Die Arbeitswelt der Frau S. – Welcher Typ ist dein Chef?

von in Arbeitsleben am Montag, 9. Februar 2015 um 11:39

Guter Kumpel, völliger Chaot oder doch eher Vollblutboss? Unsere Frau S. hat sich ein paar Gedanken zu verschiedenen Chef-Typen gemacht. So verschieden Führungskräfte auch sind: Am Ende sollte man mit allen möglichst gut auskommen.

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Mein Chef, mein Typ?

Die Welt der Vorgesetzten scheint manchmal eine ganz eigene zu sein. Die unterschiedlichsten Typen und Charaktere wird man hier vorfinden. Vom brüllenden Löwen bis hin zum bunten Vogel gibt es einfach alles. Manche strahlen bereits von weitem diesen besonderen Glanz von Führungskraft aus, andere wiederum sind auf den ersten Blick kaum von den eigenen Angestellten zu unterscheiden.

Ab in die Schublade

Natürlich kann man nicht jeden Chef in eine Schublade stecken und mit einem Typisierungs-Siegel versehen. Allerdings kommt man bei längerer Betrachtung und bei Auswertung einiger Erfahrungsberichte auf mögliche Klassifizierungen. Für drei Typen habe ich mich hier vorab einfach mal entschieden. Wer weiß, vielleicht entdeckt hier der eine oder die andere seinen eigenen Vorgesetzten wieder?

Typ: Best Buddy

Dieser Vorgesetzte ist der total umgängliche Typ, macht gleich auf gute Freunde und wünscht sich eine lockere Atmosphäre. Jeder soll sich wohl fühlen und einen guten Platz zum produktiven Arbeiten vorfinden. Für Anliegen, Vorschläge oder Probleme (manchmal sogar privater Natur) hat er stets ein offenes Ohr und versucht, auf diese einzugehen. Er feiert gerne auch mal nach Büroschluss mit seinen Kollegen und Kolleginnen. Kurzum, es herrscht Friede, Freude, Eierkuchen am Arbeitsplatz.

Kollegen

Vom Kumpel zum Arbeits-Hulk

Dieser Zustand hält solange an, bis ein bestimmter Punkt erreicht ist: Der Business-Punkt. Hier kann es dann schnell aus sein mit der „Freundschaft“. Fakt ist: Er ist der Boss und er ist letztendlich dafür verantwortlich, dass der Betrieb läuft. Ist er gerade gestresst oder steht selbst unter Druck, dann kann der sonst immer so nette und fürsorgliche Chef plötzlich zum knallharten Arbeits-Hulk werden. Als Arbeitnehmer bleibt einem beim ersten Mal „Mutieren“ oft gar nichts anderes übrig, als verwirrt dreinzublicken und sich zu fragen: „Was ist mit dem jetzt plötzlich los?!“
Tipp: Ein gutes Verhältnis zum Vorgesetzten ist Gold wert, dennoch sollte man trotz aller „Freundschaft“ nicht vergessen: Er oder sie ist bei aller Liebe der Boss! Deswegen schadet es bestimmt nicht trotz eines guten Umgangs stets einen kleinen, aber feinen Abstand aufrecht zu erhalten. Dies gilt übrigens für beide Seiten.

Typ: Ich bin hier der Boss!

Dieser Typ ist eine ganz eigene Spezies. Er lässt sich ungern in etwas dreinreden, denn für ihn gilt das Motto: Ich bin der Boss und ich bin der Einzige, der wirklich weiß, wie der Hase läuft. Schön für ihn, eher schlecht für seine „Untergebenen“. Bei diesem Typ von Vorgesetzten ist schon mal Vorsicht geboten. Wer es gewohnt ist, Anweisungen strikt zu befolgen oder auch gerne den Vorgesetzten in „künstlichem“ Licht erstrahlen lässt, wird perfekt mit ihm harmonieren. Jene, die ein Autoritätsproblem haben oder einfach gerne neue Wege zwecks Optimierung, bestreiten wollen, werden hier wohl eher auf Granit beißen. In vielen Fällen ist dieser Typus zusätzlich mit einem Hang zur Eitelkeit ausgestattet. Korrekte Kleidung und diverse Auszeichnungen sind ihm daher besonders wichtig.
Tipp: Eigene Leistungen und Talente sollten bei diesem Vorgesetzten nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt werden. Die eigene Haltung kann durchaus vermittelt werden, allerdings ist hier viel diplomatisches Geschick erforderlich. Wer selbst sehr ausgeglichen und nicht auf regelmäßige Anerkennung angewiesen ist, kann sich hier aber durchaus einen guten Arbeitsplatz schaffen. Angemessenes Verhalten und eine gut sitzende Kleidung sind hier ebenfalls von Vorteil.

Typ: Der Chaot

Bei manchen Vorgesetzten fragt man sich manchmal ernsthaft: „Wie kann so jemand einen Betrieb führen?“. Bei diesem dritten Typ von Chef steht Chaos an erster Stelle. Hier hängt sehr vieles davon ab, ob er ein gutes Team hinter sich hat. Eines, das sehr selbstständig denkt und arbeitet. Das Büro solcher Chefs gleicht oftmals ihrem inneren Wesen: Chaotisch eben. Der Tisch ist voll von abzuarbeitenden Unterlagen und sein Kopf ebenso. Diesem Vorgesetzten kann aber kein fehlender Enthusiasmus vorgeworfen werden. Im Gegenteil, meistens erscheinen sie mehr als motiviert und vor allen Dingen visionär.

Arbeitsplatz

Allerdings fehlt ihnen die nötige Struktur, was die Arbeit der Angestellten oder Arbeiter oft erschweren kann. Besonders schwer wird es, wenn man zwar wüsste wie es geht, dem Vorgesetzten aber nicht in sein Handwerk „pfuschen“ kann.
Tipp: Perfekt für diese Unternehmen sind selbstbewusste und eigenständige Denker und Arbeiter, die das Ding am Laufen halten. Wer gerne Stärken ausbauen und viel – vor allem im Stressmanagement – dazulernen möchte, hat hier bestimmt gute Karten. All jene, die stark von Anweisungen abhängig sind, wären wohl bei Typ 2 besser aufgehoben.

Auf gute Zusammenarbeit!

Vielleicht hat der eine oder die andere hier in einem der Typen seinen Chef oder seine Chefin wieder entdeckt, aber wie gesagt, wir Menschen sind so vielfältig und speziell, dass es schwer fällt, uns in Schubladen zu stecken. Auf alle Fälle wünsche ich allen LeserInnen eine gute Zusammenarbeit mit ihren jeweiligen Vorgesetzen, wie auch immer sie letztendlich gestrickt sein mögen.

Über die Autorin

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

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