Lass uns Freunde bleiben: Von Mitarbeitern richtig trennen

von in HR am Dienstag, 22. November 2016 um 11:21

Scheiden tut weh – auch im beruflichen Kontext. Trennt sich ein Arbeitgeber von Fach- und Führungskräften, hilft eine fertige Strategie dabei. Dass eine Trennung fair ablaufen soll, darüber sind sich Unternehmen laut aktueller Kienbaum-Studie zum Thema „Trennungsmanagement“ einig. Großes Aber: Eine Strategie für den Abschied von Mitarbeitern haben die meisten nicht.

Für den Prozess der Mitarbeitersuche und -einstellung haben die meisten Arbeitgeber bereits eine fertige Strategie. Was die meisten Unternehmen allerdings nicht haben, ist eine Strategie für die Trennung von Mitarbeitern. Eine Kienbaum Studie hat sich dem Thema Trennungsmanagement gewidmet und eine Studie durchgeführt. 433 Führungsverantwortliche haben dafür Auskunft gegeben.

Trennungen: Die „heiße Kartoffel“ im Unternehmen

Anspruch und Wirklichkeit klaffen beim Thema Trennungsmanagement weit auseinander. Entscheider sind sich einig: Es ist wichtig, ein professionelles Trennungsmanagement im Unternehmen zu haben. Die Realität sieht laut Studie jedoch anders aus.

70 Prozent der Befragten sagen, dass es im Unternehmen keine Richtlinien oder festgelegte Methoden für die Trennung von Mitarbeitern gibt.

Zwei Drittel sagen außerdem, dass Führungskräfte auf diese heikle Aufgabe nicht vorbereitet werden.

5 gute Gründe für einen sauberen Schnitt

  1. Positiver Einfluss auf verbleibende Mitarbeiter
    Muss ein Kollege gehen, haben die verbleibenden Mitarbeiter das Wie genau im Blick. Sie beobachten sehr genau, wie fair und sauber die Kündigung durch den Arbeitgeber abläuft. Professionelles Trennungsmanagement hat einen positiven Einfluss auf das Vertrauen und Engagement der Arbeitnehmer, die im Unternehmen bleiben.
  2. 100 Prozent Employer Branding
    Wie sich ein Arbeitgeber in harten Zeiten und negativen Situationen schlägt – auch das ist Bestandteil einer guten Arbeitgebermarke. Laufen Trennungen unprofessionell ab, spricht sich das auch außerhalb des Unternehmens schnell herum. In Zeiten von Social Media verbreiten sich negative Meinungen zum ehemaligen Arbeitgeber besonders rasch.
  3. Zu seinen Wertvorstellungen stehen
    In guten wie in schlechten Zeiten: Gelebte Werte wie Offenheit, Fairness oder Transparenz schreiben sich viele Arbeitgeber ins Pflichtenheft. Das sollte auch dann gelten, wenn Mitarbeiter das Unternehmen wieder verlassen müssen. An der Haltung der Arbeitgeber sollte es aber nicht scheitern: „Fairness“ ist laut Studien-Teilnehmern das wichtigste Element im Trennungsprozess, gefolgt von weiteren Soft Facts wie Wertschätzung und klarer Kommunikation. Harte Fakten wie die vertragliche Regelung der Trennung werden in der Praxis zwar als erstes besprochen, finden sich aber erst am Schluss der Liste.
  4. Wieder zusammen?
    Beziehung v2.0: Mehr als ein Viertel der Führungskräfte sehen Mitarbeiter, von denen man sich trennen muss, zukünftig als potenzielle Kandidaten für eine erneute Einstellung. 55 Prozent der Befragten denken, dass Fach- und Führungskräfte, von denen man sich getrennt hat, eventuell Kunden ihres alten Arbeitgebers werden.
  5. Rosenkrieg verhindern
    Wer ausscheidenden Fach- und Führungskräften Unterstützung in Form eines „Trennungspaketes“ bietet, minimiert das Risiko einer unschönen Trennung. Das Angebot einer New-Placement-Beratung kann dazu beitragen, dass z.B. der Aufhebungsvertrag rasch unterschrieben wird. Für beide Seiten eine Win-Win-Situation: Die Trennung wird schnell abgewickelt und der betroffene Mitarbeiter kann ehestmöglich nach vorne in seine berufliche Zukunft blicken.

Bildnachweis: MyImages – Micha / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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