Unterschätztes Risiko Dienstreise: So schützt man sich vor dem Ruin

von in Arbeitsleben am Freitag, 25. Januar 2013 um 11:28

Dienstreisen sind zwar meist anstrengend, unter der österreichischen Arbeitnehmerschaft jedoch auch sehr beliebt. Nicht weniger als 3,7 Millionen Geschäftsreisen gab es laut Statistik Austria allein im Vorjahr. Jeder dritte Arbeitnehmer ist somit mindestens einmal jährlich für sein Unternehmen auf Achse. Jeder dritte Dienstreisende hatte dabei jedoch auch schon mal eine Panne. Die Folgen einer solchen Panne sind nicht nur für die Einzelperson unangenehm, sondern können gerade für Kleinstbetriebe fatal sein, warnt eine aktuelle Allianz-Umfrage.

Sorglos auf Geschäftsreise

„Das Risiko Geschäftsreise wird von Herrn und Frau Österreicher unterschätzt“, kommentiert Johann Oswald, Vorstandsmitglied der Allianz Gruppe, die Umfrage. „Der Dienstgeber haftet bei Geschäftsreisen gegenüber seinen Arbeitnehmern. Ein Notfall kann schnell mehrere hunderttausend Euro kosten und insbesondere Kleinstbetriebe vor existenzbedrohende Risiken stellen!“ Im Gegensatz zu privaten Reisen sind Dienstreisende sehr sorglos. Nur 1,8 Prozent der von Allianz befragten Geschäftsreisenden rechnen mit Problemen. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus: 30,7 Prozent der Arbeitnehmer mussten während einer Dienstreise schon einmal die Reißleine ziehen.

Gepäck weg, Unfall, Geld weg

Die größten Probleme gab es mit verlorenem Gepäck, zehn Prozent der Befragten hatten bereits Unfälle oder Probleme mit dem Auto. 8,4 Prozent wurden auf offener Straße, weitere 6,2 Prozent in ihrer Unterkunft bestohlen. „Die Organisation der Dienstreise liegt etwa gleich häufig bei der Firma und dem einzelnen Mitarbeiter, Sicherheitsfragen haben dabei aber keineswegs Top-Priorität“, so Oswald. Die meisten Menschen würden sich auf die Versicherung durch ihre Kreditkarte verlassen, „im Unterschied zu echten Reiseversicherungen sind die Versicherungsleistungen von Kreditkartenfirmen stark eingeschränkt“.

Arbeitgeber haften: Das kann teuer werden

Arbeitgeber haften für ihre Mitarbeiter auf Dienstreisen beinahe allumfassend, so Allianz-Experte Manfred Rapolter. Vielen Dienstgebern sei nicht bewusst, dass sie sich bei Geschäftsreisen in rechtlicher Haftung gegenüber den Mitarbeitern befinden. Die Verantwortung, eine Reiseversicherung abzuschließen, liegt beim Dienstgeber. Die Versicherungsexperten empfehlen ein klärendes Gespräch zwischen Dienstgeber und -nehmer.

So schützt sich der Mitarbeiter

Eine gesetzliche Versicherungspflicht gibt es nicht, empfohlen wird jedoch der Abschluss einer Geschäftsreiseversicherung durch den Dienstgeber, da diese existenzbedrohende Risiken abdeckt. Der Dienstnehmer kann sich aber auch selbst durch den Abschluss einer solchen Versicherung schützen. Übrigens: Kommt es während der Dienstreise zu einem Zwischenfall, geht es freilich zuallererst um rasche Hilfe vor Ort. Wieder zu Hause ist es wichtig, alle erforderlichen Unterlagen und Belege bei der Versicherung einzureichen. Also: Belege wie Diebstahlsanzeige & Co. unbedingt gut aufheben!

Bildnachweis: l i g h t p o e t / Quelle Shutterstock, Allianz/Mindtake Research

Heike Frenner

Heike Frenner schreibt seit April 2012 für karriere.at In nächster Zeit jedoch nicht so oft und vermutlich mit leichtem Baby-Schwerpunkt.

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