Warum Social Recruiting in vielen Unternehmen scheitert

von in HR, Social am Dienstag, 15. November 2011 um 15:02

Die eigene Firmenwebsite hat ausgedient. Facebook-Karrierepages sind angesagt und eine Google+ Page immerhin einen Versuch wert. Employer Branding Aktivitäten so weit das Auge reicht. Könnte man meinen. Wenn in einer Studie unter Recruitern aber 81% der Befragten die eigene Firmenwebsite als wichtigsten Kanal zur Kandidatenansprache bezeichnen und 50% 2011 kein Budget für Social Media Recruiting zur Verfügung hatten, drängt sich eine Frage auf: Wie transformiert man einen Trend in einen Recruiting Kanal?

Social Recruiting ohne Budget?

Quelle: www.socialmedia-recruiting.com

Wie hoch ist Ihr Social Media Recruiting Budget 2011? All jenen, deren Antwort „0 Euro“ lautet, sei gesagt: Sie sind nicht allein. Eva Zils (online-recruiting.net)hat in Zusammenarbeit mit Netigate eine Umfrage unter 425 Personalern zum Thema „Social Media Recruiting“ durchgeführt.

Das Ergebnis? 50% gaben an, 2011 keinen Cent für Social Recruiting ausgegeben zu haben. Von den verbleibenden 50%, hatten 25% nur 5.000 Euro zur Verfügung. Nicht pro Monat – für ein ganzes Jahr.

Das wäre kaum eine Überraschung, würde das Thema nicht als einer der größten Trends im Online-Recruiting bezeichnet werden. Aber langsam – ist den deutschen Recruitern die Wichtigkeit der Sache vielleicht nicht bewusst? (Es ist davon auszugehen, dass in Österreich die Situation ähnlich ist.) Auch darauf gibt die Studie Antworten. Die eigene Firmenwebsite (81%) und Online Stellenbörsen (80%) sind zwar die wichtigsten Kanäle zur Kandidatenansprache, 61% setzen aber auch auf Social Media Recruiting. Ein Drittel hat dabei erste Projekte in der Probephase und bevorzugt traditionell vor allem die großen Social Networks Xing und Facebook.

Handlungsbedarf? Ja! Aber bitte ohne Kosten!

Satte 59% sehen aktuell und zeitnah Handlungsbedarf in Sachen Social Media Recruiting. Und zwar überwiegend, um das eigene Employer Branding zu optimieren und mehr und bessere Bewerbungen zu erhalten. Fragt sich nur womit? Alleine das saubere Monitoring aller Social Recruiting Aktivitäten kann Kosten verursachen, die 5.000 Euro jährlich übersteigen.

Quelle: www.socialmedia-recruiting.com

Ein guter Teil der Studienteilnehmer äußert wenig überraschend Bedenken hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Relation von Social Recruiting. Die Strategie, in einem Kanal, wo die Konkurrenz immer größer wird, kostenlos Nutzen und Rücklauf zu generieren, wird allerdings so nicht (mehr) funktionieren.

Mit ein Grund, warum viele Unternehmen daran scheitern. Das kommt wiederum jenen zugute, die frühzeitig erkannt haben, wie „es“ funktioniert. Immerhin gibt es bereits genügend Best-Practice Ansätze, die zeigen wohin die Reise geht.

Die Studie gibt es hier zum Download.

Bildnachweis: www.istockphoto.com

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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