Twitter-Sex: US-Politiker macht sich im Netz zum Würstchen

von in Social am Mittwoch, 15. Juni 2011 um 11:01

Anthony Weiner ist demokratischer US-Abgeordneter und galt bis vor kurzem als aussichtsreicher Kandidat für die anstehende Bürgermeisterwahl in New York. Bis er ein Foto von seiner Feinrippunterhose mitsamt dazugehörigen „Private Parts“ auf Twitter gepostet hat. Öffentlich: An 56.000 Follower.

Jetzt ist es schon wieder passiert. Die US-amerikanische Politik kann erneut mit einer „heißen“ Geschichte aufwarten. Nachdem Arnold Schwarzenegger seine Sexgeschichten zumindest während seiner Amtszeit als Gouverneur noch geheim halten konnte, war Anthony Weiner damit nicht ganz so erfolgreich. Seit 2010 verheiratet mit einer engen Vertrauten (die gerade schwanger ist) von US-Außenministerin Hillary Clinton, twitterte sich der 46-jährige jetzt mit einem pikanten Foto um seine Karriere.

Sex im Büro war gestern. Internetsex aus dem Büro ist heute. Am 27. Mai 2011 publizierte Weiner (wird „Wiener“ ausgesprochen und bedeutet übersetzt….naja Sie wissen schon) via Twitter irrtümlich ein Foto seiner geheimsten, dafür umso erregteren Körperregionen. Feinsäuberlich verpackt in eine graue Feinrippunterhose. Gedacht war das Bildchen als private Nachricht für eine US-Collegestudentin. Angekommen ist es als @reply bei seinen 56.000 Followern.

Während er den Fauxpas in den darauf folgenden Tagen heftig dementierte und den Fall als Hoax von Hackern darstellte, nahmen das öffentliche Interesse und damit der Druck aus der eigenen Partei stark zu. Am 6. Juni 2011 gestand Weiner in einer peinlichen Pressekonferenz schließlich tränenreich ein, dass das Foto doch von ihm sei. Er habe seit Jahren Internetsex mit unterschiedlichen Frauen gehabt und dabei explizites Bildmaterial getauscht.

Hier das Video der Pressekonferenz, inklusive Weiners anfänglicher Dementi (via www.karrierebibel.de):

Obwohl Weiner bereits mehrfach zum Rücktritt aufgefordert wurde, will er auf seinem Amt beharren und die Sache aussitzen. Mittlerweile hat sich allerdings auch Präsident Obama zu Wort gemeldet und gemeint: „Ich sage Ihnen, wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich zurücktreten.“ Immerhin droht die gesamte Partei und damit auch der Präsident durch die Affäre Schaden zu nehmen.

Und die Moral von der Geschicht? Wer New Yorker Bürgermeister werden will, sollte nicht nur 3.8 Millionen Dollar Wahlkampfspenden sammeln, sondern der Welt auch tunlichst keine schmuddeligen Twitterbildchen seiner selbst vorsetzen. Das kann böse enden.

Bildnachweis: testfight / photocase.com

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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