenkt

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 22. Dezember 2010 um 14:15

„Heuer halte ich mich über Weihnachten bewusst zurück.“ Was wohl jeder zweite Arbeitskollege angesichts der bevorstehenden Feiertage vollmundig von sich gibt, will erst einmal geschafft sein. Denn Kekse, Weihnachtsgans, Bockbier, Schoko, Kekse, Schoko, Torte, Omas Apfelstrudel werden jedenfalls alles daran setzen, das dies nicht so ist. Eine einfache und dafür umso angenehmere Methode könnte nun Abhilfe schaffen, verspricht eine aktuelle Studie: Denken Sie einfach ans Essen – und Sie werden Ihr Verlangen nach Köstlichkeiten stärker im Griff haben.

Nahezu jeder weiß, dass er in den kommenden Tagen kalorienmäßig wieder über die Stränge schlagen wird. Nahezu jeder beteuert „dass er längst schon keine Kekse mehr sehen kann“, jeder zweite Kollege betet grauenhafte Kalorientabellen über Weihnachtsgebäck herunter, sobald man sich läppische drei Vanillekipferl genehmigt. Doch wie den Köstlichkeiten, die in den kommenden Tagen auf uns warten, widerstehen? Einfach „Nein“ sagen? – Oft genug probiert, noch nie Erfolg gehabt.

Für all jene, die sich derzeit mit Gedanken wie diesen quälen, dürfte der Psychologe Carey Morewedge ein wahrer Held sein. Der US-Forscher präsentierte nämlich eine Studie (erschienen in der Zeitschrift „Science“), die besagt, dass man sich das Verlangen nach Kalorienbomben einfach wegdenken kann. Frei nach dem Motto: Denke ständig daran, ein Vanillekipferl zu verspeisen – und du wirst nachher, wenn es tatsächlich am Tisch steht, keines mehr wollen.

Begründet wird dies mit dem Gewöhnungseffekt, den man auch davon kennt, wenn man zu oft dasselbe in zu kurzem Zeitraum gegessen hat. Denn je öfter ein Mensch einem Reiz ausgesetzt ist, umso schwächer reagiert er in weiterer Folge darauf. So weit so logisch.

Doch nun kommt das große Aber: Es reicht nicht, allein an das Lebensmittel, das man sich abgewöhnen will denkt. Sondern man muss schon viel Zeit haben, um das Genussmittel-Wegdenken professionell zu betreiben. Nach Morewedge muss man sich nämlich jede Einzelheit vorstellen. Am Beispiel Vanillekipferl: Daran riechen, abbeißen, kauen, schlucken, Nachgeschmack vorstellen, … und, und und. 30 Mal hintereinander ließ der Psychologe seine Probanden an das Verzehren einzelner Speisen denken, bevor sich der Erfolg einstellte.

Bleibt nur noch die Frage: Was machen jene, die überzeugt sind, dass sie allein „vom Drandenken schon dick“ werden?

Damit verabschiedet sich der karriere.blog in eine kurze Weihnachtspause – am 27. Dezember sind wir wieder da. Bis dahin wünschen wir allen Lesern einige ruhige, nette Tage im Kreis der Lieben und Frohe Weihnachten. Genießen Sie es! Jeden Keks, jedes Glas Wein, jedes Stück Kuchen! Sie haben es sich verdient.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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