Die Arbeitswelt der Frau S. – Mein Mist, dein Mist – alles Mist!

von in Arbeitsleben am Freitag, 23. Mai 2014 um 10:27

Chaotische Teeküchen mit Bergen von ungewaschenem Geschirr, schimmelnde Lebensmittel im Kühlschrank und nicht zu vergessen: das nervige Toiletten-Thema! Wenn es um die Sauberkeit am Arbeitsplatz geht, ist in den meisten Fällen der Ärger bereits programmiert.

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Dreck am Arbeitsplatz – reine Auslegungssache

Das Thema Ordnung am Arbeitsplatz – und auch generell – ist für viele ja reine Auslegungssache, so nach dem Motto: „Ach, das bisschen schmutziges Geschirr stört doch niemanden!“ oder „Unter meinem Schreibtisch sieht man den ganzen Müll doch gar nicht! und nicht zu vergessen das „Wo ist es denn bitte schön dreckig?“. Hier beginnt auch das Problem: Denn was die einen als Chaos und Schweinerei bezeichnen, ist für die anderen einfach nicht sichtbar oder eben ein Zeichen von „Arbeitssamkeit“.

Teeküchen-Showdown

Streit im BueroAber nicht nur die unterschiedlichen Ansichten über den Dreck am Arbeitsplatz sind Grund für Auseinandersetzungen. Zum wahren Teeküchen-Showdown kommt es, wenn sich ein ausgeprägter Ordnungsfanatiker und ein renitenter Sauberkeits-Verweigerer gegenüber stehen. Der eine ist ständig bemüht, alles in Ordnung zu halten und erwartet, dass seine Arbeitskollegen es ihm gleich tun. Dem anderen ist es egal und „Haushaltssachen“ sind einfach nicht sein Ding, weil es seiner Ansicht nach immer jemanden gibt, der es dann letztendlich ja doch sauber macht.

Die Wirkung nach Außen

Natürlich gibt es – zur Verteidigung der vermeintlichen Schmutzfinken – Arbeitskollegen, die es mit der Sauberkeit und Ordnung auch schon mal übertreiben. Dennoch, ein gewisses Maß an Ordnungsliebe in der Arbeit ist durchaus berechtigt. Nicht nur aus Respekt den anderen gegenüber, sondern vor allem auch, weil sich in diesem Punkt auch das Unternehmen präsentiert. Vor Kunden, Lieferanten etc. macht es nun mal kein gutes Bild, wenn alles rundherum sehr schmuddelig wirkt.

Wie jetzt aber mit Schmutzfinken umgehen?

Es wurden schon einige Varianten von „Erziehungsversuchen“ in Büros weltweit angewendet – mit mehr oder weniger großem Erfolg. Wenn ein direktes Ansprechen keine Früchte trägt, kann man es ja mal mit diesen Tipps versuschen:

  1.  Zettelbotschaften: Nett und witzig formuliert bzw. mit einem Bild kombiniert können diese kleinen Hinweise schon mal den einen oder anderen doch dazu bewegen, seine Kaffeetasse selber zu spülen oder den gemeinsamen Arbeitsplatz aufzuräumen. Den Oberlehrer-Ton sollte man sich allerdings lieber sparen, denn das könnte auch nach hinten losgehen.
  2. Kasse Buero Strafkassa: Wer seine Sachen nicht selber wegräumt oder abwäscht, muss einen Euro in die gemeinsame Kassa einzahlen. Damit diese ganze Aktion auch fruchten kann, würden sich Namens- oder andere Lieblingstassen, sowie Post-Its auf den Lebensmitteln etc. gut eignen. Sollte die Kassa „dennoch“ mal voll werden, bietet es sich an, mit dem Geld gemeinsam einen After-Work-Drink einzunehmen.
  3. Machtwort vom Chef: Eigentlich wäre es ja schön, wenn es soweit gar nicht kommen müsste und sich die Erwachsenen untereinander verständigen könnten. Bevor jedoch alle Stricke reißen, sollte von dieser Stelle ein Machtwort gesprochen werden.
  4.  Küchendienst: Wenn kein gutes Wort mehr hilft, dann gibt es immer noch den guten, alten Küchen-Putzplan. So kommt jeder mal dran und weigert sich jemand, dann kann man auch hier die Strafkassa aus Punkt 2 wieder hervor holen.

Ich gehe jetzt mal meine Kaffe-Tasse abwaschen und wünsche euch allen noch einen schönen und sauberen Arbeitstag! Eure Frau S.

Über die Autorin:

Man könnte mich als Globetrotterin der Arbeitswelt bezeichnen. Die verschiedensten Wege bin ich bereits gegangen und unterschiedlichste Jobs sowie Job-Positionen haben meine berufliche Reise geprägt. Manch einer wird sich deswegen bestimmt in der einen oder anderen Geschichte wiederfinden. Wenn nicht, dann vielleicht zumindest den einen oder anderen Tipp und Trick für seinen Weg mitnehmen können. Die Welt der Arbeit mal von verschiedenen Seiten beleuchtet. Mittendrin und voll dabei lautet bei mir das Motto (auch in meinem Blog: santown’s blog). Viel Spaß beim Eintauchen in die Arbeitswelt der Frau S.!

Bildnachweis: Filipe Frazao  /Quelle Shutterstock, alphaspirit /Quelle Shutterstock, rangizzz/Quelle Shutterstock

 

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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