Vom Tellerwäscher zum Millionär: Österreich glaubt daran

von in Arbeitsleben am Dienstag, 16. April 2013 um 09:46

Vom Tellerwäscher zum Millionär. Wer diese Bezeichnung des sozialen (und vor allem finanziellen) Aufstieges nur mit den Vereinigten Staaten von Amerika verbindet, der irrt. Denn wie eine aktuelle IMAS-Studie zeigt, ist der Glaube daran auch in der österreichischen Bevölkerung stark verankert. Drei Fünftel der Österreicher sind demnach der Meinung, dass es durchaus möglich ist, durch eigene Kraft und Arbeit zu Reichtum und Wohlstand zu kommen.

Größere Kluft zwischen Arm und Reich

Der Aufstiegsglaube ist hoch: Wie die aktuelle Umfrage zeigt, sind 60 Prozent der Österreicher davon überzeugt, dass man sich auch aus ärmlichen Verhältnissen hocharbeiten kann – und das, über alle Bevölkerungsgruppen gleichmäßig verteilt. Die Bevölkerung ist sich zwar sicher, wie die Umfrage weiters zeigt, dass sich die Spannungslinie zwischen Arm und Reich vertieft. Dennoch aber scheint es in Summe nicht unwahrscheinlicher geworden zu sein, den Sprung hinauf zu schaffen. Jedoch: Vor 20 bis 30 Jahren sei der Weg nach oben weniger steinig gewesen, meinen mehr als die Hälfte der Befragten.

Nicht jeder glaubt gleich stark an Hollywood

Nur ein Viertel der Befragten bemerkt keine Veränderung in dieser Frage, knapp jeder Zehnte meint sogar, heute sei ein Aufstieg leichter zu schaffen. Bei genauerer Betrachtung der Auswertung zeigt sich zudem, dass besonders höher Gebildete, Ältere sowie Personen aus ländlicheren Gemeinden eine Karriere à la Hollywood für schwierig halten. Sie sind überzeugt von den heute schwereren Bedingungen für einen sozialen Aufstieg.

Je optimistischer, desto zufriedener

Dass Optimismus gut ist, zeigt ein weiteres Studienergebnis: Denn umso stärker der Glaube an den sozialen Aufstieg, umso mehr hat man auch das Gefühl, dass die Menschen alles in allem zufrieden sind. Diejenigen, die von zufriedeneren Bürgern ausgehen, sind auch deutlich stärker von der Möglichkeit eines sozialen Aufstieges überzeugt. Pessimistisch sind nur zwölf Prozent dieser Personen: Sie meinen, ein Aufstieg aus ärmlichen Verhältnissen sei nicht möglich.

Höflichkeit vor Ehrgeiz

Aufstieg schön und gut, wichtig sind den Landsleuten jedoch andere Werte. Denn fragt man die Österreicher, was ihnen bei der Kindererziehung wichtig ist, liegen Eigenschaften und Werte wie Sparsamkeit, Höflichkeit und Freundlichkeit ganz vorne auf der Erziehungs-Wunschliste. „Ehrgeiz, also nach oben streben“ liegen hingegen nur im Mittelfeld.

Bildnachweis: inxti / Quelle Shutterstock, Grafiken IMAS

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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