Information Overload! Tipps für bewusste Kommunikation

von in Arbeitsleben am Dienstag, 5. Mai 2015 um 10:40

Informationen – egal ob mündlich oder schriftlich – sind eine sensible Sache. Wer sich zu wenig mitteilt, schürt die Phantasie, wer zu viel Informationen weitergibt, überfordert sein Gegenüber. Psychologin Christa Schirl über diese schwierige Gratwanderung, Feedback und Tipps für bewusste Kommunikation.

Christa Schirl

Christa Schirl

Balanceakt Kommunikation

Die Informationsflut in Job und Privatleben nimmt ständig zu, viele Menschen fühlen sich von einer großen Menge Input überfordert. Höchste Zeit, die eigenen Gewohnheiten im Umgang mit Informationen zu überdenken und wieder bewusster zu kommunizieren. „Ein Zuviel an Information belastet uns. Die Weitergabe von Infos ist eine schwierige Gratwanderung – auch unter dem Aspekt, dass wir alle ein Mitteilungsbedürfnis haben“, erklärt Psychologin Christa Schirl. Sie erklärt, warum es nicht egal ist, in welcher Dosis man Informationen an Team, Chef oder Arbeitnehmer weitergibt.

Zwischen Information und Mitteilungsbedürfnis

Im Lauf eines Arbeitstages wird viel kommuniziert. Zwischen Schreibtisch und Teeküche, zwischen Kollegen oder Vorgesetzten und ihren Teams. Bei all der Informationsflut leidet oft die Qualität des Weitergegebenen. Oft wird auch nicht reflektiert, was die weitergegebene Information beim Gegenüber auslöst. Schirl nennt ein Beispiel aus der Praxis: „Eine Führungskraft entscheidet sich, kurzfristig zu einer Messe zu fahren. Die Assistentin hat Schwierigkeiten, noch ein Zimmer zu ergattern. Sie sagt zu ihrer Chefin: Es ist total schwierig, jetzt noch ein Zimmer zu bekommen! In dieser Aussage steckt allerdings kein Arbeitsauftrag. Sie teilt lediglich mit, wie schwer sie es hat“, sagt Schirl. Die Assistentin hat sich damit zwar mitgeteilt, im Hinterkopf der Chefin rotiert dafür jetzt ständig der Gedanke: Dieser Task ist also auch noch offen.

Infos und Feedback: Vom Geben und Nehmen

Schirl rät dazu, solche Infos nicht einfach nur zu deponieren, sondern mit einem konkreten Auftrag zu verbinden: „Die Assistentin könnte beispielsweise ihre Vorgesetzte fragen: Es ist unheimlich schwer, jetzt noch ein Zimmer zu bekommen. Hast du eine Idee, wie wir zu einem Zimmer kommen?“  Weil Kommunikation aber keine Einbahnstraße ist, ist auch das Gegenüber gefragt. Statt über einer Info ohne Aussagekraft zu brüten, könnte die Führungskraft auch aktiv nachfragen: Benötigst du etwas von mir? „Natürlich braucht jeder Mensch Lob. Auch die Officemanagerin, die mit dem Auffinden eines Zimmers eine schwere Aufgabe gelöst hat, benötigt das. Diese Information kann man dem Chef aber auch später noch mitteilen: Es war unheimlich schwierig, aber es ist mir gelungen“, sagt Schirl.

Kryptische Aussagen befeuern die Gerüchteküche

Die richtige Dosis an Infos zu finden, ist nicht immer einfach. Wer gar nichts oder zu wenig sagt, tut anderen auch nichts Gutes. Dass passiert  zum Beispiel dann, wenn sich Arbeitgeber in kryptische Infos hüllen, statt Arbeitnehmer klipp und klar zu informieren. „Zu wenig Infos verunsichern und beflügeln mitunter die Phantasie. Wenn vom Chef so kryptische Aussagen wie ‚Es wird sich viel ändern‘ kommen, kann keiner damit etwas anfangen, aber es gibt Nährboden für Spekulationen und Gerüchte“, erklärt die Psychologin.

4 Tipps für bewusste Kommunikation

  • Wer benötigt welche Information?
  • Was kann ich weglassen oder erst später mitteilen?
  • Welche Informationen möchte ich zu welchem Zeitpunkt? Feedback geben!
  • Reflektieren: Wann gebe ich welche Information in welcher Dosis?

Bildnachweis: file404 / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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