Die größten Sünden im Online-Recruiting

von in Arbeitsmarkt, HR am Freitag, 11. Januar 2013 um 09:46

Dass die verschienenen Social Media Kanäle auch für das Recruiting immer wichtiger werden, ist an sich keine große Neuigkeit mehr. Die Herausforderung für die Unternehmen ist es allerdings, die Chancen, die Social Media für das Recruiting bietet, optimal zu nutzen – und mögliche Risiken zu minimieren. Wie gut oder schlecht sich die heimischen Unternehmen dabei anstellen, hat Personalberater ePunkt nun analysiert. Hier die größten Sünden im Online-Recruiting.

Der Worst Case ist schnell erreicht

Rund 150 Österreichische Unternehmen hat ePunkt in der Untersuchung analysiert, die nun veröffentlichten Ergebnisse werden hoffentlich nicht ohne Widerhall in den Unternehmen bleiben. Social Media in Unternehmen steckt noch in den Kinderschuhen und wie die Studie zeigt, ist jenen Unternehmen, die etwa Recruiting Pages auf Facebook & Co. haben, oft nicht bewusst, welche Risiken mit einem Onlineauftritt vertreten sind. Denn gibt es etwa auf eine Bewerbung keine bzw. eine sehr späte Antwort oder fehlen etwa Kontaktdaten zu einer Bewerbung, lässt der Unmut der Bewerber nicht lange auf sich warten. Tut der erste User diesen dann auf einem Social Media Kanal wie etwa Facebook kund, ist der worst case schnell erreicht und nicht selten folgt ein ordentlicher Shitstorm.

Die häufigsten Recruiting-Sünden

Doch welche Fehler vertreiben die meisten potentiellen Bewerber? Laut der Studie sind dies die häufigsten Recruiting-Sünden:

  • Umständliche oder nicht funktionierende Bewerbungstools auf der Unternehmenswebsite
  • Fehlende Persönliche Kontaktdaten zwingen die Bewerber dazu, sich an allgemeine Stellen zu wenden = das Ende der Diskretion
  • Unklare Inserate machen die Frage, wer eigentlich gesucht wird, zum Ratespiel
  • Gesetzliche Vorgaben und Kandidatenbedürfnisse werden ignoriert
  • Bewerbungen bleiben unbeantwortet

Bad news are bad news

Facebook-Beschwerde einer Bewerberin

Ein authentischer und personalisierter Firmenauftritt hingegen verschafft Sympathiewerte und das ist auch gut so – denn potenzielle Mitarbeiter nutzen diese Informationsquellen, um einen persönlicheren Eindruck vom Unternehmen zu bekommen. Liest sich dieser positiv und sympathisch, wird die Bewerbung nicht lange auf sich warten lassen. Sind auf der Unternehmenspage hingegen Beschwerden von missglückten Bewerbungsverfahren zu lesen, wird das abschrecken. Und zwar nicht einmal so wenige User. Denn negative Erfahrungen werden, so ePunkt, laut Studien zehnmal weitererzählt. Ein US-Experte spricht sogar von 33 Mal. Social Media kann diesen Effekt um den Faktor zehn verstärken. Schnell wissen also Tausende Menschen über eine Unternehmens-Sünde bescheid. Und anders als vielleicht in so manchem PR-Ratgeber heißt es hier eindeutig: Bad news ARE bad news.

Diese Fragen sollte man sich stellen

Die wichtigsten Fragen, die sich ein Unternehmen in Hinblick auf die eigene Personalsuche stellen sollte, sind folgende:

  • Wie leicht machen Sie es Ihren Kandidaten, sich zu bewerben?
  • Erfüllen Sie den Bedarf nach Diskretion und weiterer Information?
  • Teilen Sie Ihren Kandidaten konsistent mit, wen sie suchen?
  • Kommunizieren Sie klar, was Sie erwarten …
  • … und bieten?
  • Halten Sie sich an gesetzliche Vorgaben?
  • Geben Sie rasch und wertschätzend Feedback?
  • Sind Sie schnell genug, um Ihre Wunschkandidaten an Bord zu bringen?

Bildnachweis: Miss X / Quelle Photocase, ePunkt

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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