Unvorteilhafte Vornamen: Kampf gegen die Vorurteile

von in Bewerbung, Jobsuche am Freitag, 10. August 2012 um 09:23

Vorurteile zu haben ist nichts Schönes und sicher nichts, auf das man stolz sein sollte. Aber auch dann, wenn man sein Bestes gibt und sich als vorurteils-freie Mensch bezeichnen würde, gibt es sie doch: die versteckten und meist unbewussten Meinungen – etwa über Menschen mit gewissen Vornamen. Sei es in der Schule oder im Beruf, gewisse Vornamen machen das Leben eben – sagen wir es diplomatisch – nicht gerade einfacher. Eine neue Untersuchung bestätigt diese Annahme.

Alexander und Julia vs. Kevin und Chantal

Schon aus früheren Forschungen weiß man, dass manche Namen im deutschsprachigen Raum als besonders vorteilhaft, andere wiederum als besonders unvorteilhaft empfunden werden. Zu den Vornamen, die etwa in Deutschland als vorteilhaft für das eigene Fortkommen gewertet werden, zählen Alexander oder Julia. Namen wie Kevin oder Chantal hingegen wirken sich unter Umständen negativ auf manche Lebensbereiche aus. Ob ein unvorteilhafter Name dazu führen kann, dass man von anderen Personen weniger beachtet wird, sowie sich dies auf verschiedene Bereiche des Lebens auswirkt, haben Forscher nun untersucht, wie die Plattform Forschung erleben berichtet.

Nomen est omen

Um zu ermitteln, welchen Einfluss der Vorname auf die Wahrnehmung durch andere Menschen hat, haben sich die Forscher auf die Daten einer Online-Partnervermittlungsagentur berufen. Dort werden Partnersuchenden Vorname, Alter und Wohnregion der Bewerber gezeigt – erst wenn auf eine Person „geklickt“ wird, werden mehr Informationen sowie auch Fotos gezeigt. Da Alter und Wohnort Faktoren sind, die die Suchenden aufgrund ihrer eigenen Situation beurteilen, ist zu Beginn der Vorname der einzige persönliche Faktor, der für oder gegen ein Anklicken spricht. Anhand der Klickhäufigkeit konnten die Forscher eindrucksvoll erkennen, dass Personen mit einem weniger vorteilhaften Namen verhältnismäßig seltener angeklickt wurden – teilweise nur halb so oft. Drei Studien mit insgesamt mehr als 11.000 Teilnehmenden führten zu dem Ergebnis, dass Namen wie (er muss schon wieder herhalten) Kevin oder Justin weniger beachtet werden.

Qualifikation vs. Vorname

So viel zur Studie. Im wirklichen Leben aber, dies heben die Forscher  hervor, können wir einen unvorteilhaften Vornamen durch andere Qualifikationen weitgehend ausgleichen. So mag ein Name auf den ersten Blick zwar für sich sprechen, doch meist wird im Leben zweimal hingesehen. Und ein Lehrer etwa, der einen Kevin seinen schlausten Schüler nennen darf, der wird seinem nächsten Schüler mit diesem Namen ganz anders begegnen. Und Kevin selbst kann quasi als Markenbotschafter zeigen, dass er Köpfchen hat und dass es die Vorurteile sind, die doof sind.

Fotonachweis: Colourbox

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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