Sex mit dem Chef – sechs Tipps, die das Bürol(i)eben erleichtern

von in Arbeitsleben am Montag, 13. September 2010 um 13:48

Schenkt man diversen Studien Glauben, tut es fast jeder Dritte: Eine Beziehung im Büro beginnen. Doch dabei ist Vorsicht angebracht! Ein Techtelmechtel unter gleichrangigen Kollegen wird zwar heute zumeist schon allgemein toleriert. Eine amouröse Annäherung an den Chef sorgt jedoch fast immer zumindest für böses Blut und Hochbetrieb in der Gerüchteküche. Völlig vermeiden lässt sich dies wahrscheinlich nie – Stichwort „nach oben schlafen“. Dennoch sollten einige Verhaltens-Tipps für Liebespärchen unter Kollegen befolgt werden, um sich das L(i)eben im Büro zu erleichtern.

Es begann mit einem harmlosen Geplänkel in der Kaffeepause, im Kopierkämmerchen knisterte es bereits gewaltig. Und der After-Work-Drink endete schließlich in den Federn. Was unter „normalen“ Arbeitskollegen kaum noch für größere Aufregung in der Personalabteilung sorgt, wird umso komplizierter, wenn es ausgerechnet der eigene Vorgesetzte ist, mit dem man sein aktuelles Pantscherl pflegt. Was tun? Alle Karten in der Firma auf den Tisch legen? Wenn ja: Wann? Geheimhalten? Allen etwas vorspielen? Oder einen Zwischenweg suchen und nur einige, wenige einweihen? Damit Sex mit dem Chef nicht vollends zur Katastrophe wird, hier einige Tipps, die man bedenken sollte, bevor man sich übereilt ins Berufs-Abseits schießt:

  • Zu allererst: Eine Beziehungs-Analyse durchführen. Klingt technokratisch und wenig romantisch, ist aber Grundvoraussetzung. Handelt es sich um eine reine „Affäre“ oder wurde bereits „mehr daraus“? Werden die Gefühle von beiden Seiten gleich geteilt? War es für beide Seiten „nur“ ein One-Night-Stand nach Dienstschluss oder auf der Firmenfeier, sollte das Ganze jedenfalls geheim gehalten werden. Geht es in Richtung Fix-Beziehung, sollte man sich die weiteren Schritte des „Liebes-Outings“ schön langsam überlegen.
  • Wichtig ist davor: Den „Beigeschmack“ ausloten, den die Beziehung zwischen Hierarchieebenen auslösen kann. In kleinen Firmen mit transparenten Entscheidungs- und Arbeitsprozessen wird es beispielsweise leichter sein, böses  Getratsche zu verhindern, da den Kollegen leichter bewiesen werden kann, wie wenig sich Privates auf Geschäftliches auswirkt. Sieht man diese Chance nicht oder wenig gegeben, wird es wohl besser sein, das Ganze generell geheim zu halten.
  • Unbedingt: Die Konsequenzen auschecken! Ist es Firmen-Policy, dass einer der Beteiligten beim Auffliegen der Affäre in eine andere Abteilung versetzt wird, sollte man ebenso Vorsicht walten lassen. Denn gerade in Führungsetagen kann dies zum Karriere-Stolperstein werden.
  • Falls sie das Liebes-Outing dennoch wagen: Legen Sie sich eine dicke Haut zu! Getratsche, Gerüchte und Unterstellungen wird es so oder so geben. Wissen Kollegen von der Liaison mit dem Chef, werden sie sich verständlicherweise hüten, sich über die Chefs, die Arbeit oder das Unternehmen zu mokieren. Sie werden also Freunde unter den Kollegen verlieren. Und: Gerade Frauen wird heute immer noch ohne Scham attestiert, sich „nach oben geschlafen“ zu haben. Männer hören diesen Vorwurf kaum…
  • Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt. Nutzen Sie Gelegenheiten, die beweisen, wie ernst die Beziehung ist, um die Zweifel auszuräumen, dass die Beziehung lediglich aus Karrieregründen (Stichwort: „nach oben schlafen“) eingegangen wurde.
  • Absolutes No-Go: Privates Geplänkel über die Firmentelefonanlage, über Hauspost oder den Fimen-Mailaccount. So etwas versetzt selbst die gelassensten Kollegen in Rage. Überlegen Sie sich: Wollen Sie Neider mit Ihrem direkten Draht zum Chef wirklich noch weiter reizen? Und das Ansehen der Führungskraft leidet auch gewaltig, wenn dieser vor den Augen und Ohren der Untergebenen ständig am schäkern ist…
Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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