Ruf im Internet wird zum Werkzeug für Bewerber

von in Arbeitsleben, Bewerbung am Donnerstag, 13. Februar 2014 um 11:47

Dass man im Internet Spuren hinterlässt, die nicht immer nur förderlich sind, ist bekannt. Auch, dass Personalchefs und Kollegen online Nachforschungen über neue Mitarbeiter anstellen. Was genau die HR-Manager dabei suchen und vor allem wo, zeigt nun eine aktuelle Studie von Saferinternet.at Die Ergebnisse machen auch deutlich, dass das Internet zunehmend zum Werkzeug der Bewerber werden kann – wenn es richtig genutzt wird.

Deutlich größerer Einfluss als vor drei Jahren

Fast jeder Zweite (47 Prozent) von Marketagent befragte Personalverantwortliche gab an, das Internet zur Recherche über Bewerber zu nutzen. Vor allem Personalverantwortliche der IT-Branche sowie aus den Bereichen Kommunikation, PR und Medien nutzen diese Möglichkeit im Vergleich noch häufiger. Die Bedeutung der online gefundenen Inhalte über eine Person hat dabei enorm zugenommen: Die eindeutige Mehrheit (82 Prozent) der Befragten ist der Meinung, dass der Einfluss der Online-Reputation heute größer ist als noch vor drei Jahren. Fast ebenso viele (81 Prozent) glauben, dass die Bedeutung sogar noch steigen wird. Hier heißt es künftig nicht mehr nur aufpassen, sondern die eigenen Onlineaktivitäten klug einsetzen. Mehr dazu jedoch später.

Hier suchen Personaler

Wichtig ist nämlich vor allem die Frage: „Wo suchen Personalverantwortliche eigentlich?“ Hier ergibt sich ein interessantes Bild: Suchmaschinen liegen noch vor Social Networks, Business Networks wie etwa Xing holen jedoch stark auf – hier die Übersicht:

  • Suchmaschinen (Google, Yahoo & Co.): 76 Prozent
  • Social Networks (Facebook, Twitter): 61 Prozent
  • Business Networks (Xing, LinkedIn): 44 Prozent
  • Unternehmenswebsite: 35 Prozent

Auch was die Freunde sagen zählt

verhalten im internetDurch die Recherche wollen sich die HR-Manager vor allem einen allgemeinen Eindruck über die Persönlichkeit eines Bewerbers verschaffen (61 Prozent), fast die Hälfte (48 Prozent) sucht „nach nichts Bestimmtem“, sondern lediglich aus Neugierde und Interesse. Infos über das Verhalten der Bewerber im Internet suchen 38 Prozent, 27 Prozent gaben an, die Lebensläufe der Bewerber online zu prüfen. Auch den im Bewerbungsgespräch gemachten Angaben wird nachgegangen. Wichtig zu bedenken ist hier, dass auch Aussagen Dritter zählen. Kommentare von Freunden oder Bekannten unter einem Foto etwa lassen schließlich auch gerne einmal Schlüsse über eine Person zu. Deshalb: auch diese überdenken.

Eindeutiges Signal: Nutzt das Internet!

Auswirkungen der RechercheDass die Bedeutung der Onlinereputation für den Bewerbungsprozess kein Mythos ist, zeigt das nächste Studienergebnis recht deutlich: 29 Prozent der HR-Manager gaben an, dass ihre Recherchen tatsächlich konkrete Auswirkungen hatten – positive oder negative. Bemerkenswert ist hier, dass sich die Onlinerecherche eher positiv ausgewirkt hat – für Bewerber ein eindeutiges Signal: Nutzt das Internet!

Vorsicht vor Rechtschreibfehlern in Postings

Beeinflussung durch SuchergebnisseWorauf dabei zu achten ist, zeigt folgende Grafik sehr anschaulich: Neben Infos über Angaben in Lebenslauf, Anschreiben & Bewerbungsgespräch sind es auch Dinge wie Rechtschreibfehler in Postings (!) oder die Kreativität des Online-Auftritts, auf die Personaler schauen. Die viel diskutierten Partyfotos haben mit 32 Prozent eine vergleichsweise geringe Auswirkung auf das Recruiting.

Zurückhaltung kommt eher gut an

Wer also „gute“ Spuren im Netz hinterlässt, macht vieles richtig. Menschen jedoch, die online wenig bis gar nicht sichtbar sind, brauchen sich keine großen Sorgen zu machen: Denn laut Studie kommt ein „Offline-Sein“ eher positiv als negativ an. Es signalisiert: „Dieser Bewerber schützt sein Privatleben.“ Die Pflege des eigenen Rufs im Netz wird also immer wichtiger für Bewerbungen, je höher eine zu besetzende Position, desto mehr Zeit wird auch in die Online-Recherche investiert. Und wer kreativ ist und seine Chancen nutzt, kann sich im WWW eine zusätzliche, eventuell sogar für einen Job ausschlaggebende Bühne schaffen.

Bildnachweis: Bad Man Production / Quelle Shutterstock, saferinternet.at

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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