Stiefkind Personalabteilung: Steigender Druck, zu wenig Ressourcen

von in Arbeitsmarkt, HR am Montag, 2. April 2012 um 14:01

Die Fakten liegen auf der Hand: Demografische Entwicklung und sich zuspitzender Fachkräftemangel stellen die Personalabteilungen vor die nicht leichte Aufgabe, qualifiziertes Personal zu beschaffen, zu entwickeln und zu halten. Und obwohl die meisten Unternehmen die steigende Relevanz von HR-Themen erkennen, passiert relativ wenig. Personal- und Finanzressourcen sind weit nicht da, wo sie sein sollten, hinken der Beschäftigungsentwicklung seit Jahren hinterher.

„Anspruch und Wirklichkeit klaffen hier zunehmend auseinander. Wie schon in den vergangenen Jahren wird HR unter deutlichem Druck stehen, die Effizienz der eigenen Organisation weiter zu erhöhen“, sagt Kienbaum-Berater Paul Kötter. Dabei seien aktuelle Herausforderungen wie der Fachkräftemangel, die Integration von Migranten oder die Leistungsfähigkeit älterer Beschäftigten ohne exzellente Personalarbeit nicht zu stemmen, so Kötter. Die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität wird dabei die größte Challenge für Personalabteilungen sein, wie aus dem HR Klima Index 2012 von Kienbaum hervorgeht.

Bis zu ein Drittel mehr Mitarbeiter 2012

Dabei geht es um bestehende Mitarbeiter ebenso wie um Bewerber: Denn die Beschäftigung steigt weiter, gut ein Drittel der befragten Unternehmen plant seine Belegschaft aufzustocken. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine karriere.at-Onlineumfrage vom Jänner 2012: Trotz zurückhaltender Konjunkturprognosen rechnen die befragten Unternehmer und Personalmanager 2012 mit etwa gleich großem Personalbedarf wie 2011.

Personaler sehen sich auf gutem Weg

Die von Kienbaum befragten 295 Personaler sehen sich bei der Positionierung ihrer Abteilung innerhalb des Unternehmen insgesamt auf einem guten Weg: HR ist für sie bei mehr als der Hälfte der Unternehmen in starkem, wenn nicht sehr starkem Maße als Business Partner des Managements etabliert. Dies ist eine Steigerung um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Einbindung der Personaler in die Unternehmensstrategie hat sich ebenfalls verbessert, so die Studie. Über das wachsende Selbstbewusstsein der Personalabteilungen haben wir vor einigen Monaten berichtet. Als Nachteil gesehen werden muss jedoch, dass die Personalleitungsebene nur in 27 Prozent der Unternehmen auf der ersten Führungsebene – sprich in Vorstand oder Geschäftsführung – angesiedelt ist. Im Vergleich zu anderen Ländern besteht hier noch Aufholbedarf, so Studienleiter Kötter.

Bildnachweis: colourbox.com

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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