Vorstellungsgespräch: Fünf Dinge, die Sie davor unbedingt erledigen sollten

von in Bewerbung, Jobsuche am Dienstag, 31. Mai 2011 um 14:51

„Wir würden Sie gerne näher kennenlernen und deshalb zu einem Bewerbungsgespräch einladen…“ So oder so ähnlich beginnen sie meist, Mails oder Telefonate von Personalchefs, denen man Tage oder Wochen zuvor eine anscheinend gute Bewerbung geschickt hat. Yes – geschafft! Die Freude über den Vorstellungstermin weicht aber dann oft schnell der Panik. Was anziehen? Was wollen die von mir wissen? Noch schlimmer: Was wissen die schon von mir?! Fünf Dinge, die Sie machen sollten, ehe sie sich bei Ihrem neuen Chef vorstellen.

1. Rahmenbedingungen checken

Schauen Sie, dass alle Formalitäten möglichst bald geklärt sind. Klingt banal, aber Fettnäpfchen im Bewerbungsgespräch entstehen oft dadurch, dass die einfachsten Dinge unterschätzt werden: Wie komme ich am besten zur betreffenden Firma? Wie weit ist es von der nächstgelegen Busstation noch zu Fuß? Habe ich einen Babysitter?
Und – um Fettnäpfchen vorzubeugen – checken Sie Ihre Ansprechpartner: Wie heißt der HR-Mensch, mit dem Sie in Kontakt standen? Wie heißt der Personalchef? Wer ist Generaldirektor, wer wird mein Abteilungsleiter sein? Fragen, die in den meisten Fällen jede Firmen-Website klären kann. Prägen Sie sich Gesichter und Namen ihrer wichtigsten Ansprechpartner ein. Denn nichts ist peinlicher, als wenn Sie den künftigen Chef mit falschem Namen grüßen.

2. Worauf legt die Firma wert?

Im Idealfall haben Sie das schon erledigt, bevor Sie überhaupt Ihr Bewerbungsschreiben abgesetzt haben: Die Firmenphilosophie gecheckt. Wenn Sie den Job unbedingt wollen, sollten Sie auch im Bewerbungsgespräch überzeugend vermitteln können, dass Sie perfekt ins Unternehmen passen. Also: Bank bedeutet Hosenanzug (Frau) oder Anzug (Mann). Fragen Sie dafür – wenn vorhanden – Bekannte im Unternehmen oder in vergleichbaren Betrieben. Checken Sie gegebenenfalls die Facebook-Karrierepage des Unternehmens. In Karriererubriken von Firmenwebsites finden sich in vielen Fällen Advertorial-Berichte von Trainees und anderen Angestellten. Klicken Sie die Bildgalerien durch. Auch wenn es mit Ihrer Bewerbung nicht direkt etwas zu tun hat: Sie schärfen damit Ihre Sinne für das Unternehmen – und sei es nur in Hinblick auf Ihr Bewerbungs-Outfit und Ihr Auftreten im Bewerbungsgespräch.

3. Leichen im Facebook-Keller entfernen

Noch irgendwelche Leichen im Facebook-Keller? Partyfotos vom letzten Mallorca-Urlaub, als Sie gerade per Arschbombe den Sangria-Bottich zu entern versuchen? Sicher, alles lässt sich argumentieren. Und nicht alle Personalchefs checken ihre Bewerber im Social Web auf Herz und Leber. Jene, die es jedoch machen, bilden sich trotzdem ihr Urteil. Und dem sollte man vorbeugen. Also: Die eigene Online-Reputation checken und gegebenenfalls gegensteuern. Motto: Das Bild, das ich im Social Web male, muss ich auch verkaufen können.

4. Was werde ich eigentlich arbeiten?

„Ich weiß eigentlich gar nicht, was eure Firma überhaupt genau macht. Aber eure Website schaut nett aus.“ Kein Scherz, sondern der O-Ton einer jungen Bewerberin. Denken Sie daran: Mit Ihrer Bewerbung  symbolisieren Sie, einen großen Teil ihrer Zeit und Arbeitsleistung für die Interessen eines Unternehmens einsetzen zu wollen. Schon vorab zu wissen, wofür genau Sie das tun wollen, sind Sie nicht nur sich selbst schuldig. Je mehr Sie über das Unternehmen wissen, umso besser stehen auch Ihre Chancen beim Vorstellungsgespräch. Wieder einmal: Firmenwebsite – Rubriken: „Über uns“ bzw. „Unternehmensgeschichte“, „“News/Aktuelles“ und/oder die Rubrik „Presse“. Ebenfalls immer ein heißer Tipp: Firmenberichte aus den Online-Archiven von Tages- und Regionalpresse.
Keine unnütze Anstrengung, sondern Hilfestellung dafür, sich optimal zu verkaufen: Indem Sie wissen, was Ihr Aufgabengebiet in dem Gesamtkonstrukt sein wird.

5. Fragen, Fragen, Fragen!

„Wer nichts fragt, bleibt dumm.“ – So heißt es schon in der Titelmelodie der Sesamstraße. Beim Vorstellungsgespräch dienen Fragen darüber hinaus nicht nur dem eigenen Wissensgewinn. Mit guten, intelligenten Fragen zum Unternehmen positionieren sich Bewerber darüber hinaus als scharfsinnige, interessierte Zeitgenossen, denen es eben nicht egal ist, wo sie arbeiten. Wie auch für gute Journalisten gilt: Vorbereitung ist alles.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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