Tattoos im Job immer weniger ein Problem

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 4. September 2013 um 10:15

„Ich hatte trotz meiner sichtbaren Tattoos noch nie Probleme bei der Arbeitssuche, im Gegenteil, es wurde eher positiv aufgefasst.“ Mit dieser Erfahrung ist die 32-jährige Angestellte nicht alleine. Immer mehr Menschen in Österreich sind tätowiert und laut einer aktuellen IMAS-Studie regt der Körperschmuck immer weniger auf. 

Im Sommer kommen die „Peckerl“ ans Licht

anzahl_tattoosFast jeder fünfte Österreicher ist tätowiert, sechs Prozent tragen mehr als zwei Motive auf ihrer Haut. Zu sehen sind diese freilich nicht immer – Sommerfeste in Badekleidung oder schlichtweg luftigere Sommerkleidung im Büro haben dafür gesorgt, dass auch sonst verborgene Tattoos gesehen werden. Generell werden immer mehr Tätowierungen wahrgenommen, drei Viertel der Bevölkerung hat laut der Studie den Eindruck, dass es heute mehr „Peckerl“ gibt als früher. Ebenfalls geändert hat sich demnach die Einstellung den Tattoos gegenüber.

72 Prozent meinen: Tätowierungen sind Privatsache

Für die eindeutige Mehrheit – nämlich 72 Prozent der Österreicher – sind Tätowierungen reine Privatsache, die niemanden etwas angeht. Wenig überraschend zeigt sich hier, dass jüngere Menschen am liberalsten sind. Dennoch sind auch drei Fünftel der Generation 50+ der Ansicht, dass der permanente Hautschmuck keinen Grund für Diskussionen darstellt.

Kleine Tätowierung „völlig in Ordnung“

aussage_tattooWelche Meinungen aber haben die Österreicher, betreffend dem Schmuck, der unter die Haut geht?

  • 72 Prozent sagen: Tätowierungen sind Privatsache
  • 29 Prozent könnten sich eine Tätowierung bei sich selbst nicht vorstellen
  • 15 Prozent sind der Meinung, dass diese gesundheitsschädigend sind
  • Die Angst, ein Tattoo später einmal zu bereuen, haben 35 Prozent der Befragten
  • Für 27 Prozent sind Tattoos eine besondere Form der Kunst
  • 16 Prozent meinen, sie gehören einfach dazu, um sich selbst auszudrücken
  • Für acht Prozent der Befragten geht der Körperschmuck mit schlechten Manieren einher

So weit zur allgemeinen Einschätzung. Wie die Hautgemälde jedoch bewertet werden, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: Der Lage und der Größe des Tattoos. Eine kleine Tätowierung finden immerhin 27 Prozent der Österreicher „völlig in Ordnung“.

Tätowierte sind sich sympathischer

tattoo_jobOb eine Tätowierung für die eigene Karriere hinderlich ist, muss freilich jeder für sich selbst entscheiden. Branche, Position sowie die persönliche Einstellung der Beteiligten spielt hier eine große Rolle. Denn laut der Befragung schätzen sich Personen mit Tattoo untereinander sympathischer ein und haben somit einen positiven ersten Eindruck. Umgekehrt stufen Nicht-Tätowierte Fremde mit diesem Körperschmuck als eher unsympathisch ein.

Das Bedecken als ungeschriebenes Gesetz

Für Situationen wie ein Bewerbungsgespräch etwa freilich keine gute Basis. Aber nicht nur hier: „Im Vertrieb ist es nach wie vor ein ungeschriebenes Gesetz, dass großflächige oder sehr bunte Tattoos bedeckt werden. Kleine, zierliche und einfärbige Tätowierungen auch an sichtbaren Körperstellen sind allerdings mittlerweile von jeder Altersgruppe und Gesellschaftsschicht akzeptiert“, so eine Vertriebs-Mitarbeiterin mit mehreren Tattoos.

„Heute ein persönliches Branding“

Die Motive für den Hautschmuck haben sich im Laufe der Jahrtauende – ja, die Geschichte der Tätowierungen ist alt und faszinierend – freilich verändert. Als zentrales Motiv dafür wird heute vor allem die Möglichkeit genannt, seiner Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen. „Tätowierungen sind ein persönliches Branding, es ist jedoch nicht immer vorteilhaft, dieses Brand allen Menschen gleich von Anfang an zu präsentieren“, so die Vertriebs-Mitarbeiterin.

Bildnachweis: Jürgen Krieger/karriere.at, ollyy / Quelle Shutterstock,

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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