Der Countdown läuft: Noch 7 Tage bis zu meiner Rückkehr aus der Babypause

von in Arbeitsleben, Inside am Mittwoch, 25. Januar 2017 um 11:38

Manche von euch können sich vielleicht noch erinnern: Es gab hier einmal einen Blogpost der hieß „Einmal Karenz und eine neue Blog-Redakteurin, bitte“. Das war VOR meiner Babypause. Jetzt ist NACH meiner Babypause und mein Wiedereinstieg nach der Karenz in den Job steht bevor. Worauf ich mich am meisten freue und was mir Angst macht, lest ihr hier:

Zwei Jahre und vier Monate. So lange habe ich nicht gearbeitet. Also, im herkömmlichen Sinn. Geruht habe ich in dieser Zeit nämlich selten – leider nicht mal bzw. schon gar nicht nachts. Aber das wäre eine andere Geschichte… Ich hatte also eine ziemlich durchschnittliche, österreichische Karenzlänge – allerdings für ein Kind. Ich habe zwar keine Zwillinge bekommen (Hut ab an dieser Stelle vor allen Zwillingseltern), dafür aber in 14 Monaten zwei Kinder zur Welt gebracht (auch nicht schlecht, sag ich jetzt mal). Und nach genau zwei Jahren und vier Monaten Babypause kehre ich am 1. Februar an meinen Arbeitsplatz zurück. Weit entfernt von Vollzeit, denn ich habe den Luxus, das nicht zu müssen, aber dennoch: Ein großer Schritt für mich und meine kleine Familie.

Ich habe mir mal ein paar Gedanken gemacht, was mich so alles erwartet und worauf ich mich, so wie wohl viele Mamas (und Papas, aber seien wir ehrlich, es sind halt meist die Mamas) am meisten freue und wovor ich den größten Respekt habe.

Worauf freue ich mich nach der Babypause am meisten?

  • Abwechslung: Ich liebe meine Kinder über alles, aber die Vorstellung, hin und wieder etwas anderes zu machen als Turm-Bauen & Co., ist schon recht reizvoll. Neue Herausforderungen für mein Hirn sind willkommen!
  • Ruhe: Im Büro, und gerade bei uns, kann es manchmal wirklich sehr laut und lustig zugehen. Großraum und viele nette Kollegen sind ein Garant für Spaß. ABER es gibt auch Ruhephasen bzw. die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Herrlich für jemanden, der die vergangenen Jahre nicht einmal am „stillen Örtchen“ alleine war.
  • Kollegen: Es ist schon schön, liebe Kollegen, die zum Teil auch Freunde geworden sind, nach der Babypause regelmäßig zu sehen. Wieder Teil eines Teams zu sein, zu scherzen und von Menschen umgeben zu sein, die schon ganz alleine auf sich selbst aufpassen können (manche Firmenfeiern ausgenommen).
  • Warmes (!!!) Essen und heißer (!!!) Kaffee: No words needed. Mamas (und Papas), ihr kennt euch aus!
  • Süßigkeiten: Und zwar ganz in Ruhe und vor allem nicht schnell und heimlich genießen können. Herrlich!
  • Saubere Kleidung: Klingt vielleicht eigenartig aber ja, in den vergangenen Monaten war meine Kleidung selten länger als fünf Minuten fleckenfrei. Irgendwann gibt man auf und lebt damit, eine lebendige Serviette der Kinder zu sein. Im Winter war das ja noch einfach, da kam einfach der Mantel drüber. Irgendwann hat man aber schon Lust, sich wieder halbwegs schick anzuziehen und für ein paar Stunden vorzeigbar zu sein.
  • Leichtes Gepäck: Ich habe zwar immer versucht, nur das Nötigste dabei zu haben, aber trotzdem habe ich in den vergangenen Jahren meist mit einem Rucksack in Interrail-Größe das Haus verlassen. Ich freue mich wirklich sehr auf meine kleine Arbeitstasche, in die ich nur Schlüssel, Geldtasche und Handy packen werde.

Babypause Rückkehr

Nun zu jenen Punkten, vor denen ich den meisten Respekt habe:

  • Kann ich es noch? Nach einer so langen Pause plagen mich natürlich auch Zweifel, ob ich es überhaupt noch drauf habe. Ob die Kinder bzw. die vielen schlaflosen Nächte, das viele Beschäftigen mit so ganz anderen Welten, die lange Abstinenz von Computer & Co. ihren Tribut gezollt haben. Also an dieser Stelle: Liebe Kollegen, habt Geduld mit mir.
  • Konzentration, was ist das? Ich gebe zu, ich habe in den vergangenen zwölf Monaten sehr, sehr schlecht geschlafen. (Ich merke gerade, ich wiederhole mich). Nach meiner Tochter, die diesbezüglich scheinbar ein Traumkind ist, ist mein Sohn ein extrem unruhiger und, man würde wohl sagen, schlechter Schläfer. Dies bedeutet, auch ich habe kaum länger als zwei, drei Stunden am Stück geschlafen. Und das schlägt eindeutig auf meine Konzentration. Erschreckend oft stehe ich in Räumen und habe keine Ahnung, was ich gerade tun wollte. Ich schicke mir ständig selbst E-Mails, um Dinge nicht zu vergessen und einmal ist es mir sogar passiert, dass ich eine Verabredung komplett (!) vergessen habe. (Entschuldige Renate, es tut mir immer noch so leid!). Das Gute aber ist: Im Büro habe ich Kollegen, die mich hoffentlich aus den ärgsten Verwirrungen retten.
  • Die Sache mit der Pünktlichkeit: Als Mama bin ich, was mein Zeitmanagement betrifft, ziemlich nachlässig geworden. Eine halbe Stunde Verspätung ist obligatorisch, denn kaum sind alle angezogen und startklar, kommt ein spezieller Duft aus der Windelgegend oder eine dringende „Wir-haben-Affi-vergessen“-Krise dazwischen. Wieder wirklich pünktlich wo sein zu wollen, wird also spannend.

Beide Listen, die Freuden und die Sorgen, ließen sich noch beliebig ergänzen, aber noch ist die Ruhe beim Schreiben Wunschdenken und dieser Text auch nur durch eine liebende Tante und einen schlafenden Sohn (eh klar, am Tag kann er es) möglich. Eines sei an dieser Stelle jedoch noch erwähnt: Im Gegensatz zu vielen anderen Eltern brauche ich mir um die Kinderbetreuung keine Sorgen zu machen, denn meine beiden Wirbelwinde (2 Jahre und 1 Jahr alt) werden von den besten Omas, Opas und Tanten betreut. Die Eingewöhnungszeit und der damit verbundene Stress für alle fallen somit weg. Wieder ein Luxus, den ich sehr zu schätzen weiß.

In diesem Sinne: Hallo Arbeitswelt, hier bin ich wieder! Ab jetzt habe ich also noch einen Job mehr: nämlich meinen.

Bildnachweis: toeytoey / Shutterstock; Heike Frenner

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit 2012 für karriere.at Am liebsten taucht sie durch Interviews in neue (Arbeits-)Welten ein. Als Jungmama liegen ihr die Vereinbarkeit von Familie und Job besonders am Herzen.

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