Schlechte Websites von Unternehmen: Mehr auf die jungen Mitarbeiter hören

von in Arbeitsmarkt am Montag, 6. Mai 2013 um 09:13

Der Aufbau und in weiterer Folge die Pflege der Arbeitgebermarke ist das Um und Auf in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sowie im Wettbewerb um die besten Talente. Das Bewusstsein für Employer Branding wird seitens der Unternehmen immer größer und dennoch orten vor allem junge Mitarbeiter deutliche Verbessungspotenziale. Fast 40 Prozent (!) von den Jüngeren halten etwa die Webpräsenz ihrer Arbeitgeber für alles andere als optimal.

Enttäuschte junge Generation

Ein Drittel der von Klenk und Hoursch befragten 680 Arbeitnehmer findet, dass die Internetpräsenz ihres Unternehmens verbessert werden sollte, bei den 16- bis 39-Jährigen sind sogar 39 Prozent dieser Meinung. Auch die weiteren Ergebnisse der Online-Befragung zeigen, dass die jüngeren Arbeitnehmer auch die durchaus kritischeren sind. Deutlich mehr Jüngere (28 Prozent gegenüber 21 Prozent im Durschnitt) sind etwa der Meinung, dass die Eigendarstellung ihres Arbeitgebers zu wenig transportiere, was das Unternehmen ausmacht.  Noch deutlicher wird die Diskrepanz zwischen den Generationen bei der Frage, ob der Auftritt eines Unternehmen mehr verspricht, als er später halten kann. Während 17 Prozent aller Mitarbeiter dieser Aussage zustimmen, sind 26 Prozent der 16- bis 29-Jährigen dieser Ansicht.

Kurze Lebensdauer für Lippenbekenntnisse

Im Vergleich zur Konkurrenz stellen die Befragten ihren Arbeitgebern ebenfalls kein berauschendes Zeugnis aus. Etwa jeder Fünfte bewertet den Auftritt der Konkurrenz besser als den eigenen, auch hier heißt es: je jünger, desto kritischer. Und genau diese Kritik, diese große Wechselbereitschaft bei Unzufriedenheit und die neuen Ansprüche der nachfolgenden Generationen sind es, die den Unternehmen heute schon zu Denken geben sollten. Denn Werte sind nur so viel wert, wie bei den Mitarbeitern ankommt. Es kommt auf die gelebte Realität im Unternehmen an – bloße Lippenbekenntnisse werden schnell als solche entlarvt.

Frische Eindrücke

Wie verbessert man also die echte, authentische Arbeitgebermarke? Durch die richtige Kommunikation, so das Fazit der Auftraggeber. „Mitarbeiter sind eine wichtige Informationsquelle. Sie kennen ihr Unternehmen über den Bewerbungsprozess und aus der täglichen Arbeit. Gerade bei den Jüngeren sind diese Eindrücke noch sehr frisch. Daher ist ihre Bewertung besonders relevant“, kommentiert Uwe Wache von Klenk und Hoursch. „Die Mobilisierung der eigenen Mitarbeiter als interne Berater und Marken-Botschafter sollte oben auf der Agenda der Personal- und Kommunikationsabteilungen stehen.“

Bildnachweis: Eleonora Kolomiyets / Quelle Shutterstock, Mariusz Szachowski / Quelle Shutterstock, NatUlrich / Quelle Shutterstock

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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