Vom richtigen Zeitpunkt: 7 Tipps für die Frage nach mehr Geld

von in Gehalt am Donnerstag, 31. März 2016 um 10:32

Bei vielen Dingen im Leben kommt es auf das richtige Timing an, auch die Gehaltsverhandlung sollte nicht irgendwann geführt werden. Eine Arbeitsmarktstudie hat bei österreichischen Finanzmanagern nach dem idealen Moment für den Wunsch nach mehr Geld gefragt. Außerdem: 7 Tipps für eine gute Gehaltsverhandlung.

Für die Frage nach mehr Gehalt benötigt man eine Portion Mut, gute Vorbereitung und den passenden Zeitpunkt. Ein gut gewählter Termin kann die Chancen auf mehr Geld enorm erhöhen. Doch wann ist eigentlich der beste Zeitpunkt, um mit seinem Gehaltswunsch beim Chef anzuklopfen?

Wann nach mehr Geld fragen?

Im Rahmen der Arbeitsmarktstudie von Robert Half wurden 100 österreichische Finanzmanager nach dem idealen Zeitpunkt für die oft heikle Frage befragt. Hier eignet sich die Frage nach mehr Gehalt besonders gut:

Mitarbeitergespräch22 Prozent
Vor großen Projekten, bei neuer Verantwortung20 Prozent
Abschluss großer Projekte17 Prozent
6 Monate nach Übernahme neuer Verantwortung17 Prozent
Jederzeit16 Prozent
Niemals6 Prozent
Zum Ende des Geschäftsjahres2 Prozent

Unternehmerische Faktoren berücksichtigen

Neben der eigenen Leistung, die Arbeitnehmer im Gehaltsgespräch möglichst gut verkaufen müssen, hat auch die aktuelle Situation im Unternehmen Einfluss auf Plus oder Nicht-Plus am Gehaltszettel. Für die Arbeitsmarktstudie haben die CFOs auch verraten, wann mehr Budget für die Gehälter drin ist und welche Faktoren das Gehalt beeinflussen:

  • Unternehmensexpansion (41 Prozent)
  • Unternehmensleistung (38 Prozent)
  • Wirtschaftliches Klima (38 Prozent)
  • Politisches Klima (17 Prozent)
  • Fachkräfte finden und binden (13 Prozent)

„Mitarbeiter, die ein höheres Gehalt verhandeln möchten, haben bessere Erfolgsaussichten, wenn sie die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens berücksichtigen und einen Moment mit niedrigerem Stresspegel bei ihrem Vorgesetzten wählen. Dennoch ist es wichtig, eine Gehaltsforderung gut zu argumentieren und eine Exit-Strategie parat zu haben“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half. Wird der Wunsch nach mehr Geld nicht erfüllt, könnten Benefits eine gute Kompensation darstellen.

7 Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung

  1. Individuelle Erfolge nachweisen
    Der Verantwortungsbereich hat sich erweitert oder Projekte wurden besonders erfolgreich beendet? Das sind wichtige Argumente für die Gehaltsverhandlung! Unterstützend dazu können Zielvereinbarungen oder Protokolle des Mitarbeitergesprächs helfen.
  2. Teamerfolg belegen
    Abteilungs- oder Teamleiter können außerdem mit der Leistung ihres Teams argumentieren. Voraussetzung dafür sind messbare Verbesserungen, die z.B. seit Eintritt als Abteilungsleiter eingetreten sind: Mehr Umsatz, zufriedenere Kunden oder mehr Vertragsabschlüsse.
  3. Persönliche Motivation aufzeigen
    Neben der Frage nach mehr Geld gilt es, Engagement zu zeigen: Projekte, die man gerne umsetzen möchte oder Ziele, von deren Erreichung das gesamte Unternehmen profitiert. Wer sich als Business-Partner etabliert, steigtert seine Chancen auf höheres Gehalt.
  4. Gute Vorbereitung
    Ohne ausreichende Vorarbeit ist eine Gehaltsverhandlung zum Scheitern verurteilt. Dazu zählt auch, seinen Marktwert zu kennen, um zu wissen, welche Gehälter für die eigene Position üblicherweise bezahlt werden. Wenn die Vergütung nicht zwingend monetär sein muss, können auch Benefits wie ein Dienstwagen zur Privatnutzung, zusätzlicher Urlaub oder Home-Office Freude machen.
  5. Nicht abwimmeln lassen
    Wenn trotz guter Vorbereitung nichts geht: dran bleiben und die Argumentation des Arbeitgebers hinterfragen. Vielleicht ist derzeit wirklich nicht mehr Geld drin, vielleicht will der Arbeitgeber auch einfach nicht. Mit einer offenen Frage kann man den Chef daran erinnern, dass das Thema Gehaltserhöhung noch nicht vom Tisch ist: „Wann können wir das nächste Mal über das Thema Gehalt sprechen?“
  6. Don’ts: Privatausgaben, Gehälter der Kollegen und Erpressung
    Ob der Kollege mehr verdient oder die Wohnungsrenovierung gerade viel Geld verschlingt – solche Gründe haben im Gehaltsgespräch nichts verloren. Hier geht es ausschließlich um die eigene Leistung und berufliche Aspekte. Auch eine schlechte Idee: den Arbeitgeber mit Kündigungsdrohungen zu erpressen. Das wirkt sich nicht nur negativ auf die Zusammenarbeit aus, sondern verbaut die Aussicht auf mehr Geld in naher Zukunft ziemlich sicher.
  7. Der richtige Zeitpunkt
    Für Gehaltsgespräche immer einen Termin vereinbaren – beide Seiten müssen sich darauf vorbereiten können. In manchen Unternehmen gibt es fixe Zeitpunkte für Gehaltsgespräche, andere handhaben das flexibel. Wichtig ist darauf zu achten, den Chef nicht unbedingt in einer stressigen Zeit zu erwischen.

Bildnachweis: graja/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren