Stelleninserate: Wo der erste Eindruck zählt

von in HR am Dienstag, 28. April 2015 um 10:32

Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck. So sagt es ein Sprichwort. Was beim persönlichen Kennenlernen gilt, hat auch Einfluss aufs Recruiting. Geht ein Stelleninserat nämlich an den Erwartungen der Kandidaten vorbei, wird es auch nicht geklickt. Welch große Rolle eine Stellenausschreibung bei der Imagebildung für Arbeitgeber hat, zeigt eine Studie.

Es ist ein Dilemma, vor dem viele Unternehmen beim Verfassen eines Stelleninserats stehen: Möglichst originell sollte dieses sein. Auffallen sollte es und sich von den Jobausschreibungen anderer Arbeitgeber abheben. Alle wichtigen Infos zum Job und zum Unternehmen müssen drin sein. Und für mobile Endgeräte optimiert wäre auch noch nötig. Ganz schön viel für eine Jobausschreibung, oder?

Wie das Inserat, so der Arbeitgeber

Klar! Aber es führt kein Weg daran vorbei. Denn ein Inserat- egal ob online oder auf Papier – ist zumeist der allererste Touchpoint zwischen Arbeitgeber und möglichem Kandidaten. Dass die Chance auf einen positiven ersten Eindruck nicht leichtfertig verspielt werden sollte, belegt nun eine repräsentative Studie von karriere.at und Marketagent.com.

Insgesamt drei von vier der 1.004 befragten österreichischen Erwerbstätigen sagen, dass die Qualität einer Stellenanzeige (eher) hohen Einfluss auf die Meinung über das Unternehmen als Arbeitgeber hat. Entspricht das Inserat also nicht den Erwartungen des Betrachters oder beantwortet es die wesentlichsten Fragen nicht, werden diese Mankos häufig auf das Unternehmen als Arbeitgeber projiziert. Denn Inserat ist nicht gleich Inserat, finden die heimischen Arbeitnehmer: Acht von zehn sind der Ansicht, dass sich Arbeitgeber durch Art und Aufmachung der jeweiligen Inserate von anderen stark abheben können.

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Was wünschen sich Arbeitnehmer aber in Stelleninseraten? Genaue Tätigkeitsbeschreibungen (27,1 Prozent), Infos zu Gehalt bzw. Lohn (14,2 Prozent) und Klarheit in den Angaben (12,6 Prozent). Übersetzt bedeutet das, dass man als Verfasser eines Inserates Plattitüden und stereotype Formulierungen möglichst vermeiden sollte: Der „engagierte Teamplayer mit Hands-On-Mentalität und Entrepreneurship“ sagt letztlich wenig aus und spricht darüber hinaus auch fast jeden an.

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5 Tipps zum perfekten Inserat

1. Die Basics müssen rein! Also alle berühmten W’s: Wer sucht für welche Abteilung? Was wird gesucht? Wo ist der Dienstort? Wann soll der Job idealerweise angetreten werden? Wie hoch ist das KV-Mindestgehalt (Achtung, Gleichbehandlungsgesetz!)? Die wesentlichsten Punkte zur Gestaltung von Stelleninseraten gibt es hier.

2. Die künftigen Kollegen fragen! Erst kürzlich war es Thema im karriere.blog – die ideale Jobbeschreibung entsteht in Teamarbeit. Meist wissen nämlich die unmittelbaren Kollegen und direkten Fürhungskräfte schon vorab, welche Fähigkeiten für den Job unbedingt nötig sind.

3. Go mobile! Seit 21. April 2015 ist Google gnadenlos: Webinhalte, die auch für mobile Endgeräte optimiert sind, werden im Ranking der Suchergebnisse bevorzugt. Worauf man bei der Gestaltung mobile-fitter Inserate zu achten hat, hat Kollegin Martina Kettner unlängst aufbereitet.

4. Inhalte auslagern! Inserate müssen nicht mühsam mit allen Benefits und Unternehmens-Facts vollgepflastert werden. Warum nicht einfach Links auf weiterführende Seiten setzen, die alle wesentlichen Detailinfos beinhalten? karriere.at-Geschäftsführer Jürgen Smid brachte es bei der Studienpräsentation der 360-Grad-Studie auf den Punkt: „Inserate beziehen sich heute nicht mehr nur auf einen Job. Sie dienen im Idealfall als Einstieg in eine Arbeitgeber-Erlebniswelt, in der Interessierte alle relevanten Informationen zu einem Unternehmen erhalten. Anhand dieser Infos bewerten Kandidaten dann, ob der Job aber auch die Firma dahinter zu ihnen passen. Bewerber erwarten heute, dass Arbeitgeber ihre Vorzüge zur Schau stellen.“

5. Gib dem Daumen eine Chance! Nicht nur die Aufbereitung der Inhalte muss mobile-optimiert sein. Auch die Bewerbungs- und Kontaktmöglichkeiten sollten möglichst einfach und vom Smartphone aus erledigt werden können. Dass diese Vorgaben und Erwartungshaltungen bei weitem nicht immer zutreffen, belegt ganz aktuell die „Mobile Recruiting Studie 2015: Österreich“ der Hamburger Agentur Wollmilchsau.

Bildnachweis: rawpixel / Quelle Shutterstock

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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