Vergeudete Talente: Unternehmen verspielen leichtfertig Kontakte

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt, HR am Dienstag, 5. März 2013 um 11:34

Der Praktikant von heute könnte der gesuchte Mitarbeiter von morgen sein, oder? Grundsätzlich ja, denn wie eine aktuelle Studie zeigt, beurteilt ein Großteil der jungen Menschen die ersten Arbeitserfahrungen als gut und hätte Interesse daran, den Kontakt zum Unternehmen für später aufrecht zu erhalten. Doch wie sieht es seitens der Unternehmen aus? Nicht sehr glücklich, zeigt die IntraWorlds-Studie weiter. Diese haben großen Nachholbedarf beim Binden von Talenten, verspielen Kontakte zu wertvollen Kandidaten oft leichtfertig. Besonders große Unternehmen enttäuschen in der Talente-Bindung.

Erste Erlebnisse prägen

Der erste Kontakt junger Menschen mit der Arbeitswelt passiert meist wie? Richtig: durch  Praktikas, Ferialjobs oder als Werkstudent. Und die ersten Erfahrungen in der Arbeitswelt prägen ebenso, wie der erste Schultag einen Schüler. Umso erfreulicher ist es, dass 80 Prozent der befragten Young Professionals positive Erfahrungen im ersten Job machen. Diese Erlebnisse sollten eigentlich ein Potenzial für die Zukunft sein und könnten als wichtiger erster Kontakt den Grundstein für eine spätere Karriere in dem Unternehmen legen.

Besonders große Firmen verschlafen die Chancen

Könnten. Denn in der Realität „verschlafen“ vor allem große Unternehmen die vielen Möglichkeiten zur Talente-Bindung. Diese wären etwa Einladungen zu Veranstaltungen, aktuelle Firmeninfos oder Ähnliches. Derzeit sind nur 37 Prozent der Befragten mit dem Talent Relationship Management der Unternehmen zufrieden, fast die Hälfte hält dieses gar für schlecht, 17 Prozent haben den Kontakt zum ersten Unternehmen deshalb bereits verloren. Dabei birgt das rechtzeitige Binden von Talenten enormes Potenzial. Einerseits, dem Fachkräftemangel vorzubeugen, andererseits für erfolgreiches bzw. gelungenes Employer Branding.

Ja zu Talentenetzwerken

Um es zu schaffen, in Kontakt mit den jungen Ehemaligen zu bleiben, bieten sich vor allem eigene Talentenetzwerke an. Die Mitglieder können Kontakt zum Unternehmen sowie anderen Absolventen halten. Die Bereitschaft, einem solchen Netzwerk beim jeweiligen Unternehmen beizutreten ist übrigens groß. Mehr als zwei Drittel aller Befragten würden trotz vieler schon bestehender Angebote eine Unternehmens-Community gerne nutzen.

Bildnachweis: alphaspirit / Quelle Shutterstock, Grafiken: IntraWorlds

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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