Social Media braucht man nicht – es ist einfach da

von in Social am Donnerstag, 14. Oktober 2010 um 09:40

Vernetzung via Social MediaSocial Media ist ein bisschen wie Fernsehen. Es ist zwar da, aber wirklich brauchen tut Facebook und Co. keiner. Verstanden haben es die wenigsten und ehrlich ist es auch nicht. Was also tun als Unternehmen mit Social Media?

Der Uni Management Club Linz lud gestern zur Podiumsdiskussion an die Johannes-Kepler Universität Linz. Thema: „Social Media – Chancen und Herausforderungen für unsere Geschäfts- und Arbeitswelt“. Diskutiert haben Meral Akin-Hecke (Vorstand Digitalks), Alexander Schönburg (CEO Agency 4E7), Oliver Sonnleithner (CEO karriere.at) und Josef Vogelsam (CEO Mediazone Advertising). Wir waren dabei und haben via Twitter (@karriere_at) live von der Veranstaltung berichtet. Hier gibt es die zentralen Inhalte und Aussagen der Diskussion in der Zusammenfassung.

Die Frage nach der Relevanz von Social Media stellt sich nicht

Social Media sind relevant. Ob das Unternehmen nun wahrhaben wollen oder nicht. Mehr als 500 Millionen Facebook Nutzer und beinahe jeder im Saal Mitglied in einem Social Network – diese Menschen irren nicht, sondern vielmehr jene Unternehmen, die sich damit nicht auseinandersetzen. Vergleicht man die Anfänge vor 3-4 Jahren mit heute, dann ist Social Media im Mainstream angekommen. Kommunikation ist, zumindest in der Theorie, transparenter und offener. Es ist nur viel zu schnell gegangen. Wurde teilweise verschlafen. Und wird es immer noch.

Noch nie ist aus einem Trend so schnell ein Hype geworden, der sich nun langsam aber sicher einem Plateau der Produktivität nähert. Social Media wurde am Podium als eine eigene, kommunikative Ebene verstanden, die auf der technologischen Basis des Internet aufsetzt. Die Mitarbeiter sind in den Social Media Kanälen sowieso unterwegs. Mit und ohne ihre Unternehmen. Essentiell ist, dass Unternehmen das Potential von Mitarbeitern als Unternehmensbotschafter in Social Networks erkennen und nutzen. Sobald sich Menschen als Teil eines Unternehmens outen, betreiben Sie Unternehmenskommunikation.

Weg mit der rosaroten Brille

Social Media ist verdammt unehrlich. Und transparent. Man kann die Identitäten anderer Leute klauen, Gerüchte in die Welt setzen und Unternehmen diffamieren. Man kann aber auch das Vertrauen in die eigene Marke stärken, User zu Markenbotschaftern machen und mit guten Ideen reüssieren. Immerhin „probieren“ mehr als 50 Prozent der Unternehmen schon etwas mit Social Media. Regeln und Strukturen fehlen aber allzu oft. Unternehmen sollten Mitarbeiter entsprechend schulen, interne Zuständigkeiten definieren und ein ordentliches Monitoring etablieren. Das Commitment dazu muss von ganz oben, also von der Geschäftsführung, kommen. Social Media Guidelines definieren die Rahmenbedingungen für eine rasche und effiziente Kommunikation. Social Media eine billige Angelegenheit? Eher ein Irrtum.

Social Media – ja gern, aber wie?

Unternehmen haben eine falsche Erwartungshaltung. Es ist in Wahrheit irrsinnig schwierig, via Social Media Produkte zu verkaufen. Möglicherweise ist es dafür aber auch gar nicht gedacht. Vielleicht geht es darum, Stimmungen und Emotionen zu erzeugen. Markenbindung zu schaffen. Engagement und Involvement zu erreichen. Elementar sind eine klare Zieldefinition, eine durchdachte Auswahl der Kanäle und die Definition von Verantwortlichkeiten. Die vorhandenen Social Media Kanäle dienen als Vehikel und müssen untereinander vernetzt sein. Träger ist immer eine starke, kreative Idee.

All jenen, die sich mit der gestrigen Podiumsdiskussion noch näher auseinandersetzen wollen, sei der #smjku Hashtag auf Twitter empfohlen – dort sind die Inhalte im Detail nachzulesen.

Foto: AllzweckJack/ Quelle PHOTOCASE

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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