Wie Self Tracking den Arbeitsplatz revolutioniert

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 26. September 2013 um 12:20

8.456 Schritte. Knapp daneben ist auch vorbei. Leider wurde das Tagesziel von 10.000 Schritten verfehlt. Willkommen im größer werdenden Club der privaten Datensammler. Man hat sich die Frage ja lange gestellt: „Was wäre wenn wir alles im Leben messen könnten? Egal ob es die Dauer und Qualität des eigenen Schlafes, die Aufzeichnung körperlicher Aktivitäten oder die minutiöse Erfassung der eigenen Ernährungsgewohnheiten ist?“ Und eine geradezu explodierenden Fülle an High-Tech Gadgets macht genau das mittlerweile möglich. Der Self-Tracking Trend hat mittlerweile die Massen erreicht. Was aber bedeutet das für die Produktivität im eigenen Job?

„Self knowledge through numbers“

2007 gründeten die amerikanischen WIRED-Journalisten mit der Website quantifiedself.com ein Netzwerk zur empirischen Selbstbeobachtung der eigenen Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung. Mit dabei: Software-Entwickler und Anwender. Was da in der Theorie leicht sperrig klingt, findet in der Praxis immer mehr Anhänger. War man zu Beginn noch fast ausschließlich mit Tagebüchern und Excel-Tabellen unterwegs, werden heute Sensoren immer besser und billiger. Die Verbreitung von Smartphones – die entweder selbst tracken oder die Daten von Sensoren auslesen – steigt. Und es ist wohl tatsächlich der Fall, dass Menschen die einen Schrittzähler von Fitbit, Jawbone oder Nike tragen, sich tendenziell mehr bewegen. Oder die Aufzeichnung der eigenen Essgewohnheiten (z.B. mit Mealsnap) das Bewusstsein für die eigene Ernährung schärft.

Stephen Wolfram macht es vor

Ein gerne zitierter Early Adopter der Bewegung ist Stephen Wolfram, britischer Physiker, Mathematikgenie und nicht zuletzt Gründer der Suchmaschine WolframAlpha. Er quantifiziert sein Leben seit über 10 Jahren und erfasst minutiös alles bis hinab zum einzelnen Tastenanschlag (2012 hatte er schon über 100 Millionen Anschläge). Er liefert mit seinem Experiment auch erste Insights, was der Trend für den Arbeitsplatz der Zukunft bedeuten könnte:

Täglich versandte Emails - Stephen Wolfram

täglich versendete E-Mails

Incoming Emails Wolfram

erhaltene vs. versendete E-Mails

Wolfram trackt seit Jahren seine E-Mail Produktivität in Form von täglich versandten E-Mails und führt auch eine Statistik, in der ersichtlich wird, wie sich diese im Vergleich zu den erhaltenen E-Mails verhalten. Für den Arbeitsalltag bedeuten derartige Erkenntnisse vor allem eines: Für Arbeitnehmer wird es immer schwieriger in der steigenden Flut an erhaltenen E-Mails den Überblick zu bewahren.

Self-Tracking am Arbeitsplatz

Das Tracking am Arbeitsplatz hält eine große Chance bereit: Die Steigerung der (eigenen) Produktivität. Gleichzeitig liegt auf der Hand, dass ein Tracking seitens des Arbeitgebers – abgesehen von der Datenschutzproblematik – sehr wohl zu großem Misstrauen führen kann und damit bei vielen Mitarbeitern unterwünscht ist. Das selbsttätige Tracken der eigenen Daten kann hingegen durchaus hilfreich sein.

Zur Steigerung der Produktivität gibt es unterschiedliche Möglichkeiten:

  1. Verwendung von Helferlein: StayFocusd ist eine Browser Extension für Chrome und limitiert die Zeit, die fürs Browsen von Websites verwendet werden kann. GetHarvest ist ein Zeiterfassungs-Tool. Die beiden Beispiele zeigen, dass durch – in Eigenverantwortung verwendete – Tracking Tools durchaus positiv Einfluss auf die eigene Produktivität genommen werden kann.
  2. Korrelationen herstellen: Wie hat mein Kaffeekonsum die Konzentration beeinflusst? Wie wirkt sich Stress am Arbeitsplatz auf die eigene Produktivität aus? Hängen gehörte Musik und die Anzahl der Tastenanschläge zusammen? Fragen die empirisch nur dann beantwortet werden können, wenn diese Daten an einer Stelle gesammelt erfasst werden (z.B. mit TicTrac).
  3. Langfristiges Tracking: Gerade die von Stephen Wolfram erfassten Daten zeigen auf, wie sich Gewohnheiten über einen längeren Zeitraum ändern können. Das langfristige Erfassen persönlicher Daten erlaubt damit das Erkennen von Mustern, die vielleicht die eigene Produktivität schmälern.

Jetzt Fitbit One gewinnen

Für alle die die Erfahrung Self-Tracking machen wollen, gibt es einen Fitbit One Aktivitäts- und Schlaftracker im Wert von 100 Euro zu gewinnen. Einfach bis 1. Oktober eine E-Mail mit dem Betreff „Fitbit“ an marketing@karriere.at senden. Der Tracker wird unter allen Einsendungen verlost – der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

Bildnachweis: VLADGRIN / shutterstock.com, blog.stephenwolfram.com

 

David Kitzmüller

David Kitzmüller ist Marketing-Teamleiter bei karriere.at. Zwischen Werbekampagnen und Performance-Analysen schreibt er in seinen Blogposts über Trends und neueste Entwicklungen in der Webwelt.

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