Traineeprogramm: Fünf Fakten zum Karriere-Takeoff

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 30. Januar 2012 um 14:35

Uni-Absolventen mögen Trainee-Programme – immer mehr können sich vorstellen, ihre Berufskarriere in einem firmeninternen Ausbildungs-Curriculum zu starten. Denn die Vorteile liegen klar auf der Hand: Man durchläuft mehrere Abteilungen, lernt seine Ausbildung, Stärken und Kenntnisse im Reality-Check einzuschätzen. Und man hat die Chance, sich mit Leistung und Engagement einen Namen zu machen. Dabei ist das Verhältnis Trainee-Unternehmen nicht immer ganz ungetrübt. Worauf es Betrieben und Trainees ankommt, beleuchtet nun eine Studie.

Gleich vorweg: Fast alle deutschen Absolventen (94 Prozent) können sich vorstellen, ihre Karrierewege als Trainee zu beginnen, besagt eine aktuelle Untersuchung von Haniel, durchgeführt gemeinsam mit der Managementberatung Kienbaum – um zehn Prozent mehr als noch im Jahr davor. Und knapp acht von zehn der befragten 406 Unternehmen vertrauen auf den Einsatz von Eigenbau-Nachwuchskräften.

Fakten aus der Studie:

  • Die Erwartungen, mit denen Trainees starten, sind klar: Persönliche Betreuung ist fast jedem Zweiten wichtig (45 Prozent), Weiterentwicklungsmaßnahmen (40 Prozent) und inhaltliche Vielfalt (39 Prozent) führen die Wunschliste an, die sich grundsätzlich auch mit jener der Unternehmen deckt.
  • Am häufigsten kommen Trainees im Bereich Finance und Controlling (jeder Zweite) zum Einsatz, gefolgt von Marketing und Personalabteilung. Traineeprogramme, die auch Logistik-Abteilungen umfassen, werden nur in rund 20 Prozent der Firmen angeboten.
  • Die Programme starten laut Studie meist im Oktober oder April, jeweils nach Ablauf eines Semesters.
  • Knapp ein Drittel der Unternehmen stimmt die Programme auf die Fähigkeiten und Interessen der Teilnehmer ab. In knapp sechs von zehn Betrieben werden die Stationen gemeinsam mit Trainees geplant.
  • Unternehmen erwarten von Bewerbern einiges: 40 Prozent wünschen Praxiserfahrung, ein Drittel Fremdsprachenkenntnisse, zwei Drittel nennen Eigeninitative und Motivation als wesentliche Persönlichkeitsmerkmale.

Befristete Verträge, Bachelor-Grad oft unerwünscht

Zwei Erkenntnisse sehen die Studienautoren allerdings kritisch: Zum einen würden mit 40 Prozent knapp die Hälfte der Traineeprogramme als befristete Arbeitsverträge ausgeschrieben – obwohl fast alle Trainees (93 Prozent) ohnehin vom Ausbildungsbetrieb übernommen werden. „Die Berufseinsteiger trotzdem so viele Monate im Unklaren zu lassen oder ihnen mit der Befristung des Vertrags sogar zu signalisieren, dass sie so etwas wie Mitarbeiter zweiter Klasse sind, ist nicht nachvollziehbar und viel zu kurzfristig gedacht“, kritisiert Kienbaum-Experte Erik Bethkenhagen die Vorgehensweise vieler Unternehmen. Auch das mangelnde Ansehen des vor wenigen Jahren eingeführten Bachelor-Grades in der Wirtschaft wird durch die Untersuchung einmal mehr untermauert: Jedes fünfte Unternehmen (18 Prozent) gibt frischgebackenen Bachelors nicht einmal die Chance, an ihren Programmen teilzunehmen.

Hier geht es zu Jobangeboten für Traineeprogramme in Österreich.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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