Neuer Kollege, ich mag dich – aber wieso?

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 30. August 2012 um 11:53

Kommt ein neuer Kollege oder eine neue Kollegin ins Team, sind meist alle bereits bestehenden Teammitglieder – also die künftigen Kollegen – mehr als neugierig: Der oder die Neue wird mit Sicherheit auf Facebook gesucht und auch gegoogelt, beim ersten persönlichen Vorstellen entscheidet sich dann schnell, ob man das neue Teammitglied gut riechen kann. Wie Forscher nun herausgefunden haben, ist es für neue Kollegen ein Glücksfall, wenn sie an den Partner oder die Partnerin erinnern.

Schau mir in die Augen, Kollege!

Ja, richtig gelesen: Wir bewerten, so berichtet die Plattform Forschung erleben, eine fremde Person positiver, wenn sie dem eigenen Lebensgefährten ähnelt. Der Grund ist schnell erklärt: Durch die Ähnlichkeit werden einem der oder die Partnerin ins Gedächtnis gerufen und die positiven Gefühle, die man für diese Person empfindet, auf die fremde Person übertragen. Da der erste Eindruck meist auf dem Aussehen – besonders dem Gesicht – beruht, ist eine Ähnlichkeit dessen oft Auslöser für die oben genannte Gefühlsübertragung.

Forscher erzeugten künstliche Ähnlichkeiten

Forscher der Cornell University wollten nun untersuchen, ob dieses mehrfach bestätigte Phänomen auch dann funktioniert, wenn einem die Ähnlichkeit zwischen dem Partner und der fremden Person nicht bewusst ist, bzw. man diese nicht bewusst wahrnimmt. Wird also der neue Kollege auch dann positiver bewertet, wenn die Ähnlichkeit zu einem geliebten Menschen nicht wahrgenommen wird? Um dies zu klären, haben die Forscher 30 Paare vor die Kamera und ins „Verhör““ genommen. Von jedem Teilnehmer wurde ein Passfoto-ähnliches Bild aufgenommen. Dieses wurde anschließend durch digitale Bildbearbeitung mit dem Foto einer anderen Person „vermischt“. Die Probanden wurden anschließend gebeten, willkürlich ausgewählte Fremde sowie die veränderten Personen hinsichtlich verschiedener Eigenschaften wie Intelligenz und Vertrauenswürdigkeit zu beurteilen. Anschließend wurden die Teilnehmer auch gefragt, ob sie in manchen der Gesichter Ähnlichkeiten zu ihren Partnern entdeckten.

Je glücklicher die Beziehung, desto stärker der Effekt

Die Ergebnisse zeigten, dass fremde Personen, die dem Partner ähnlich sehen, eindeutig positiver wahrgenommen wurden. Spannend ist auch, dass je glücklicher die Beziehung ist, desto stärker dieser Effekt wirkt. Zu der Gefühlsübertragung kam es, dies konnten die Forscher ebenfalls nachweisen, auch dann, wenn den Testpersonen die Ähnlichkeit gar nicht bewusst war. Finden Sie Ihren neuen Kollegen oder die neue Kollegin also auf Anhieb sympathisch, sollten Sie nach Ähnlichkeiten zu Ihrem Partner oder anderen geliebten Menschen suchen. Möglicherweise verbirgt sich im Gesicht des Kandidaten die Antwort …

Bildnachweis: itlookslikemaik / Quelle Photocase

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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