Sitznachbarn im Büro: Produktiv und qualitätsbewusst ergänzt sich perfekt

von in Arbeitsleben, HR am Freitag, 28. Oktober 2016 um 10:35

Sag mir, wer bei dir sitzt und ich sage dir, wie produktiv dein Arbeitstag ist: Laut einer Studie ist es nicht egal, in wessen Nähe im Office gearbeitet wird. Denn Sorgfalt, Produktivität oder auch eine schlechte Arbeitsmoral sind ansteckend.

Der Softwareanbieter Cornerstone OnDemand und die Harvard Business School haben untersucht, welche Auswirkungen Bürokollegen auf die eigene Arbeit haben. Dabei ging es aber nicht um Sympathie, Antipathie oder Fachwissen, sondern darum, welcher Arbeitstyp neben einem sitzt. Feldforschung stand an mehreren Standorten einer großen Tech-Company auf dem Programm: Die Sitzordnung und Arbeitsmotivation sowie -leistung von mehr als 2.000 Arbeitnehmern in den USA und Europa wurde zwei Jahre lang untersucht.

Ergebnis der Studie: Der richtige Sitznachbar kann die eigene Produktivität oder Qualität der Arbeit in die Höhe schrauben – aber auch umgekehrt: Toxische Mitarbeiter, ihre Stimmung auf Talfahrt – das zieht mitunter weite Kreise.

Anhand von drei Faktoren wurden die negativen und positiven Auswirkungen einzelner Mitarbeiter auf ihre Kollegen gemessen: Produktivität, Effektivität und Qualität. Anhand dieser Kriterien kristallisierten sich drei Arbeitstypen heraus:

  • Der Produktive: Dieser Arbeitnehmer leistet viel und bringt enorme Mengen an Arbeit weiter. Allerdings leidet darunter auch die Qualität des Geleisteten.
  • Der Qualitative: Seine Arbeitsleistung ist 1A und von hoher Qualität. Allerdings leidet unter diesem Anspruch die Quantität. Große Mengen an Arbeit bewältigt dieser Typus nicht.
  • Der Generalist: Dieser Arbeitnehmer ist in beiden Bereichen gut unterwegs. Die Qualität seiner Arbeit ist gut, die geleistete Menge ausreichend.

Auf dem Weg zum idealen Gespann müssen der Studie zufolge Mitarbeiter mit gegensätzlichen Qualitäten kombiniert werden. Räumlich nahe beinander sollten die Produktiven und jene Arbeitnehmer mit hohem Sinn für Qualität arbeiten. Die Generalisten hingegen sind unter sich am besten aufgehoben. Was das mit dem Team macht, hat die Studie in Zahlen festgelegt: Die Produktivität steigt so um 13 Prozent, die Effektivität um 17 Prozent.

Räumliche Nähe zu Kollegen kann aber nicht nur beflügeln, sondern auch negative Auswirkungen haben: Ein toxischer Mitarbeiter in den eigenen Reihen kann dafür sorgen, dass auch die Qualität oder Quantität der Arbeit benachbarter Teammitglieder sinkt. Allerdings: Wird der toxische Mitarbeiter aus dem Team entfernt, stabilisiert sich das Umfeld nach vier Wochen wieder.

Für Arbeitgeber erschließt sich aus diesen Überlegungen ein neues Handlungsfeld: Büroraum, den hat man sowieso. Warum also nicht auch darauf achten, wer neben wem sitzt?

Bildnachweis: rawpixel.com/Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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