Social Media Recruiting: Lust auf mehr?

von in HR, Jobsuche, Social am Mittwoch, 19. Februar 2014 um 11:28

Wie steht es um Social Media Recruiting? Dieser Frage geht Online-Recruiting-Profi Eva Zils in ihrer aktuellen Studie erstmals auch mit einer Österreich-Erhebung nach. Die Ergebnisse lassen aufhorchen und so viel sei vorweg gesagt: Soziale Medien haben einen gewissen Platz im Recruiting, jedoch eher im Employer Branding bzw. Personalmarketing. Hier die Details:

Auf dem Papier präsent

Social Media Recruiting ist, zumindest auf dem Papier, in vielen Unternehmen präsent. Wie heißt es aber so schön? Papier ist geduldig und so stecken die Social Media Recruiting-Pläne oft noch in den Kinderschuhen. Die Frage ist, ob sie diesen je wirklich entwachsen werden. Die kürzlich präsentierte Social Media Recruiting Studie legt diesen Schluss für die nächste Zukunft jedenfalls nicht wirklich nahe. Denn Social Media werden in Österreich wie eingangs erwähnt überwiegend für Employer Branding– und Personalmarketing eingesetzt. Bei der aktiven Personalsuche setzen heimische aber auch deutsche HR-Verantwortliche vorwiegend auf Jobportale sowie die eigene Karriereseite.

Top 5 zur Personalsuche

Social Media Recruiting Kanäle JobsucheEindrucksvoll zeigen dies die Top 5 der Kanäle, die die heimischen Personaler bei der Jobsuche nutzen:

  1. Jobportale (88 Prozent)
  2. Firmen Karriereseite (85 Prozent)
  3. Interne Mitarbeiterempfehlung (71 Prozent)
  4. Eigenes Netzwerk (61 Prozent)
  5. Job- und Karrieremessen (53 Prozent)

Social Recruiting: Wenig Zeit, kaum Geld

Studienautorin Eva Zils

Studienautorin Eva Zils

Social Media zur direkten Ansprache von Bewerbern („Active Sourcing“) liegt mit knapp 39 Prozent auf Platz neun – hinter dem klassischen Printinserat oder auch der Einschaltung eines Personalberaters. Wie die Grafik weiters deutlich zeigt, werden Social Media in Österreich eher zum Employer Branding eingesetzt – dieser Aussage stimmen mehr als die Hälfte der 144 befragten Personalmanager zu. Die aktuelle Bedeutung von Social Recruiting in den heimischen Unternehmen spiegelt sich auch in der dafür aufgewendeten Zeit wider: 33 Prozent der Befragten gaben laut Social Media Recruiting Studie an, gar keine Zeit mit den sozialen Medien zu verbringen. Ebenso viele nehmen sich dafür eine Stunde wöchentlich Zeit. Neben den zeitlichen gibt es bis dato auch wenig bis keine finanziellen Ressourcen für Social Recruiting: Die deutliche Mehrheit (69 Prozent) der Befragten hat dafür ausdrücklich kein Budget zur Verfügung. Im Ländervergleich fällt jedoch auf, so Zils, dass die Österreicher mit dem nicht vorhandenen Budget die besten Ergebnisse im Social Recruiting erzielen. Sollte Lust auf mehr machen, oder? Denn das Potenzial ist da.

Mobile Recruiting langsam aber doch im Kommen

Online Recruiting Mobile EndgeraeteDas Thema Mobile Recruiting hat ebenfalls noch Luft nach oben, der Ländervergleich zeigt jedoch, dass die österreichischen Personalverantwortlichen diesem deutlich aufgeschlossener gegenüber stehen. 30 Prozent der Unternehmen haben ihre Karriereseite bereits für mobile Endgeräte optimiert, mehr als 20 Prozent davon sogar schon im responsive Design. Mehr als ein Viertel der Befragten gab an, die Optimierung für Smartphone & Co. sei geplant, 2,6 Prozent haben sogar eine Recruiting-App. Lediglich in einem Viertel der Unternehmen ist aus aktueller Sicht nicht geplant, künftig verstärkt auf die Kandidatensuche „on the go“ zu setzen.

Hier die Studie zum Download.

Bildnachweis: Jirsak / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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