Fleißig wie die Bienen: Warum Überstunden die Arbeitsmoral steigern sollen

von in Arbeitsleben, Arbeitsmarkt am Mittwoch, 19. Dezember 2012 um 11:35

Überstunden stehen in vielen Branchen an der Tagesordnung, welche (positiven) Auswirkungen diese auf die Mitarbeiter haben können, zeigt eine aktuelle Studie. Für diese hat Finanzdienstleister Robert Half Führungskräfte aus dem österreichischen Finanz- und Rechnungswesen befragt. Das überraschende Ergebnis: Ein Drittel der Vorgesetzten ist der Meinung, Mehrarbeit der Mitarbeiter wirkt sich positiv auf deren Arbeitsmoral aus.

Jeder Zehnte geht nie pünktlich

Überstunden an zwei bis drei Tagen die Woche sind, so das Ergebnis der Umfrage, für 41 Prozent der österreichischen Finanzmitarbeiter keine Ausnahme. Jeder Zehnte verlässt das Büro sogar nie pünktlich. Dass Mehrarbeit sich in irgendeiner Weise negativ auswirken könnten, befürchten hingegen nur 24 Prozent der Chefs. Wie eingangs erwähnt, ist jeder Dritte sogar vom Gegenteil überzeugt. Die Gründe dafür erklärt Sven Hennige von Robert Half: „Viele Führungskräfte projizieren den eigenen Arbeitsstil auf den ihrer Mitarbeiter und werten Überstunden als Engagement und Signal, beruflich schnell vorankommen zu wollen.“

Entlastung und frischer Wind durch neue Mitarbeiter

Fachkräfte würden sich zudem, so Hennige, stärker am Ergebnis als an der Zeit orientieren. Demnach sei Mehrarbeit für sie in der Regel keine große Belastung. Dauerlösung sind Überstunden jedoch keine, erklärt der Experte weiter. „Unserer Erfahrung nach sinkt die durchschnittliche Produktivität in Teams, wenn Mitarbeiter dauerhaft Überstunden leisten müssen. Wir raten Finanzchefs daher, eine vorausschauende Personalplanung zu betreiben. Neue Mitarbeiter entlasten nicht nur die Kollegen, sondern bringen häufig auch neue Ideen und Lösungskompetenzen ins Team. Dies wirkt sich positiv auf die Qualität und Termintreue der Projekte und die zu erfüllenden Aufgaben aus.“

Überstunden sind überschätzt

Dass bezahlte Überstunden oder Zusatzleistungen die Produktivität der Mitarbeiter erhöhen, glauben übrigens nur elf Prozent der österreichischen CFOs. 48 Prozent sehen die Ursache für eine Produktivitätssteigerung hingegen in der Optimierung von Arbeitsabläufen, weitere 41 Prozent sind der Meinung, dass die Mitarbeiter effektiver mit den vorhandenen Ressourcen umgegangen sind. Zusätzliches Personal hingegen war aus der Sicht von 40 Prozent der CFOs für die verbesserte Leistung einer Abteilung ausschlaggebend.

Bildnachweis: Ellijot / Quelle Photocase

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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