Fehlerkultur: Junge Arbeitnehmer fürchten Konsequenzen

von in Arbeitsleben, HR am Dienstag, 23. Februar 2016 um 11:40

Fehler passieren, auch am Arbeitsplatz. Wie Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter mit Fehlern umgehen, hängt stark von der vorherrschenden Kultur ab. Eine aktuelle Umfrage durch das Beratungsunternehmen von Rundstedt hat 650 deutsche Arbeitnehmer gefragt, wie in ihrem beruflichen Umfeld mit Fehlern umgegangen wird.

Die Ergebnisse zur Fehlerkultur in Unternehmen sind auf den ersten Blick positiv: Nachdem der Fehler passiert ist, können 60 Prozent der Befragten im Team offen darüber sprechen. Die Hälfte der Arbeitnehmer sagt, dass Fehler gemeinsam analysiert werden, um daraus zu lernen. Genauso viele sagen, dass der Zusammenhalt im Team nach einem Fehler sogar gestärkt ist. Ein Chef, der eigene Fehler auch zugeben kann – davon berichten 38 Prozent. Die Ergebnisse zur Fehlerkultur sind aber nicht nur positiv:

  • 25 Prozent machen die Erfahrung, dass bei Fehlern nach einem Sündenbock gesucht wird – die Ursache ist dabei uninteressant.
  • 17 Prozent berichten von Situationen, in denen Missgeschicke verschwiegen werden.
  • Ein Viertel der Befragten berichtet, dass Vorgesetzte die Schuld für eigene Fehler auf Mitarbeiter schieben.
  • Aus Angst vor Reaktionen verschweigen 19 Prozent der Befragten Fehler, die sie gemacht haben.
  • Jeder Fünfte erhält von seiner Führungskraft weniger anspruchsvolle Aufgaben, nachdem ihm ein Fehler passiert ist.

Junge Arbeitnehmer sehen Fehlerkultur kritisch

Das Thema Fehlerkultur sehen Arbeitnehmer zwischen 18 und 35 Jahren deutlich sensibler als ältere Beschäftigte. Jüngere Arbeitnehmer machen häufiger die Erfahrung, dass ein Sündenbock gesucht wird und haben häufiger Angst, einen Fehler offen zuzugeben. Die Gruppe der 50- bis 69-Jährigen bewertet die Fehlerkultur im Unternehmen außerdem positiver als die junge Generation.

Umgang mit Fehlern

Interview zur Fehlerkultur

Warum es oft so schwer fällt, Fehler zuzugeben und wie Führungskräfte fit für Fehlerkultur werden: Wir haben uns mit Expertin Gabriele Cerwinka darüber unterhalten.

Bildnachweis: Mukhina Viktoriia / Shutterstock; von Rundstedt

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.