So gelingt die Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch

von in Bewerbung, Jobsuche am Montag, 16. März 2015 um 11:27

Der Klassiker im Jobinterview: Die Aufforderung, etwas über sich selbst zu erzählen. Man sollte meinen, dass man sich selbst ausreichend gut kennt, und die Beantwortung ein Klacks ist. Von wegen! Was will der Personalchef bei so einer Frage überhaupt von mir hören? Reicht es, meinen Lebenslauf einfach noch einmal zusammenzufassen? Fragen über Fragen  und hier fünf Tipps für die gelungene Selbstpräsentation im Bewerbungsgespräch.

„Erzählen Sie uns doch etwas über sich selbst.“

Diese Aufforderung zur Selbstpräsentation kommt im Bewerbungsgespräch so sicher, wie das Amen im Gebet. In einem Zeitrahmen von drei bis fünf Minuten hat man dann Zeit, sich von seiner besten Seite zu präsentieren. Dabei geht es aber nicht darum, den Lebenslauf noch einmal chronologisch herunterzubeten. Es ist vielmehr ein Best-of der eigenen Lebensstationen und die beste Gelegenheit, eventuelle Lücken im CV zu erklären. Die gute Nachricht ist: Diese Kurzpräsentation kann man bereits im Vorfeld vorbereiten und üben.

  1. Lebenslauf nicht einfach nacherzählen
    Der Personalist hat den CV bereits mit der Bewerbung erhalten und kennt den Inhalt. Die Kurzvorstellung sollte also nicht den kompletten Lebenslauf ab der ersten Schulstufe nacherzählen, sondern die wichtigsten Stationen herauspicken und hervorheben: Berufliche Erfolge, wissenschaftliche Abschlussarbeiten, Schwerpunkte im Studium oder Auslandsaufenthalte. Wenn der Lebenslauf Lücken aufweist, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um sie zu begründen.
  2. Zwei Seiten der Medaille
    Bevor man als Bewerber munter drauf los erzählt, muss man sich einer Sache bewusst werden: Für den zukünftigen Arbeitgeber sind mitunter ganz andere Dinge wichtig, als für einen selbst. Wer sich selbst präsentieren muss, sollte dem Personalisten also erzählen, was er hören möchte. Was ist wichtig für den Bewerber – was für den Arbeitgeber? Das bedeutet nicht, dass man persönliche Lebensstationen komplett aussparen muss. Aber man sollte sich überlegen, ob das schönste Urlaubserlebnis wirklich in der Kurzvorstellung Platz finden muss.
  3. Spannenden Einstieg finden
    Was einen auszeichnet und wofür man sich begeistert, kann man bereits im allerersten Satz nennen. Je mehr Storytelling, desto besser! Jemand im künstlerisch-grafischen Bereich könnte zum Beispiel sagen: „Bereits mein Kinderzimmer war mit bunten Collagen und Zeichnungen regelrecht zugepflastert. Die Begeisterung für Kreativität und Gestaltung begleitet mich schon mein ganzes Leben und führte schließlich auch zu meiner Ausbildung als Grafik-Designer.“
  4. Mit Kompetenzen glänzen
    Etwas über sich erzählen – da geht es natürlich auch darum, seine Kompetenzen ins rechte Licht zu rücken. Einerseits die fachlichen Kenntnisse, andererseits die sozialen Fähigkeiten. Um sich Klarheit darüber zu verschaffen, was man wirklich gut beherrscht, kann man im Vorfeld eine Liste anlegen oder alle Kompetenzen auf Kärtchen schreiben und an eine Pinnwand heften. Übrigens: Understatement ist hier fehl am Platz.
  5. Feedback einfordern ist erlaubt
    Meist merkt man anhand der Reaktion seines Gesprächspartners ohnehin, ob man mit seinen Inhalten einen Nerv trifft. Bei Unsicherheit darf man ruhig auch nachfragen: „Möchten Sie mehr über meine Masterarbeit zum Thema XY und die Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner erfahren?“

Bildnachweis: Dima Sidelnikov / Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren