Tschüss Uni! Den Studienabbruch in der Bewerbung unterbringen

von in Bewerbung am Dienstag, 31. Mai 2016 um 10:29

Ein abgeschlossenes Studium ist für eine erfolgreiche Karriere zwar nicht unbedingt notwendig, allerdings: Wie man den Studienabbruch in einer Bewerbung unterbringt, das bereitet vielen Sorge. Deshalb gibt es heute eine kleine Hilfestellung zum Thema „Studienabbruch und Bewerbung“.

Gute Nachrichten für jene, die ihrer Alma Mater vor Abschluss des Studiums den Rücken gekehrt haben: Studienabbrecher haben nicht unbedingt schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Eine Studie der Universität Tübingen hat untersucht, wie sich Abbrecher auf dem Arbeitsmarkt so machen.

Studienabbruch ist nicht gleich Studienabbruch

Ein Studium abzubrechen, das kann viele Gründe haben: der Wechsel ins Erwerbsleben, Inskription an einer anderen Hochschule, die Gründung einer Familie oder die einfache Feststellung, dass das Studium doch nicht der richtige Weg ist. Die Zahlen einer aktuellen Studie zum Thema Studienabbruch und Jobchancen machen Mut:

  • Nur 6,5 Prozent der Studienabbrecher sind fünf Jahre später arbeitslos.
  • Wer nach seinem Abbruch kein weiteres Studium beginnt, findet sich trotzdem oft in höheren Dienstpositionen wieder. Das betrifft vor allem ehemalige Studierende technischer Studiengänge.
  • Rund die Hälfte aller Studienabbrecher nimmt nach einer Orientierungsphase wieder ein Studium auf und beendet es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch.

Herausforderung Bewerbung

Im Bewerbungsprozess wird ein abgebrochenes Studium oft noch als Hindernis wahrgenommen. Die hohe Kunst besteht darin, das vorzeitige Studienende richtig zu kommunizieren und ehrlich zu begründen. Je nachdem, für welchen Job ihr euch bewerbt, wird der Arbeitgeber mehr oder weniger viel Interesse an den Gründen für den Abbruch haben.

1. Studienabbruch nicht verheimlichen

Ein hingeschmissenes Studium lässt sich ziemlich sicher nicht verheimlichen. Es sei denn, ihr habt nur einen kurzen, nebenberuflichen Ausflug an die Hochschule gewagt. Dann könnt ihr im Lebenslauf eure berufliche Tätigkeit angeben und den Uni-Exkurs unter den Tisch fallen lassen. In allen anderen Fällen wird dem Personalchef die berühmte „Lücke im Lebenslauf“ schnell auffallen. Damit sind wir gleich beim nächsten Punkt: Was soll denn eine Lücke im Lebenslauf sein?

2. Die Lücke ist gar keine Lücke

Auch wenn ihr nicht bis zum Studienabschluss gekommen seid: In der Zeit an der Hochschule habt ihr trotzdem etwas gelernt, Menschen kennengelernt, an Projekten gearbeitet und euch weiterentwickelt. Alles andere als eine Lücke im Lebenslauf! Vielleicht habt ihr daneben auch noch gearbeitet und gar nicht so viel Zeit in das Studium investiert, wie das ein Studierender ohne Nebenjob tun würde. Das führt euch direkt zu den Argumenten, die ihr euch für die Bewerbung zurechtlegen solltet.

3. Nutzen für den Arbeitgeber hervorheben

Von allen Dingen, die ihr an der Universität oder Fachhochschule gelernt habt, könnte auch ein Arbeitgeber profitieren. Das kann ein Sprachkurs sein, der Grundkurs zum Thema Buchhaltung oder Projektmanagement-Skills, die ihr erworben habt.

4. Abbruch in der Bewerbung erklären?

Wenn ihr nur kurz an der Hochschule wart, geht das aus den Daten im Lebenslauf sowieso hervor. Dass ihr nach einem Jahr keinen Studienabschluss erworben habt, kann sich der Personalist dann denken. Wart ihr länger an der Universität oder einer Fachhochschule, könnt ihr das im Lebenslauf an betreffender Stelle kurz vermerken: 10/2005 bis 06/2008 – Studium der Psychologie an der Universität Wien (nicht abgeschlossen). Ob ihr im Anschreiben auch noch auf den Studienabbruch eingeht, hängt vom begehrten Job ab. Wird in der Ausschreibung explizit ein abgeschlossenes Studium verlangt und ihr bewerbt euch trotzdem? Dann solltet ihr im Bewerbungsschreiben schon erklären, warum ihr euch trotz Abbruch für den Job eignet. Das Statement dazu aber trotzdem kurz halten: zieht euch der Arbeitgeber nämlich dennoch in Betracht, könnt bzw. müsst ihr im Jobinterview ausführlicher darüber sprechen.

5. Die Argumente im Bewerbungsgespräch

Im Jobinterview kann euch der Personalist aus fachlichen oder persönlichen Gründen nach eurem Studienabbruch fragen: Weil er wissen möchte, welche fachlichen Qualifikationen ihr während der Studiendauer erworben habt und warum ihr euch entschieden habt, die Uni zu verlassen. Hier müsst ihr nichts beschönigen und euch für eure Entscheidung auch nicht rechtfertigen: Ich habe mich damals für das falsche Studium entschieden. Ich habe beschlossen, meinen Werdegang jetzt noch zu korrigieren. Das universitäre Studium war mir zu praxisfern. Ehrlich zu euren Gründen zu stehen, bringt euch Pluspunkte – fadenscheinige Ausreden weniger.

Bildnachweis: Piotr Marcinski / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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