Die absoluten No-Gos im Stelleninserat

von in HR am Dienstag, 10. September 2013 um 10:32

Die Anzahl der Arbeitskräfte zwischen 20 und 65 Jahren wird ab 2020 stetig sinken – die wachsende Bedeutung des Humankapitals ist uns schon jetzt bewusst. Es geht darum, die besten Mitarbeiter für das eigene Unternehmen zu rekrutieren. Das erste Ansprechen erfolgt meist über das Stelleninserat – ist die Jobanzeige gelungen, melden sich die richtigen Bewerber. Wie man es lieber nicht macht, zeigen die absoluten No-Gos im Stelleninserat.

Der erste Eindruck zählt

Ein Stelleninserat kann vieles sein – Werbung für das Unternehmen etwa. Meist ist es zugleich der erste Kontakt zu einem potenziellen Bewerber. Und so wie in „freier Wildbahn“ gilt auch: Der erste Eindruck zählt. Wir haben jene Punkte zusammengefasst, auf die in einer guten Jobanzeige unbedingt verzichtet werden sollte. Denn gerade in Branchen, in denen um Nachwuchs gerittert wird, fängt der frühe Vogel den Wurm. Und früh bedeutet in diesem Fall vor allem eines: ansprechend, spannend, informativ – einfach supergut!

absage

Die absoluten No-Gos im Stelleninserat:

  1. Das Inserat als Ratespiel: Manche Menschen lösen wirklich gerne Rästel, egal ob Kreuzwort oder Sudoku – das Stelleninserat sollte jedoch keines sein. Wichtige Angaben sollten einerseits angeführt und andererseits auch klar und deutlich formuliert sein. Es muss für den Bewerber auf den ersten Blick deutlich sein: Wer was, wo, wann und für wieviel Geld sucht.
  2. Verwirrung in der Sprache: Kreativität hin oder her – Unklarheiten in der Stellenausschreibungen schaden meist mehr als sie bringen. Lieber einfach und klar als umständlich und verwirrend. Gerade bei Online-Stelleninseraten sollte aus SEO-Gründen auf eine klare Sprache geachtet werden. Ein Fremdwortdschungel im Jobinserat sorgt nicht nur dafür, dass dieses in Suchmaschinen schlechter rankt – es wirkt oft auch abschreckend getreu dem Motto: „So wie das klingt, möchte ich dort nicht arbeiten.“
  3. Am Job vorbei schreiben: Angenommen man sucht eine Zweizimmer-Wohnung zur Miete. Sie soll einen Balkon und Parkettboden haben. Bei der Besichtigung stellt sich heraus, dass es sich bei dem Objekt um ein Haus handelt, welches zwar vier Zimmer jedoch keinen Balkon und dafür Teppichboden hat. Weiters wird es zum Verkauf angeboten. Die Reaktion bei der Besichtigung kann man sich vorstellen und in den wenigsten Fällen wird wohl das Objekt, so anders als erwartet, überzeugen. Auch bei Jobanzeigen gilt: Eine ehrliche und klare Stellenbeschreibung – denn darum geht es letztendlich – ist das Um und Auf.
  4. Falsche Erwartungen wecken: Entwickelt sich eine Sache besser als angenommen, ist die Freude groß. Treten aber versprochene Dinge nicht ein, ist Ärger vorprogrammiert und im schlimmsten Fall ist ein neuer Mitarbeiter schneller wieder weg, als man Recruiting sagen kann.
  5. Die Zielgruppe verfehlen: Wie in der Werbung – und ein Inserat ist wie erwähnt auch Werbung – geht es darum, die gewünschte Zielgruppe zu erreichen. Ein Inserat kann noch so gut sein, wenn es jene, die es ansprechen soll, nicht einmal im Ansatz reizt, wird die Suche schwierig und langwierig.

Wie pimpe ich meine Jobanzeige? Fünf Schritte

  1. Mehr als das Mindestgehalt angeben: Es ist einfach so – Geld ist wichtig. Wer für Bewerber noch attraktiver sein möchte, ist gut beraten, im Stelleninserat mehr als nur das gesetzlich geforderte Mindestgehalt anzugeben. Einige Firmen setzen bereits erfolgreich darauf, die mögliche Bandbreite anzuführen.
  2. Die Benefits aufzählen: Es gibt ein Diensthandy, Zuschuss zum Fitnessstudio oder Gratis-Parkplätze? Dann raus damit! Benefits können das schlagende Argument für eine Bewerbung sein.
  3. Einblicke ins Unternehmen geben: Man verbringt einen nicht unwesentlichen Teil seines Lebens in der Arbeit – der Wunsch, sich dort auch wohl zu fühlen ist verständlicherweise groß. Und die Kollegen bzw. ein gutes Arbeitsklima zählen zu den wichtigsten Faktoren für die Arbeitszufriedenheit. Deshalb: Die potenziellen neuen Kollegen vorstellen – etwa mit einem Link zur Teamseite.
  4. Mehr als nur Floskeln bringen: „Fühlen Sie sich angesprochen?“ ist zwar ausgesprochen nett – eine Floskel bleibt es aber trotzdem. Daher: Auf Floskeln verzichten und sich so von den Mitbewerbern abheben. Einen Überblick über gängige Redewendungen liefert übrigens das Bullshit-Bingo für Stellenanzeigen.
  5. Übersichtlich bleiben: Keine Bleiwüsten sondern Bullet-Listen – das Geheimnis einer gern gelesenen Stellenanzeige. Geschickt eingebaute Links holen die Bewerber zusätzlich ab.

Bildnachweis: StampGirl / Shutterstock, Evgeniya Porechenskaya / Shutterstock, ArtFamily / Shutterstock, Teerapun /Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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