Neujahrsvorsätze: Was wir uns nicht alles vornehmen und warum es (fast) nie funktioniert

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 29. Dezember 2010 um 15:33

Weil man ja nie wirklich ganz zufrieden mit sich selbst sein kann, haben sie dieser Tage wieder Hochkonjunktur in unseren Breiten: Neujahrsvorsätze. Weniger essen, trinken, rauchen, ausgehen, Geld ausgeben, vor dem Computer sitzen, Fernsehen, Stress haben, arbeiten, etc. etc. etc…

Trotzdem: Laut einer aktuellen Studie liegen wir Österreicher was Neujahrsvorsätze angeht weit hinter dem europäischen Durchschnitt. Was schlägt hier durch? Österreichische Gemütlichkeit? Resignation à la „bringt eh alles nichts“? Oder gar Hoffnungslosigkeit?

Letzteres wird hoffentlich ja doch nicht den Ausschlag dafür geben, dass sich drei von vier Bewohnern der Alpenrepublik gleich gar keine Vorsätze für das neue Jahr machen. Obwohl – laut der traditionellen Silvester-Studie der IMAS-Meinungsforscher blicken die Landsleute derzeit nicht ganz so optimistisch in das Jahr 2011.
Jedenfalls hinkt die Motivation der Österreicher, ihr Leben zum Positiven zu verbessern, deutlich hinter dem Vorsatz-Ehrgeiz anderer Europäer hinterher. Das belegt nun die „Centrum Energy Studie“ des Pharma-Riesen Pfizer unter mehr als 7000 Befragten in 15 europäischen Ländern. Was der wissenschaftliche Wert folgender Erhebungsergebnisse ist, steht zwar noch in den Sternen – es scheint jedoch wichtig zu wissen, dass:

  • Mit 86 Prozent die Italiener am häufigsten fest entschlossen sind, mit besten Vorsätzen dem inneren Schweinehund ein Schnippchen zu schlagen – im Vergleich dazu sind die Österreicher mit 27 Prozent weit abgeschlagen.
  • Die Europäer 2011 vor allem Wert auf Sport und Bewegung (70 Prozent) und bessere Ernährung (66 Prozent) legen.
  • 73 Prozent der Befragten aus Irland im Winter mit Müdigkeit und Energielosigkeit zu kämpfen haben.
  • Fehlende körperliche Betätigung (59 Prozent), die Arbeit (53 Prozent) und zu wenig Freizeit (48 Prozent) die größten Energieräuber sind.
  • Fast zwei Drittel der Österreicher der Meinung sind, dass ihr Liebesleben unter der Müdigkeit leidet.

Die gute Nachricht ist: Glaube versetzt Berge. Wer von seiner eigenen Willenskraft überzeugt ist, kann Neujahrsvorsätze deutlich besser einhalten – das wollen zumindest die Universitäten von Zürich und Stanford herausgefunden haben. Überdies ist anzuraten, die großen Neujahrsvorsätze nicht an die große Glocke zu hängen. Schließlich erspart man sich bei etwaigem Scheitern die eine oder andere peinliche Stichelei.

Der Hauptgrund übrigens, warum sieben von zehn Vorsätzen nicht eingehalten werden, liegt laut dem Psychologen Franz J. Schaudy, darin, dass man nicht Vorsätze aufstellen sondern stattdessen Entscheidungen treffen sollte. Wie er im Wirtschaftsblatt-Interview ausführt, sollte man seine Entscheidungen dann in mehrere Einzel-Ziele umwandeln, damit diese auch realistisch umsetzbar sind.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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