Vorurteile adé – mit Zwang geht gar nichts

von in Arbeitsleben am Dienstag, 12. Juli 2011 um 16:33

„Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil“, soll Albert Einstein gesagt haben. Womit er nicht ganz Unrecht gehabt haben dürfte. Eine kanadische Studie belegt nun, dass es tatsächlich schwer ist, vorgefasste Meinungen aufzuspalten – wenn man diese mittels Zwang abbauen möchte. Dann nämlich würden Vorurteile sogar noch verstärkt. Erfolgreich sei nur, wenn man Menschen ihren eigenen Nutzen aus abgelegten Vorurteilen aufzeigt und erklärt.

Jeder hat Vorurteile. Auch im Berufsleben. Gegenüber Arbeitskollegen („XY leistet weniger, weil sie öfters Rauchpausen macht.“), anderen Abteilungen („Die geben das Geld aus, das wir verdienen!“) oder gar dem Chef („Er sonnt sich nur im Licht unserer Leistungen.“). Ob berechtigt oder nicht – Vorurteile können ein funktionierendes Arbeitsgefüge massiv beeinträchtigen. Denn persönliche Animositäten und Vorurteile zwischen Einzelpersonen oder Abteilungen machen – sind sie erst einmal ausgeprägt genug – professionelle Zusammenarbeit nur schwer möglich. Und das schmälert logischerweise die Erfolgsaussichten des gemeinsamen Projektes, das sich Unternehmen nennt.

Glaubt man einer Studie der kanadischen Forscher Jennifer Gutsell, Lisa Legault und Michael Inzlicht von der University of Toronto, über die science.orf.at berichtet, hilft es in solchen Fällen wenig, wenn der Chef die beteiligten Kollegen zur Räson aufruft. Denn Anweisungen à la „Jetzt reißt euch zusammen“ wirken, so die Studienautoren, bestenfalls kontraproduktiv. „Die Menschen müssen glauben, frei entscheiden zu können, ob sie Vorurteile haben oder nicht, anstatt eine Einstellung aufgezwungen zu bekommen“, zitiert das ORF-Science-Portal Forscherin Legault.

Was bedeutet das für Führungskräfte? Kommunikation. Argumentative Arbeit. Einzelgespräche. Mühsam, unumgänglich und oft vernachlässigt.

Redaktion

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