Der erste „Undercover Boss“ im Interview: „Werde mir das mein Leben lang merken“

von in Arbeitsleben, HR am Montag, 21. Januar 2013 um 11:32

„Ich kannte die Sendung nicht, hab das Konzept aber erklärt bekommen und gleich gesagt: Das mach ich“, schildert Klaus Schierhackl, Asfinag-Vorstandsdirektor und erster „Undercover Boss“ des neuen gleichnamigen ORF-Formats. Verkleidet und mit neuer Identität ausgestattet, schlüpften erstmals auch österreichische Topmanager in die Rolle von Hilfsarbeitern und Praktikanten. Die erste Sendung wurde nun ausgestrahlt, bis zu 600.000 Zuseher verfolgten Klaus Schierhackl alias Karl Resch. Wie sein Umfeld auf die Sendung reagiert hat und wie es ihm heute geht, schildert Schierhackl im Interview.

„Die Sorge, entdeckt zu werden, war die größte“

War Ihnen, als die Anfrage zur Teilnahme an der Sendung kam, sofort klar, dass Sie mitmachen?

Klaus Schierhackl: Ja, ich habe spontan gleich gesagt, dass ich das mache. Sicher habe ich überlegt, wie das werden wird. Vor allem die Sorge, entdeckt zu werden, war groß. Das war eigentlich auch die größte Angst. Denn die Chance dieses Projekts ist schließlich einmalig und man weiß, wird man erkannt, ist es gescheitert. Vor allem der erste Drehtag war deshalb sehr spannend.

Wie hat Ihr privates und berufliches Umfeld reagiert?

Klaus Schierhackl: Wir waren natürlich alle gespannt, wie es werden wird und ob ich erkannt werde.

„Wie 45 Minuten positive Energie“

Welche Reaktionen gibt es nach der Ausstrahlung?

Klaus Schierhackl als Arbeiter und als Manager

Klaus Schierhackl als Arbeiter und als Manager

Klaus Schierhackl: Sehr, sehr gute. Die Sendung ist für mich wie 45 Minuten positive Energie. Die Identifikation mit den Mitarbeitern ist groß, die Asfinag hat plötzlich nicht nur ein, sondern viele Gesichter bekommen. Es sind jetzt die Menschen, die im Vordergrund stehen und die anonyme Aktiengesellschaft abgelöst haben. Ich bekomme auch unglaublich viele Nachrichten von Leuten, die mir gratulieren wollen oder auch, die jetzt gerne bei der Asfinag arbeiten würden. Es ist einfach so positiv und die Reaktionen sind überwältigend.

„Ich werde mir das mein ganzes Leben lang merken“

Welche Erfahrung werden Sie in Erinnerung behalten?

Klaus Schierhackl: Die positive Wirkung von Lob ist mir erst so richtig bewusst geworden. Es motiviert extrem und erzeugt einfach eine Stimmung, die nicht vergleichbar ist. Ich werde mir das mein ganzes Leben lang merken. Jeder Mensch spricht darauf an und ja, man weiß es zwar theoretisch aber es ist etwas ganz anderes, wenn man es erlebt.

Gibt es negative Erkenntnisse?

Klaus Schierhackl: Man hat ja gesehen, wie viel die Menschen wegwerfen, und ja, das ist schockierend. Das gibt es aber leider nicht nur auf der Autobahn. Was mich aber wirklich schockiert hat, ist die enorme Geschwindigkeit der Autos, wenn man diese vom Pannenstreifen aus erlebt. Da ist wirklich Vorsicht geboten und ich glaube, dass sich viele Menschen der Gefahr nicht wirklich bewusst sind.

Würden Sie wieder teilnehmen?

Klaus Schierhackl: Zu 100 Prozent ja.

Bildnachweis: ORF/MME

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren