In den Unternehmen geht zu viel Wissen verloren

von in HR am Donnerstag, 29. August 2013 um 10:10

„Die Wissenden reden nichts, die Redenden wissen nichts.“ Dieses chinesische Sprichwort trifft leider auch auf die Wissensverbreitung in manchen Unternehmen zu. Wie eine aktuelle Studie zeigt, stoßen zwei von drei (!) Angestellten auf wenig Unterstützung wenn es darum geht, Fachwissen im Betrieb verfügbar zu machen.

Gegen die Kultur der Unwissenheit

Doch damit nicht genug. Laut der Studie des IT-Dienstleisters Beck et al. in Zusammenarbeit mit Q_PERIOR meinen zwei Drittel der Mitarbeiter sogar, dass ihre Arbeitgeber das Teilen von Informationen behindern würden. Und das ist mehrfach unklug. Die wichtigsten Gründe gegen die Kultur der Unwissenheit sind hier zusammengefasst:

Fünf Gründe, Wissen teilbar zu machen

  1. Motivation: Für den Einzelnen kann es sehr motivierend sein, das eigene – zum Teil mühsam erworbene – Wissen zu teilen. Dies kann den Selbstwert steigern, positiv auf das Teamgefüge einwirken und zudem die Bindung an das Unternehmen stärken.
  2. Fixierung: Gelerntes wird durch Wiederholungen stärker verinnerlicht – „leere Kilometer“ werden minimiert.
  3. Vorsorge: Wissen, welches nur bei einem Mitarbeiter liegt, geht mit dessen Abgang verloren. Sind mehrere Mitarbeiter eingeweiht, ist der Verlust bei einem möglichen Ausfall für das Unternehmen geringer.
  4. Kostenersparnis: Interne Schulungen und Trainings durch Kollegen sind meist nur mit Arbeitszeit, nicht aber mit finanziellen Aufwänden verbunden.
  5. Wettbewerbsfähigkeit: Motivierte Mitarbeiter mit aktuellem Wissensstand sind das Um und Auf, um im internationalen Wettbewerb vorne mitmischen zu können.

Schwachstelle Kommunikation

redeverbotDie Vorteile liegen auf der Hand – wo also liegt der Hund begraben? Laut Studie ist die Antwort einfach: Im Kommunikationsstil am Arbeitsplatz. Jeder dritte Angestellte gab demnach an, dass eine offene Kommunikation nur innerhalb der gleichen Hierarchiebene möglich sei. Weiters gaben mehr als ein Viertel der über 100 Befragten an, dass es eine strikte Top-Down-Kultur oder zu starre Kommunikationsregeln im Unternehmen gebe. Die Nachteile, die sich daraus ergeben, liegen auf der Hand: Lange Dienstwege erschweren den Mitarbeitern die rasche und unkomplizierte Weitergabe von Wissen oder Informationen.

Wissensmanagement ermöglicht Innovationsfähigkeit

geld_verlieren„Das Wissensmanagement in die täglichen Arbeitsprozesse zu integrieren, stellt eine der wichtigsten Maßnahmen dar, um eine hohe Innovationsfähigkeit im eigenen Unternehmen zu gewährleisten“, kommentiert Oliver Wucher von Q_PERIOR. „Zwei von drei Angestellten begreifen sich heutzutage bereits als so genannte Knowledge-Worker, die ihr Fachwissen effizient koordinieren müssen. Die Industrie verkürzt Innovationszyklen bei neuen oder verbesserten Produkten immer mehr. Firmen, die sich durch einen stockenden Informationsfluss von Mitbewerbern abhängen lassen, verlieren dabei mitunter richtig Geld.“

Potenzial liegt brach

Collaboration-Tools, die sich von jedem Computer aufrufen lassen, können hier Abhilfe verschaffen. Jedoch: 55 Prozent der Firmen, die bereits Erfahrungen mit Social Business Collaboration gesammelt haben, nutzen diese Möglichkeiten in der Praxis kaum aus. Unverständlich, so Beck et al.-Geschäftsführer Siegfried Lautenbacher.

Collaboration-Tools auf für KMU

workflow„Das Leistungsspektrum aktueller Collaboration-Software reicht weit über eine verbesserte Zusammenarbeit unter Kollegen eines Unternehmens hinaus. Mit der Anbindung von Partnern und Kunden lassen sich zum Beispiel qualifizierte Feedback-Kanäle schaffen, um die eigenen Prozesse für wichtige Marktsignale zu öffnen. Das gilt auch für Klein- und mittelständische Unternehmen, die etwa Außendienstmitarbeiter an interne Workflows anbinden wollen“, betont Lautenbacher, dass Social Business Collaboration nicht nur für Großkonzerne geeignet ist.

Bildnachweis: Kamira / Quelle Shutterstock, GlebStock / Quelle Shutterstock, Quintanilla / Quelle Shutterstock, Viorel Sima / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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