Jeder dritte Arbeitnehmer fühlt sich im Job unterfordert

von in Arbeitsleben, HR am Mittwoch, 9. Mai 2012 um 10:22

Die Mischung macht’s – auch beim Arbeitspensum und der Arbeitsintensität. Denn jeder weiß: Ein Job, der einen nicht fordert, ist auf Dauer auch nicht wirklich reizvoll. Und dass chronische Überbelastung im Job der direkte Weg ins Burnout sein kann, belegen zahlreiche Untersuchungen. Wie empfinden aber die österreichischen Arbeitnehmer ihre Arbeitssituation: Fühlen sie sich eher über- oder unterfordert? Und wie sehen Unternehmensvertreter die Themen Stress, Burnout & Co.?

karriere.at fragte im vergangenen Monat 586 Arbeitnehmer per Online-Umfrage: Wie stark fordert Sie Ihr Job? Mit teilweise überraschenden Ergebnissen. Denn etwas mehr als ein Drittel der Befragten (34 Prozent) fühlt sich im aktuellen Arbeitsverhältnis unterfordert! Andererseits sehen sich fast ebenso viele, nämlich 29 Prozent an ihren Belastungsgrenzen. Jeder sechste Umfrage-Teilnehmer (16 Prozent) denkt, in seinen Aufgaben genau richtig belastet zu sein und wertet den dabei entstehenden Stress als positiv. Und jeder Fünfte gibt als Antwort: „Geht so. Mehr soll es nicht mehr werden.“

Spannend ist in dieser Hinsicht vor allem, wie Unternehmensvertreter, also Firmenchefs, Führungskräfte und HR-Manager, die Belastung ihrer Untergebenen einschätzen bzw. wie sie allfälligen Überbelastungen bei Mitarbeitern begegnen: Denn jeder Zweite der 162 Befragten (47 Prozent) gab an, dass Anti-Stress-Vorsorge Privatsache der Betroffenen sei. Aktive Vorsorge betreibt immerhin jeder fünfte Betrieb (22 Prozent), genauso viele machen die Arbeitsbelastung zum Thema in Mitarbeitergesprächen. Weitere neun Prozent der per Online-Voting Befragten sind davon überzeugt, dass die Arbeitsbelastung ihrer Mitarbeiter nicht zu hoch sei.

„Die richtige Mischung im Belastungslevel der Mitarbeiter zu finden ist eine der größten Herausforderungen für verantwortungsbewusste Führungskräfte“, sagt karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid und betont, dass kein Weg an persönlichen Gesprächen vorbeiführe: „In Mitarbeitergesprächen sollte nicht nur Raum für die Beurteilung der Leistungen von Arbeitnehmern sein, sondern auch für das Besprechen von allgemeinen Arbeitsbedingungen.“

Bildnachweis: Colourbox.com

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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