Sonntagsarbeit, Überstunden, Zeitdruck: Österreich hat Stress im Job

von in Arbeitsleben am Montag, 23. März 2015 um 11:30

Das kommt den Österreichern ganz schön teuer zu stehen: Stress im Job. Während Arbeitnehmer mit ihrer Gesundheit bezahlen, kosten Krankenstände der Wirtschaft jede Menge Geld. Die schlechte Nachricht ist, dass laut aktuellem Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer die Mehrheit der österreichischen Arbeitnehmer von Stress  im Job betroffen sind. Schuld sind unter anderem Überstunden und Arbeiten unter hohem Zeitdruck.

Der Arbeitsklima Index hat wieder die Zufriedenheit österreichischer Arbeitnehmer untersucht und bringt folgende Ergebnisse ans Licht:

  • 47 Prozent der Arbeitnehmer leiden unter hohem Zeitdruck und haben Stress im Job
  • Mehr als ein Drittel hat keine Zeit für Verschnaufpausen
  • 44 Prozent fühlen sich durch dauernd hohe Konzentration belastet
  • 21 Prozent sagen, dass ihre Freizeit durch berufliche Verpflichtungen unterbrochen wird
  • Mehr als zwei Drittel (67 Prozent) klagen über Stress im Alltag, der sich aus Job und arbeitsfreien Phasen ergibt

Was stresst die Österreicher?

Die Ursachen dafür, dass man durch Job und Privatleben hetzt, können vielfältig sein. Laut Arbeitsklima Index spielen Arbeitszeiten und das Beschäftigungsausmaß eine große Rolle. Teilzeitbeschäftigte leiden weniger unter Stress im Job, als Arbeitnehmer die 40,5 bis 45 Wochenstunden arbeiten: 59 Prozent der Vollzeitbeschäftigten geben an, gestresst zu sein. Lange Arbeitszeiten und Überstunden wirken sich ebenfalls gravierend aus: 70 Prozent der Befragten, die mehr als 45,5 Stunden arbeiten, fühlen sich durch Stress belastet. Kürzere Arbeitszeiten und weniger Überstunden würden laut AK die Belastung durch Stress reduzieren. Fehlt der Sonntag als freier Tag, wirkt sich das ebenfalls auf das eigene Stresskonto aus. Lehrer, medizinische Pflegekräfte und Berufsfahrer sind übrigens jene Berufsgruppen, die am stärksten von Stress betroffen sind.

Das wird teuer!

Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung: Stress und Überforderung beanspruchen Körper und Geist – Krankenstände sind häufig die Folge. Ein Umstand, der der Wirtschaft teuer zu stehen kommt. „Die durch Stress verursachten direkten und indirekten Kosten betragen im EU-Schnitt laut Studien etwa zwei bis fünf Prozent des BIP, es handelt sich also um Milliardenbeträge“, so Christa Sedlatschek, Direktorin der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, bei der Expertentagung „Arbeitsbedingungen und Stress“ in Wien.

Der eigene Arbeitsklima Index

Auf der Website der Arbeiterkammer ist es möglich, seinen eigenen Arbeitsklima Index zu berechnen.

Bildnachweis: file404 / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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