Unsympathischer Chef – der Hauptgrund für abgelehnte Jobs

von in Arbeitsmarkt, HR am Mittwoch, 7. Mai 2014 um 10:41

Nicht jeder neue Job ist automatisch eine Verbesserung. Diese Erfahrung machen viele Arbeitnehmer nach den ersten Wochen in einem neuen Unternehmen. Dass sich Jobsuchende heute vor Dienstantritt aber immer genauer informieren, was eine neue Stelle zu bieten hat, zeigt eine aktuelle Studie: Mehr als jeder Zweite hat bereits ein Angebot ausgeschlagen – meist wegen fehlender Sympathie zur Führungsebene.

Das Anforderungsprofil passte wie die Faust aufs Auge, der Bewerbungsprozess lief glatt und die Freude war riesig – Willkommen im neuen Job! Umso größer die Ernüchterung, als der neue Arbeitsplatz nicht das hielt, was er eigentlich versprochen hatte.

Doppelt groß ist die Enttäuschung dann, wenn die Aufgaben eigentlich spannend wären aber einfach keine gute Stimmung beim Arbeiten aufkommt. Laut einer aktuellen Umfrage von Office Team, für die 200 Arbeitnehmer im Assistenz- und kaufmännischen Bereich befragt wurden, dürfte der Großteil der Studienteilnehmer bereits schlechte Erfahrungen gemacht haben: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) hat nämlich bereits einmal ein Jobangebot ausgeschlagen.

Kein Draht zum Chef in spe!

Warum? In den häufigsten Fällen war es der künftige Vorgesetzte, der es Kandidaten unmöglich machte, für ein Unternehmen zu arbeiten. 19 Prozent sprechen von mangelnder Sympathie zu ihrem Chef in spe oder uninteressanten Aufgaben. Für weitere 17 Prozent sprang der Funke in punkto Unternehmenskultur nicht über. Und 16 Prozent lehnten wegen eines zu langen Arbeitsweges ab.

„Damit haben Unternehmen direkteren Einfluss darauf, ob sie als Traumarbeitgeber wahrgenommen werden, als sie ahnen. Betriebe, die ihrer Belegschaft ein attraktives Gesamtpaket anbieten, können sich auf deren Firmentreue verlassen und müssen Abwerbeversuche deshalb nicht fürchten“, resümiert Sven Hennige von Robert Half die Umfrageergebnisse.

Kein Wechsel, wenn Familie leidet

Dabei wären Mitarbeiter durchaus bereit, einiges für eine neue Position auf sich zu nehmen. Mehr als jeder Dritte (36 Prozent) würde sich für den Traumjob sogar in eine neue Branche einarbeiten, ein Viertel (28 Prozent) will sich für einen angestrebten Wechsel auch weiterbilden. Dass man sich mit einem neuen Job auch finanziell verbessern will, steht jedoch auch fest: Nur 9 Prozent würden ein geringeres Gehalt akzeptieren, die wenigsten (4 Prozent) Zeit mit der Familie für einen neuen Job opfern wollen.

Jeder Vierte ist bereit für neuen Job

Doch wie ist überhaupt die Ausgangslage im Bereich Assistenz? Grundsätzlich herrscht hier Zufriedenheit. 33 Prozent sagen, derzeit in ihrem Traumjob zu arbeiten, etwas weniger würden zwar nicht ganz so weit gehen, streben aber aktiv keinen Wechsel an. Jeder vierte Befragte gab jedoch an, sich beruflich verbessern zu wollen. Nur 12 Prozent haben völlig resigniert.

Bildnachweis: Jirsak / Quelle Shutterstock

 

 

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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