Tipps gegen Hektik – die innere Pausen-Taste drücken

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 16. Dezember 2010 um 10:20

Gerade vor Weihnachten steigt der Stresspegel noch einmal an. Weihnachtsgeschenke wollen gekauft, ein Christbaum ausgesucht und die Wohnung auf Vordermann gebracht werden. Und im Job – sowieso der blanke Horror. Projekte, die „dieses Jahr noch unbedingt rausmüssen“ – und nicht nur eines. Da läuft jeder Gefahr, in Hektik zu verfallen. Was man gegen aufkeimende Hektik am besten macht und was ein aufgeräumter Schreibtisch damit zu tun hat, weiß Psychologin und Psychotherapeutin Christa Schirl-Russegger.

Ich bin im Beruf sehr engagiert. Ich merke oft, wie ich in eine innere Hektik gerate, mit der ich sogar meine Arbeitskolleginnen anstecke. In einer Besprechungspause erledige ich noch schnell ein Telefonat, erledige schnell eine Bestellung und gebe zwischen Tür und Angel dem Lehrling eine Instruktion. So passieren natürlich auch Fehler. Wie kann ich meinen Stress etwas in den Griff kriegen?

Sie haben es richtig erkannt: Hektik kostet Zeit. Oder um es mit anderen Worten auszudrücken: „Schnelles Laufen ist keine Gewähr dafür, dass man sein Ziel erreicht!“ Die Fehlerhäufigkeit steigt mit der Anzahl des Stresspegels. Das Arbeitsklima verschlechtert sich. Hektik bringt nichts und ist daher unnötig. Dazu kommt, dass sich Hektiker oft zu wenig Zeit nehmen, um zu erklären, worum es ihnen geht. Wenn man bei hektischen Vorgesetzten nachfragt, was sie wollen, reagieren sie oft mit dem Gefühl, es gleich besser selber zu machen. Hektische Menschen können schwer delegieren und geraten dadurch noch mehr in Hektik. Folgende Tipps helfen zur Entschleunigung: Wer fünf Dinge gleichzeitig macht, hat oft einen unordentlichen Schreibtisch. Versuchen Sie daher, Ihren Schreibtisch möglichst aufgeräumt zu halten.

Streichen Sie das Wort „schnell“ aus Ihrem Wortschatz!

Beobachten Sie im nächsten Schritt Ihre Kommunikation: Wie oft verwenden Sie das Wort „schnell“? z.B.  „Ich gehe noch schnell ins Lager! Oder ich mache schnell die Aufstellung fertig! Bring das noch schnell in Ordnung!“ Streichen Sie das Wort „schnell“ aus Ihrem Wortschatz. Eine innere Stimme, die „Mach schnell! Beeile Dich!“ flüstert, tritt oft in Situationen auf, in denen Menschen das Gefühl einer Überforderung haben – also in einer Stresssituation. Dabei verursacht nicht die Situation Stress, sondern die innere Einstellung, die wir zur Situation haben. „Wenn Du es eilig hast, setze Dich!“, sagt ein chinesisches Sprichwort. Wofür Sie in der Hektik eine Stunde brauchen, schaffen Sie in einer ruhigen Haltung wesentlich schneller. Machen Sie sich diesen Satz immer bewusst, wenn sich Hektik ankündigt. Drücken Sie eine innere Pausen-Taste und setzen Sie sich. Atmen Sie durch und fragen Sie sich, wohin die Hektik führt. Kleine Auszeiten in hektischen Phasen helfen, in die Ruhe zu kommen.

Zur Person:
Christa Schirl-Russegger ist klinische und Gesundheitspsychologin sowie Psychotherapeutin. Neben der Tätigkeit in ihrer eigenen Praxis ist sie außerdem Leiterin des Fachbereiches Therapie und Prävention des Kinderhilfswerks Österreich. Ihre Expertise stellt Christa Schirl-Russegger seit mehreren Jahren zahlreichen Medien zur Verfügung.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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