Die Arbeitswelt der Frau S. – Ab in die berufliche Freiheit!

von in Arbeitsleben am Freitag, 18. Mai 2012 um 09:30

Der Weg in die Selbständigkeit. Zwar für viele verlockend, aber nicht für jeden das Richtige. Welche Vorteile bringt mir der Schritt zum eigenen Business? Welche Nachteile hat es? Bin ich überhaupt der Typ um mein eigenes Ding durchzuziehen? Fragen über Fragen, die einer besonderen und ganz individuellen Abwägung bedürfen.

Eine Gastkolumne von Sandra Gortva

Als ich den Schritt in die Selbständigkeit wagte, oder um ganz korrekt zu sein in die freiberuflichen Fußstapfen, hatte ich schon eine ganze Menge an Jobs hinter mir. Allerdings war ich nie wirklich hundertprozentig zufrieden. Fühlte mich zu sehr eingezwängt von den üblichen Arbeitszeiten und das Auf-Kommando-Abliefern von guter und vor allem kreativer Arbeit. Durch Glück kamen gerade als ich auf der Suche nach neuen Aufgaben war, interessante Angebote auf mich zu. Mittlerweile ist eine Menge Zeit vergangen und meine Honorarnoten und ich sind gar nicht mehr voneinander zu trennen.

Information ist alles – vor allem nervenraubend

Bevor es jedoch soweit war gänzlich frei zu arbeiten, musste ich mich zuerst mit einer Menge an Fragen auseinandersetzen. Zu welcher Sparte gehören meine Tätigkeiten eigentlich? Muss ich ein Gewerbe anmelden, bin ich freie Dienstnehmerin oder doch etwas ganz anderes? Melde ich mich bei der GKK oder doch bei der SVA an? Gute Fragen, vor allem wenn man zwei oder mehrere völlig unterschiedliche Sachen gleichzeitig macht. Viele Telefonate und Internetrecherchen haben nicht nur eine Menge Zeit in Anspruch genommen, sondern vor allem mich selbst teilweise zur Verzweiflung gebracht – denn irgendwie habe ich nie hundertprozentig in die typischen Beispiele gepasst. Zuletzt habe ich einfach mal gemacht und so vieles konnte ich auch in meinem Fall dann ja  doch nicht falsch machen.

Selbst und bestimmend

Startschwierigkeiten hin oder her – was mir jetzt besonders gut an meiner jetzigen Situation gefällt, ist meine mehr oder weniger große Freiheit. Ich bestimme was, wann und wo. Somit auch vor allem für all jene zu empfehlen, die einen komplett anderen Bio-Rhythmus besitzen. Also für all jene deren Körper erst Stunden nach gesellschaftlichen Usus munter wird – was jetzt aber nichts über meinen persönlichen Rhythmus aussagen muss. Ich hatte zum einen das Glück und deswegen auch zum anderen die passenden Jobs bzw. Aufträge um für mich die perfekte Mischung zu finden.

Von der Selbstdiziplin bis hin zu Einkommensausfall

Wer selbständig arbeiten möchte, braucht allerdings auch ein großes Maß an Selbstdisziplin. Denn wer nicht arbeitet, verdient auch nichts. So einfach ist das. Hier kommen wir auch schon zu den Nachteilen. Bezahlten Urlaub oder Krankenstand gibt es nun mal nicht. Deswegen heißt es hier einfach mal etwas vor- oder auch nacharbeiten, damit man auf sein Pensum kommt. Auch Wochenenden sind nicht mehr länger Garant für arbeitsfreie Tage. Was ebenfalls nicht zu vergessen ist, es wartet auch noch neben der eigentlichen Arbeit eine Menge anderer „Bürokram“. Man muss sich plötzlich um Sachen kümmern, die vorher kein Thema waren. Von der Sozialversicherung über Rechnungen schreiben bis hin zur Einkommenssteuererklärung und noch vieles mehr. Aber wie gesagt, alles eine Frage der Einteilung und Planung.

Wer kann sich jetzt glücklich schätzen?

Die Selbständigkeit oder das freiberufliche Arbeiten sind natürlich nicht für Jedermann oder auch Jedefrau etwas. Es ist wie es ist. Die typischen Sicherheitsnetze fallen weg und man muss sich letztendlich selber um diese kümmern. Ebenso sollte man ein gutes Stück an Flexibilität besitzen. Wer auf geregelte Arbeitszeiten und monatlich gleiches Einkommen gerne verzichten kann, dafür aber seine Unabhängigkeit und Freiheit umso mehr zu schätzen weiß, wird allerdings mit dieser Form von freier Arbeit wahrscheinlich sehr gut zurecht kommen.

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

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Bildnachweis: colourbox.com

Redaktion

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