Top-Manager mit Soft-Skills gefragt

von in HR am Montag, 12. August 2013 um 10:53

Offen sollen sie sein. Sensibel und anpassungsfähig. Den Soft-Skills gehört die Zukunft – zumindest was Top-Manager betrifft. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Boyden-Umfrage in Kooperation mit der EBS Business School. Rund 700 Top-Manager wurden zum Thema „Führungskräfte der Zukunft“ befragt, in vielen Punkten sind sie sich überraschend einig. Vorweg sei verraten: Die Führungskräfte von heute haben wenig mit jenen aus vergangenen Zeiten gemein.

Heute zählen andere Werte

sensibilitaet_gut_boeseWas einen erfolgreichen Chef auszeichnet, hat sich im Lauf der Zeit deutlich verändert. Hieß es früher noch: „Jetzt, hier, aber schnell!“ zählen heute ganz andere Werte. 87 Prozent der Befragten wollen offene und sensible Chefs, 82 Prozent setzen auf Anpassungsfähigkeit. Die Fähigkeit, sich durchzusetzen, ist für 78 Prozent der Befragten wichtig. Wie die Umfrage zeigt, nimmt die Bedeutung der Persönlichkeit sowie der Soft-Skills immer mehr zu und hat zunehmend Einfluss auf Personalentscheidungen.

Offene und sensible Persönlichkeiten gesucht

„Der durchsetzungsfähige Top-Manager, der sich hauptsächlich aufgrund seines beruflichen Fachwissens im oberen und mittleren Management erfolgreich durchsetzt, hat wohl ausgedient. Für komplexe Aufgabenstellungen suchen Unternehmen eher offene und sensible Persönlichkeiten, die sich auch im Ausland den dortigen Gegebenheiten schnell anpassen können“, erklärt Rolf Stokburger von Boyden.

Chef aus dem Ausland? Kein Problem

diversity_gesichterDies geht sogar so weit, dass Soft-Skills mehr zählen als internationale Berufserfahrung. Nicht nur die Anforderungen an die Führungskräfte, auch die Unternehmen selbst befinden sich im Wandel. Mehr als 50 Prozent der Befragten glauben, dass Diversity einen immer größeren Stellenwert einnimmt. Zudem müssen die Vorgesetzten nicht automatisch aus dem eigenen Land kommen. „Führungskräfte hierzulande sind offensichtlich der Meinung, dass ihre Unternehmen sich stärker öffnen sollten. Ihnen ist wohl bewusst, dass in die Führungsetagen deutscher Unternehmen mehr Vielfalt einziehen muss“, kommentiert Ansgar Richter von der EBS Business School.

„Fragen erst später nach dem Gehalt“

kind_karriereSo wichtig das Thema Diversity auch gesehen wird, so groß ist der Nachholbedarf beim Thema Frauenförderung. Denn nur sehr wenige der befragten Unternehmen erfüllen derzeit eine 40-prozentige Frauenquote auf erster (fünf Prozent) oder zweiter (sieben Prozent) Führungsebene. Als Konsequenz meinen 48 Prozent der Befragten, dass die Situation für Frauen verbessert werden sollte. 71 Prozent sprechen sich für flexible Arbeitszeitmodelle auch in der Führungsebene aus, 70 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Firmen ihre Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung unterstützen sollten. Homeoffice für Chefs fordern knapp 50 Prozent der Befragten. „Das Familienleben hat für viele Kandidaten hohe Priorität. Sie fragen oft erst nach der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, bevor sie wissen wollen, wie hoch das Gehalt ist. Dadurch verändern sich für Unternehmen die Parameter bei der Suche nach den passenden Kandidaten“, betont Stokburger wie wichtig Employer Branding ist und wird.

Auswirkungen auf Personalberater

Dieser Wandel in der Unternehmenskultur hat auch Einfluss auf die Anforderungen an die Personalberater. 72 Prozent der Befragten meinen, ein Personalberater benötigt Fingerspitzengefühl und Menschenkenntnis, 47 Prozent betonen vor allem die Marktexpertise.

Bildnachweis: alphaspirit / Quelle Shutterstock, ollyy (3) / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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