Damit der Traumjob kein Traum bleibt: Fünf Schritte, um sein Potenzial zu entdecken

von in Jobsuche am Donnerstag, 28. August 2014 um 10:47

„Irgendein Job“ macht selten glücklich. Wer einen Beruf möchte, der wirklich zu einem passt, sollte sich auf die eigenen Stärken und Talente besinnen. Businesscoach Brigitte Herrmann hilft Suchenden dabei, ihr Potenzial zu entdecken – und verrät fünf Schritte, mit denen die Suche sofort gestartet werden kann.

Die bequemste Lösung stellt nicht zufrieden

Brigitte Herrmann

Brigitte Herrmann

Klingt doch einfach: Wer seine Stärken kennt, für den läuft es im Berufsleben wie von selbst. Ganz so einfach gestaltet sich die Sache aber doch nicht. „Das Problem ist, dass die meisten Menschen gar nicht wissen, was tatsächlich in ihnen steckt. Sie kennen ihre Stärken, auf die sie sich besinnen könnten, also gar nicht. Sie haben sich in ihrem Beruf eingerichtet, ‚machen ihren Job‘ und träumen nebenbei von einem besseren Leben“, so Brigitte Herrmann, die Fach- und Führungskräfte sowie Arbeitgeber bei beruflichen Entwicklungsprozessen begleitet. Die bequeme Lösung, nämlich im Job trotz Unzufriedenheit einfach auszuharren, stellt langfristig natürlich nicht zufrieden. Erst wenn der Leidensdruck zu groß wird oder der Verlust des Arbeitsplatzes droht, beginnt die Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen, Träumen und Stärken: Was kann ich, was will ich und wie verpacke ich das in eine Karriere?

Fünf Tipps für die Suche nach dem Traumjob

GeschaeftsfrauMögliche Szenarien rund um Jobwechsel und Arbeitssuche können beinhalten, dass man die eigene Komfortzone verlassen muss. Wer neue Wege einschlagen möchte um seinen Traumberuf zu finden, muss dafür auch Mut aufbringen. Für einen Job der erfüllt und Freude macht, lohnt sich das Abenteuer aber. „Der erste und entscheidende Wegweiser ist dabei die Suche nach den eigenen Potenzialen, denn nur was man gut kann, macht man auch gerne und mit Erfolg“, sagt Herrmann und verrät fünf Schritte, mit denen man sofort loslegen kann, um seine Stärken und Talente zu entdecken:

  • Auf sein Bauchgefühl vertrauen
    Wie wäre das ideale Leben, losgelöst von Geld, Zeit und aktueller Situation? Wofür würde man brennen, was ist wirklich wichtig? „Reflektieren Sie Ihre Visionen von der Kindheit bis heute und halten Sie Ihre Gedanken am besten schriftlich fest. Verwerfen Sie spontane Ideen nicht vorschnell nach dem Motto: ‚Das geht nicht‘ oder ‚Das schaffe ich sowieso nicht‘. Lassen Sie auch unkonventionelle Ideen zu“, rät Herrmann.
  • Die persönliche Schatzkiste definieren
    Berufliche Kompetenzen, Erfahrungen und Stärken werden auf einer Liste gesammelt. Persönliche Erfolge werden reflektiert: Welche Projekte waren besonders erfolgreich, welche Herausforderungen wurden besonders gut gemeistert und welche Talente und Stärken waren dafür ausschlaggebend? Nach seinen positiven Eigenschaften kann man auch Freunde und Familie befragen. Das persönliche Umfeld erkennt von dem, was uns ausmacht, viel mehr als wir selbst. Auf der Suche nach geeigneten Tätigkeiten werden jene notiert, deren Ausübung besonders viel Spaß machen. Wenn man Raum und Zeit vergisst und trotz hohem Engagement keine Erschöpfung verspürt, ist man in einem Bereich tätig, der den eigenen Stärken und Talenten entspricht.
  • Zur Bestandsaufnahme schreiten
    Nach dem Füllen der Schatzkiste gilt es herauszufinden, wo und wie man seine Stärken tatsächlich einbringen kann. Das gilt für das private Umfeld genauso wie für das berufliche. Welche Träume lebt man bereits heute? Die Erkenntnisse werden auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet (0 – ich lebe nichts von dem, 10 – ich lebe vollständig nach meiner Vision).
  • Auf das Ziel fokussieren und erste Schritte setzen
    Nach der Bestandsaufnahme sollte klar sein, in welchen Bereichen man nachjustieren kann. Was soll konkret verbessert oder verändert werden? Welche Probleme gilt es zu lösen? Vielleicht gibt es hemmende Denkmuster oder Menschen, die unsere persönliche Entwicklung blockieren. „Definieren und beschreiben Sie hier Ihr Hauptziel, das Sie erreichen wollen. Schätzen Sie nun ein, ob Sie dieses Ziel in einem oder in mehreren Teilschritten erreichen wollen und können. Das hängt von der Größe des Ziels und seiner Tragweite ab. Teilschritte sind meist einfacher zu erreichen und geben uns das Gefühl von Etappensiegen, die uns weiter tragen. Achten Sie darauf, dass Sie bei Ihren Planungen immer Ihre Stärken und Talente im Fokus haben und diese integrieren“, so Herrmann.
  • Los geht’s!
    Einiges wird man aus eigener Kraft heraus schaffen, für schwierige Etappen möchte man sich vielleicht Hilfe von außen holen. Gute Freunde oder Experten bestärken, begleiten und stellen vielleicht die eine oder andere unangenehme Frage – ein wichtiges Werkzeug, um zu reflektieren und sich neu zu positionieren. „Wenn Sie eher vorsichtig agieren, beginnen Sie mit kleinen Schritten. Suchen Sie sich Testplattformen, um Sicherheit zu gewinnen. Gehen Sie Ihren Weg Schritt für Schritt und wahren Sie – auch wenn es schwerfällt – die dafür nötige Geduld. Und am besten… beginnen Sie heute!“, rät Herrmann.

Zur Person

Brigitte Herrmann war 15 Jahre als selbstständiger Headhunter tätig und besetzte Spezialisten- und Führungskräftepositionen. Neben ihrer Tätigkeit als Business-Speaker und Autorin begleitet sie Fach- und Führungskräfte sowie Unternehmen bei beruflichen Entwicklungsprozessen und zu den Themen Selbstmarketing und Positionierung.

Bildnachweis: wavebreakmedia /Shutterstock;  Brigitte Herrmann;  Sergey Nivens /Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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