Überstunden für die Katz‘ – Jeder Sechste arbeitet gratis mehr

von in Arbeitsmarkt, Gehalt am Donnerstag, 8. September 2011 um 10:49

Eine To-Do Liste ist schnell geschrieben. Das Abarbeiten dauert dafür aber umso länger. Wenn am Ende des Tages eigentlich Feierabend angesagt wäre, arbeiten viele weiter und machen: Überstunden. Je nach Abgeltung durch den Arbeitgeber sind diese entweder geliebt oder verhasst. Eine aktuelle karriere.at-Umfrage unter 689 Arbeitnehmern zeigt jetzt die Handhabung von Überstunden in österreichischen Unternehmen auf. Während die meisten Arbeitnehmer Überstunden abgegolten bekommen, müssen 16 Prozent Benefiz-Stunden leisten.

Überstunden sind Alltag. Nur zwei Prozent gaben im Online-Voting an, in ihren Jobs würden niemals Überstunden anfallen. Im Umkehrschluss bedeutet das für 98 von 100 Arbeitnehmern eine Verlängerung der normalen Arbeitszeit. Ob diese lukrativ ist oder nicht, hängt vom Arbeitgeber ab. Rund ein Drittel der Umfrageteilnehmer (34 Prozent) bekommt die zu viel geleistete Arbeitszeit im Rahmen von dienstvertraglich vereinbarten Pauschalen – festgelegt in den sogenannten All-In-Verträgen – abgegolten. Die Möglichkeit des Zeitausgleichs können mit 33 Prozent fast ebenso viele Arbeitnehmer für sich in Anspruch nehmen.

Überstunden voll ausbezahlt zu bekommen ist wohl die finanziell lukrativste Form der Abgeltung. Dies wird allerdings nur bei relativ wenigen Unternehmen praktiziert: Lediglich 17 Prozent gaben an, ihr Gehalt mit Überstunden auf diese Art und Weise aufbessern zu können.

Überstunden als Beitrag zum Arbeitgeber-Image

Bleiben noch jene 16 Prozent der Arbeitnehmer übrig, die ihre Überstunden aus gutem Willen leisten. Oder drastischer formuliert: Für die Katz‘. „Die Frage, ob und wie man als Arbeitgeber mit den Überstunden seiner Mitarbeiter umgeht, sollte sich jedes Unternehmen von Zeit zu Zeit stellen. Gerechte, transparente Modelle der Überstundenabgeltung haben nicht nur wesentlichen Einfluss auf die Mitarbeitermotivation und die Arbeitszufriedenheit. Sie sind auch Teil des Fundaments für den Aufbau und die Pflege eines positiven Arbeitgeberimages“, analyisert karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid die Umfrage.

Die Umfrageergebnisse im Detail

Wie wird in Ihrem Unternehmen mit Überstunden umgegangen? (689 Arbeitnehmer)
Überstunden werden ausbezahlt. 17 Prozent
Überstunden werden durch Zeitausgleich abgebaut. 33 Prozent
Überstunden werden vom Unternehmen nicht erfasst. 16 Prozent
All-In-Verträge decken die Arbeitszeiten ab. 34 Prozent
Es fallen keine Überstunden an. 2 Prozent

Jetzt sind Sie an der Reihe! Welche Erfahrungen haben Sie gemacht und wie wird in Ihrem Unternehmen mit Überstunden umgegangen?

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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