Social Media Recruiting: 5 Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte

von in HR am Mittwoch, 2. September 2015 um 10:31

Recruiting auf Social Media Kanälen ist auf dem Vormarsch – und das wird sich so schnell auch nicht ändern. Wir zeigen fünf Fehlerquellen, die am Weg zum perfekten Social Media Recruiting lauern. Facebook, Twitter & Co. eignen sich aber nicht nur für’s Recruiting. Eine Infografik zeigt, was im HR-Bereich noch alles möglich ist.

Kein Recruiting ohne Web 2.0

Kandidatenansprache und Employer Branding über soziale Medien ist aus dem Recruitingmix nicht mehr wegzudenken. Ohne die Klassiker „Jobinserate“ und „Karrierewebsite“ geht es im Recruiting zwar nicht, auf der Suche nach geeigneten Kandidaten fischen Personaler aber auch in sozialen Netzwerken. Laut ADP Social Media Index ist die Nutzung dieser Kanäle im ersten Halbjahr 2015 erneut gestiegen – und der Trend hält an. Prognostiziert wird ein starker Anstieg im zweiten Halbjahr 2015. Noch ein paar Zahlen aus dem aktuellen Index:

  • 96 Prozent der Unternehmen nutzen soziale Medien im Recruiting.
  • 64 Prozent der Unternehmen möchten ihre Präsenz im Web 2.0 noch weiter ausbauen und mehr Engagement zeigen.
  • 26 Prozent geben an, beim Recruiting in sozialen Netzwerken völlig ohne Strategie vorzugehen.

Verstärkte Präsenz ist schön und gut, es hapert aber offensichtlich an der Strategie: „Die Nutzung von Social Media im Personalbereich bleibt immer noch ausbaufähig. Knapp jedes dritte Unternehmen bespielt die sozialen Netze ohne Strategie“, so Andreas Kiefer, Geschäftsführer ADP Deutschland. Fünf Fehler, die sich in der täglichen HR-Arbeit im Web 2.0 oft einschleichen:

Fehler Nr. 1: Kein Ziel

Diese Überlegung kommt noch vor dem Gedanken an die Strategie: das Ziel. Was möchte man mit seiner Tätigkeit in sozialen Netzwerken erreichen? Die Arbeitgebermarke stärken, passive Kandidaten ansprechen, sein Image aufpolieren oder vakante Stellen kommunizieren?

Fehler Nr. 2: Keine Strategie

Das Ziel steht fest, der Weg dorthin ist unbekannt. „Wird schon irgendwie gehen. Wir haben da in der HR-Abteilung jetzt einen Praktikanten, der könnte die Jobinserate auf Facebook stellen und ein bisschen twittern.“ Welche Kanäle sollen bespielt werden, wer betreut das Ganze, duzt oder siezt man potenzielle Kandidaten und wie viel Geld (und Zeit!) wird uns das Ganze kosten? Nur ein paar der Fragen, die man klären sollte, bevor man startet.

Fehler Nr. 3: Kommunikation als Einbahnstraße

Soziale Medien leben vom Austausch und den (virtuellen) Beziehungen: Du postest, ich like. Du twitterst, ich retweete – vorausgesetzt, der Inhalt gefällt. Besuchst du mein Profil, schau ich auch bei dir mal vorbei. Ganz großer Fehler: Auf die soziale Plattform seiner Wahl Inhalte posten und sich um die Reaktionen danach nicht kümmern. Facebook & Co. bieten die große Chance, mit seinen Wunschkandidaten auf Augenhöhe zu kommunizieren. Ist Reaktion gefragt, legt man übrigens am besten einen Zahn zu: Wer jedes Posting und jeden Kommentar erst langwierig absegnen lassen muss, verliert den Anschluss.

Fehler Nr. 4: Keine Evaluierung

Das Bespielen der Kanäle kostet Zeit und mitunter Geld. Gute Gründe, die Tätigkeit genauso regelmäßig zu evaluieren, wie andere Vorgänge im Unternehmen. Ist Twitter wirklich die richtige Plattform, um geeignete Kandidaten anzusprechen? Oder wäre man auf einem anderen Kanal besser aufgehoben? Welche Inhalte kommen besonders gut an – Videos, Fotos, Texte? Wie viele Kandidaten konnte man auf diesem Weg bereits rekrutieren? Auch auf Bewertungen und Kommentare sollte man ein Auge werfen. Besonders positive oder negative Userkommentare unbedingt berücksichtigen – Stichwort Candidate Experience.

Fehler Nr. 5: Ein Profil ist kein Lebenslauf

Wer als HR-Manager viel auf Social Media Kanälen unterwegs ist, trifft zwangsläufig auf jede Menge Profile: Facebook-Fans, Twitter-Accounts – alles potenzielle Kandidaten. Eines darf dabei nicht vergessen werden: Ein Account auf Facebook oder Twitter ersetzt keinen Lebenslauf und kein Anschreiben. Viele User nutzen ihren Account für berufliche und private Zwecke. Von einzelnen Postings auf ihre Eignung oder Nicht-Eignung als Kandidat zu schließen, wäre vorschnell.

Social Media und HR

Weil es außer Recruiting noch andere gute Gründe gibt, sich mit Social Media in der HR-Arbeit auseinanderzusetzen:

Social Media HR

Bildnachweis: Gonzalo Aragon / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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