Twittern zur Jobsuche: Fünf Schritte, wie Sie sich als Experte positionieren

von in Jobsuche, Social am Dienstag, 22. Februar 2011 um 13:25

Facebooken Sie noch oder twittern Sie schon? Knapp 40.000 Österreicher sind derzeit beim Microblogging-Dienst Twitter registriert – Tendenz stark steigend. Um 10.000 mehr als noch vergangenen September, belegt das Social Media Radar Austria. Was Twitter auszeichnet: Verglichen mit Facebook ist auf Twitter die Experten-Dichte unter den aktiven Usern um ein Vielfaches höher. Potenzial, das man auch für seine Jobsuche nutzen kann, indem man sich finden lässt. Oder auch, weil sich hier Branchen-Trends nahezu in Echtzeit mitverfolgen lassen. Fünf Tipps, wie Sie Twitter erfolgreich zur Jobsuche nutzen.

140 Zeichen. Nicht viel. Aber mehr Platz gibt es eben nicht, um eine Botschaft unter die Leute zu bringen. Eine Botschaft, die für die Empfänger Mehrwert bietet und im Idealfall auch noch unterhaltsam ist. Und die Summe Ihrer Tweets gepaart mit hoher Qualität macht es dann auch aus, „wer“ Sie auf Twitter sind. So einfach ist das. Ein Meister seines Faches – und daher auch Follower-mäßig unangefochtene Nummer 1 (mehr als 18.800) unter den heimischen Twitterern: ZIB 2-Anchorman Armin Wolf. Legendär seine Tweets live aus der ZIB 2: „Was soll ich Politiker XY noch fragen? – Was interessiert Euch?“. Karriere.at schickt seine Tweets täglich an rund 770 Interessierte – Tendenz ebenfalls stark steigend.

Im Vergleich zu Facebook mit seinen 2,3 Millionen Usern in Österreich ist Twitter mit knappen 40.000 ein relatives Randgruppenphänomen (siehe aktuelle Grafik von www.socialmediaradar.at). Relativ hoch ist hingegen die Dichte an Experten aus vielen Bereichen: Beispielsweise Medien, Verkauf, Marketing, Social Media (no na!), SEO, IT – und auch aus der Personalwirtschaft.

Zwar wird die Zahl der Jobs, die direkt von Unternehmen via Twitter ausgeschrieben werden größer, für die Jobsuche direkt hat sich die Plattform bei uns breitenmäßig aber noch nicht durchgesetzt. Umso größer ist jedoch das Potenzial, das Twitter birgt, um sich seine eigene Experten-Brand aufzubauen, wenn man in einem bestimmten Bereich Fuß fassen will.

Fünf Schritte, wie Sie Ihrem Traumjob via Twitter näher kommen

1. Interessant sein – Aktiv sein

Wie immer gilt der Grundsatz: Wer sich erfolgreich im Social Web präsentieren möchte, muss in erster Linie interessant sein. Sprich: Guten Content anbieten. Idealerweise findet man auf Twitter eine gute Mischung aus Information und Unterhaltung. Wer nur blödelt, wird auf lange Sicht nicht ernst genommen. Wer nur Bierernstes von sich gibt, wird auf Dauer keine große Followerschar aufbauen.

Zweiter Grundsatz: Sich als einschlägiger Experte mit eigenem Content zu präsentieren ist um ein Vielfaches besser, als bloß Tweets von anderen weiterzuverbreiten (Retweets). Im Idealfall führen die Shortlinks der eigenen Tweets zu einem guten Teil auf ein persönliches Blog. Und mit Retweets und Verweisen auf andere Blogs, Medien und Info-Seiten garniert man das eigene Thema ergänzend mit zusätzlichem, fremdem Fachwissen. Aktiv an Diskussionen teilnehmen, Fragen stellen (auch direkt an jemanden – @karriere_at zum Beispiel), teilweise polarisieren und den richtigen Leuten folgen – unerlässlich für die „Marke Ich“ auf Twitter.

2. Die Macht von Keywords nutzen

Jede Branche hat ihr Vokabular. Einige charakteristische Wörter tauchen in Tweets von Experten einer bestimmten Fachrichtung immer wieder auf. Diese sollte man sich aneignen und danach trachten, diese auch mehrmals pro Woche in seinen Tweets einzubauen.

3. Hashtags

Das #-Zeichen ist wohl jenes Stilmittel, das Twitter-Neulinge am meisten verwirrt. Oftmals vor einzelnen Wörtern oder Zeichenfolgen wie beispielsweise #Job, #Karriere oder #smepf (=jener Hashtag mit dem karriere.at vom Social Media Expertenforum am Linzer Blue Danube Airport berichtete) gesetzt, bedeutet die Raute nichts anderes, als dass dieses Schlagwort quasi als „Filter“ genutzt werden kann, um sämtliche Tweets, die ebenso mit demselben Hashtag arbeiten, übersichtlich aufzulisten.

Besonders wirkungsvoll ist der Hashtag-Einsatz mitunter, wenn man Konferenzen, Veranstaltungen oder Messen besucht, und via Smartphone „live“ von einzelnen Programmpunkten berichtet. Der Vorteil dabei: Man kann sich damit leicht mit seinem Wissen an die Meute einschlägig interessierter Twitterer anhängen und so seine Eindrücke einem Fachpublikum präsentieren. Auf vielen Veranstaltungen werden die unter einem bestimmten Hashtag gesammelten Tweets auch auf einer sogenannten ‚Twitter-Wall‘ dargestellt. Dabei werden per Beamer sämtlichen themenrelevanten Tweets auf eine Leinwand geworfen, wodurch die virtuelle Paralleldiskussion sichtbar gemacht wird. Da diese Publizität nicht immer allen Vortragenden zuträglich ist (mit Kritik wird via Twitter meist nicht gespart), muss der Einsatz von Twitter-Walls auch wohlüberlegt sein.

4. Die Twitter-Biographie

Sagt aus: Wer bin ich eigentlich? Welche Themen interessieren mich? Worüber twittere ich? Was mache ich beruflich? Dafür stehen nur 160 Zeichen zur Verfügung, die über Interesse oder Desinteresse potentieller Follower entscheiden. Und, wenn vorhanden, sollte enthalten sein: Die URL zum eigenen, facheinschlägig relevanten Blog. Oder, wenn man Twitter für dein Aufbau einer Personal Brand zur Jobsuche nützen will, ein Link zum Xing- bzw. LinkedIn-Profil.

5. Aktive Diskussion, Kommunikation und Interaktion

Twitter ist keine statische Plattform. Viel mehr einer der schnelllebigsten Kommunikationskanäle überhaupt. Wer Teil davon sein will, muss sich in den Fluss stürzen, anstatt nur am Ufer zu stehen. Heißt: Sprechen Sie aktiv Ihre Follower und all jene, die es noch werden sollen, an. Kommunizieren und interagieren Sie mit Ihnen. Sie werden sich wundern, welche angeregten Diskussionen mit Mehrwert dadurch entstehen können. Nutzen Sie die Expertendichte für sich, denn der Weg zu Menschen mit Fachwissen war noch nie so kurz.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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