Fremdsprachen lernen: Tipps für schnellen Erfolg

von in Arbeitsleben am Freitag, 13. November 2015 um 11:50

Das Beherrschen verschiedener Sprachen eröffnet Welten: Gesprochene, geschriebene und erlebte. Welches Ziel man mit dem Erlernen von Sprachen auch verfolgt – das Eintauchen in andere Sprachwelten und Kulturen macht sich auf jeden Fall bezahlt. Im besten Fall sogar für die Karriere. Wie man möglichst schnell Fremdsprachen lernen kann, zeigen zwei besonders lernfreudige Zwillinge.

Eine Sprache in einer Woche?

In einer Woche so gut Türkisch lernen, dass man sich mit jemandem unterhalten kann? Dieser Challenge stellten sich Matthew und Michael Youlden. Beide sprechen bereits neun Sprachen fließend und finden laufend neue, auf die sie sich mit Ehrgeiz stürzen. Und so sieht es aus, wenn die beiden innerhalb von sieben Tagen eine neue Fremdsprache lernen:

Tipps, um schnell Sprachen zu lernen

  • Das Ziel definieren
    Interesse an einer Fremdsprache ist schön und gut – irgendein Ziel verfolgt man mit dem Lernen aber immer: Vielleicht möchte man Zeit im Ausland verbringen, strebt eine Versetzung an oder interessiert sich einfach für die Kultur eines Landes. Man muss auch nicht mit dem großen Anspruch, eine Sprache fließend zu sprechen, an das „Projekt Fremdsprache“ herangehen. Manchen Lernenden reicht es, im Urlaub Essen in der Landessprache zu bestellen und sich ein wenig zu verständigen – und das ist völlig okay. Jeder, der sich in der Schule durch Sprachunterricht quälen musste, weiß: Wenn das grundlegende Interesse an der Sprache und dem dazugehörigen Kulturkreis fehlt, ist Scheitern vorprogrammiert.
  • Schwerpunkte setzen
    Vom persönlichen Ziel hängen auch die gewünschten Kompetenzen ab, die man erweben möchte: Eine fließende Unterhaltung ist das große Ziel – schriftliche Verständigung aber nicht so wichtig? Oder möchte man in der gewählten Sprache am liebesten nur Literatur im Original lesen und Unterhaltung mit Muttersprachlern ist weniger interessant? Nach diesen Wünschen richten sich dann auch die Schwerpunkte, die man beim Lernen setzt.
  • Sprachbuddy suchen
    Weil’s gemeinsam einfach mehr Spaß macht: Mit einem Sprachbuddy zu lernen sorgt dafür, dass man am Ball bleibt und auch Dialoge trainiert. Das ist besonders wichtig für alle, die sich in der neuen Sprache am liebsten mit anderen unterhalten möchten. Der Sprachbuddy kann Muttersprachler sein oder jemand, der dieselbe Fremdsprache auch gerade lernt. In manchen Städten gibt es auch Sprachstammtische, bei denen sich Interessierte austauschen.
  • Üben, üben, üben!
    Wer alleine im stillen Kämmerchen lernt, verliert sein Ziel vielleicht schnell aus den Augen. Wo bleibt die Belohnung nach zwei oder drei Wochen Lernen? Und wozu mache ich das nochmal? Da hilft nur eins: Raus aus der Lernumgebung und üben üben üben! Wer in einer Großstadt lebt, tut sich im Auffinden von Übungsopfern etwas leichter: Einkaufen beim türkischen Händler, bestellen beim Italiener oder ein Plausch mit dem Schweden vom Second Hand Shop nebenan.
  • Eine Sprache – eine Kultur
    Je mehr man sich mit der gewünschten Fremdsprache umgibt, desto größer der Lernerfolg. Dafür muss man auch nicht unbedingt aktiv bei der Sache sein. Das passive Hören hat bereits Vera F. Birkenbihl als Lernmethode empfohlen: Während einer Haupttätigkeit wie Autofahren, Wohnung aufräumen oder beim Kochen hört man passiv z.B. einen fremdsprachigen Radiosender oder ein Hörbuch und setzt sein Gehirn der Fremdsprache so auch ganz nebenbei aus. Lesen und zuhören darf (und soll!) man natürlich auch aktiv: Bücher, YouTube-Videos, Filme, Serien, Zeitschriften, Podcasts – je intensiver man in eine Sprache eintaucht, desto schneller und besser lernt man.
  • Ab ins Ausland!
    Falls möglich, packt man am besten seine Koffer und lernt direkt vor Ort. Buongiorno Italia! Oft reicht bereits ein verlängertes Wochenende, um in eine Sprache und Kultur soweit einzutauchen, damit man mit frischer Motivation zu Wörterbüchern & Co. zurückkehrt.
  • Kleine Lernhilfen
    Welche Helfer man sich sucht, hängt davon ab, welcher Lerntyp man ist. Manche finden Post-Its mit Vokabeln, verteilt in der ganzen Wohnung, sehr hilfreich. Andere Lerntypen mögen Listen, CDs, Lern-Apps, Mindmaps oder gehen mit ihrem Vokabelheft spazieren. Andere müssen Dinge erst niederschreiben, bevor sie im Gedächtnis bleiben. Nach Jahren der Schulbildung weiß man meist, wie man am liebsten lernt.

Bildnachweis: Eiko Tsuchiya /Shutterstock

Martina Kettner

Martina hat zwei Leidenschaften: Schreiben und Fotografieren. Für karriere.at macht sie Ersteres und bloggt am liebsten über alles, was den Arbeitsalltag schöner und Karriereplanung einfacher macht.

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