Wer wenig schläft, hat Spaß am Zocken – Wie Schlafmangel unsere Risikobereitschaft steigert

von in Arbeitsleben am Donnerstag, 10. März 2011 um 14:50

All jene, denen ihr Job eine große Portion Verantwortung abverlangt, sollten sich die folgenden Zeilen zu Herzen nehmen: Eine aktuelle Studie der Duke University zeigt nämlich auf, dass übernächtige Menschen erstens mehr Lust am Risiko verspüren und sich außerdem auch nicht so sehr über Verlust ärgern. Wer also täglich mit Millionen hantiert, sollte schauen, dass er abends bald an der Matratze horcht. Dafür wiederum sollte man abends relativ rasch auf Computer und Handys verzichten, um auch wirklich schlafen zu können, so eine weitere Studie.

War globaler Schlafmangel in Broker-Kreisen gar schuld globalen Finanz-Crash? Glaubt man der Untersuchung des US-Forschers Scott Huettel, könnte dies zumindest ein Mitgrund gewesen sein. Die Studie brachte nämlich zu Tage dass bei unausgeschlafenen Menschen jene Hirnregionen besonders stark aktiviert sind, die für positive Wahrnehmungen zuständig sind. Negative Erfahrungen wurden hingegen relativ schlecht verarbeitet.

Für das Experiment mussten 29 Versuchsteilnehmer eine Nacht durchmachen bevor sie Glücksspiele um Geld spielen mussten. Ihre Risikobereitschaft wurde gemessen und mit einer Kontrollgruppe verglichen, die normal geschlafen hatte. Neben der Gehirnaktivität wurde bei den Probanden auch die Wachsamkeit überwacht – um auszuschließen, dass Müdigkeit allein ausschlaggebend für die Ergebnisse ist.

Forscher Scott Huettel fasst die Learnings aus der Studie zusammen: „Schlaflosigkeit kann das Verhalten in einen unangemessenen Risikobereich schieben: Die Lust auf Gewinne steigt – negative Konsequenzen werden ignoriert.“ Wie das Portal wissenschaft.de berichtet, sei dieses Phänomen auch damit in Zusammenhang zu bringen, dass man sich nach einer durchwachten Nacht auch meist relativ fit fühlt und sich selbst ohne weiteres zutraut, für die Tagesaufgaben gewappnet zu sein. Dies sei nämlich nicht wirklich der Fall, so die Forscher.

Müdigkeit und Computer sind Todfeinde

Übrigens: Wer ohnehin täglich damit kämpft, rechtzeitig in die Federn zu kommen, sollte sich eine Untersuchung der National Sleep Foundation zu Herzen nehmen, über die „Die Presse“ berichtet: Eine Stunde vor dem Schlafengehen sollten den Studienautoren zufolge keine Tätigkeiten am Computer, mit Smartphones oder am iPad mehr durchgeführt werden. Einerseits, weil diese Tätigkeiten das Gehirn nochmals so richtig in Schwung bringen, andererseits wirken die hellen Bildschirme ebenfalls noch einmal anregend. Beides verhindere aber die Ausschüttung des Schlaf-Hormons Melatonin, das dafür verantwortlich ist, dass wir müde werden.

Christoph Weissenböck

Christoph Weissenböck macht Kommunikation bei karriere.at. Und dazwischen Blogposts. Schreiben ist für ihn mehr als ein Job.

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