Sechs Wochen Urlaub? – Brauch‘ ich nicht!

von in Arbeitsleben am Mittwoch, 28. März 2012 um 13:49

Man kann nie genug Urlaub haben. Oder? In der Schweiz wurde vor Kurzem darüber abgestimmt, ob der gesetzliche Urlaubsanspruch auf sechs Wochen verlängert werden solle – und abgelehnt! Wie würde eine solche Abstimmung aber in Österreich ausgehen? Gibt es Unterschiede in puncto Arbeitswille und Fleiß zwischen den beiden Alpenrepubliken? Eine aktuelle Studie belegt nun: Zwei von drei Österreichern würden gegen eine Verlängerung des Mindesturlaubs abstimmen.

Urlaub – Sommer, Sonne, Strand und Meer. Der Höhepunkt des Jahres für den stressgeprüften Arbeitnehmer – möchte man meinen. Denn eine aktuelle Umfrage des market Instituts zeigt nun auf, dass sich zwei von drei Österreichern gegen eine Verlängerung des gesetzlichen Mindesturlaubs aussprechen würden. Doch halt! Sieht man sich die Ergebnisse (Grafik unten) genauer an, muss man feststellen, dass zwar die überwiegende Mehrheit der Über-50-Jährigen gegen eine zusätzliche Woche mehr Urlaub stimmen würden. In der Gruppe der Befragten unter 30 sind hingegen fast sechs von zehn für eine Woche mehr Urlaub im Jahr.

Quelle: market Institut, 2012

Mehr Urlaub: Gut für Familie, schlecht für Wirtschaft

Die Argumente der Urlaubsfreunde sind nachvollziehbar: Mehr Zeit für die Familie werden genannt, auch glauben viele, dass diese Maßnahme den Tourismus beleben würde. Andererseits sind die Österreicher auch wieder realistisch: Drei von vier Befragten gehen davon aus, dass mehr Urlaubstage der Mitarbeiter gerade Kleinbetriebe ins Trudeln bringen könnten. Jeder Zweite rechnet damit, dass durch längere Urlaubszeiten Arbeitsplätze an andere Länder verloren gingen. Interessant auch folgendes Faktum: Die Hälfte der befragten Frauen glaubt, dass das Urlaubs-Plus weniger Krankenstandstage mit sich bringen würde – doppelt so viele wie bei der Gruppe der befragten Männer.

Bildnachweis: colourbox.com, market Institut

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

Durch die Nutzung unserer Angebote erklärst du dich mit dem Setzen von Cookies einverstanden. Mehr erfahren