Teilzeit, freier Dienstvertrag & Co.: Flexibel, dafür unzufrieden

von in Arbeitsleben, HR am Freitag, 27. Januar 2017 um 11:25

Ein fixer Job mit festem Einkommen gibt Sicherheit. Flexible Modelle werden oft gewünscht, bringen aber Nachteile mit sich. Denn je unsicherer das Arbeitsverhältnis, desto unzufriedener das Leben. Der aktuelle Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer OÖ hat die Zusammenhänge zwischen Jobsicherheit und Zufriedenheit genauer untersucht.

Werde ich meinen Job nächstes Monat noch haben? Was passiert, wenn mein aktueller Vertrag ausläuft? Diese Fragen müssen sich viele der Arbeitnehmer stellen, die nicht in fixen Dienstverhältnissen arbeiten. Mit der Unsicherheit bezüglich der beruflichen Zukunft gehen oft auch psychische Belastungen und Existenzängste einher. Der Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer hat ausgewertet, wie sich atypische Jobverhältnisse auf die eigene Zufriedenheit und Gesundheit auswirken.

Je unsicherer, desto unzufriedener

Nicht jedes atypische Jobverhältnis ist unsicher, aber: Die Unzufriedenheit unter jenen, die Teilzeit, geringfügig, in Leiharbeit oder mit befristetem Vertrag arbeiten ist jedoch höher als unter Arbeitnehmern mit fixem Job. Wer nicht sicher weiß, ob sein Dienstverhältnis verlängert wird oder ob der Sprung aus der Teilzeitarbeit gelingen wird, kann seine Zukunft kaum planen. Die Angst vor dem Jobverlust oder finanzielle Sorgen können sogar zu psychischen Erkrankungen führen.

Dazu einige Daten aus dem Arbeitsklima Index:

  • Weniger als die Hälfte der Beschäftigten in unsicheren Arbeitsplätzen ist mit ihrer sozialen Position und den Rechten zufrieden.
  • Ist der Job halbwegs gesichert, sind mehr als drei Viertel der Arbeitnehmer mit Rechten und ihrer Position zufrieden.
  • Ein Blick auf’s Gehalt: Mit dem Einkommen sind nur 31 Prozent der Beschäftigten in unsicheren Jobs zufrieden. Bei jenen mit sicheren Arbeitsplätzen sind es zwei Drittel.
  • Die Arbeit laugt aus – das geben 26 Prozent der Beschäftigten mit unsicherem Job an. Mehr als doppelt so viele als bei Personen mit sicherem Job.
  • Trotz prekärem Arbeitsverhältnis Spaß im Job? Das ist nur bei 31 Prozent der Arbeitnehmer der Fall.

Erschöpfung, Verdauungsbeschwerden, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, hoher Blutruck und Muskelverspannungen sind nur einige der Dinge, die Arbeitnehmer auf unsicheren Arbeitpslätzen laut Arbeitsklima Index häufig beklagen. Die eigene Gesundheit muss aber oft warten: Wer um seinen Job bangt, geht nämlich öfter krank zur Arbeit. Die Angst um den eigenen Job führt außerdem zu erhöhtem Stress, der manchmal mit Medikamenten bekämpft wird.

Zum Arbeitsklima Index

Der Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 19 Jahren die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer. Er wird von SORA und IFES im Auftrag der Arbeiterkammer Oberösterreich vierteljährlich erhoben. Weitere Daten aus dem Index sind hier zu finden.

Bildnachweis: Brian A Jackson / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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